DGK e.V. -Viele rheumakranke Kinder nicht ausreichend geimpft: Viele Eltern und Ärzte befürchten, dass Schutzimpfungen bei rheumakranken Kindern die Krankheit verschlimmern. Häufig sind die kleinen Patienten daher nicht ausreichend geimpft.
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Viele rheumakranke Kinder nicht ausreichend geimpft

(Marburg, 27.10.06) Rheumakranke sollten sich häufiger als bisher impfen lassen. „Das wird noch viel zu wenig gemacht“, sagte Prof. Hans-Hartmut Peter von der Universitätsklinik Freiburg. Er und weitere Experten riefen zum Auftakt des Herbstkongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und der Assoziation der Orthopädischen Rheumatologie vom 18. bis 21. Oktober 2006 in Wiesbaden zu häufigeren Impfungen auf.

Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, insgesamt neun Millionen in Deutschland, hätten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Medikamente, die das Immunsystem dämpften, verstärkten dies noch. Vor allem Kinder – mehr als 15.000 in Deutschland sind betroffen – seien infolge der immunhemmenden Rheuma-Therapie einem erhöhtes Erkrankungsrisiko mit häufigen Komplikationen ausgesetzt und daher besonders gefährdet.

Nach einer Erhebung des Rheumaforschungsinstituts aus dem Jahr 2003 ist die Durchimpfungsrate rheumakranker Kinder auffallend niedrig. Für Diphtherie, Tetanus und Röteln etwa liegt sie bei 60 bis 70 Prozent. Ein Grund dafür, so vermuten die Experten, sind unter anderem Bedenken bei Eltern und Ärzten, Impfungen könnten rheumatische Erkrankungen verstärken oder sogar auslösen. Unklar sei zudem, wie wirksam Impfungen bei Patienten mit Immunerkrankungen überhaupt sind.

Der Kinderrheumatologe Professor Dr. med. Gerd Horneff, Direktor des Zentrums für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie an der Asklepios Klinik in Sankt Augustin dazu: „In Einzelfällen komme es nach einer Impfung zu vorübergehenden Gelenkbeschwerden. Ausgelöst werden chronisch-rheumatische Erkrankungen durch Impfungen jedoch nach aktuellem Kenntnisstand nicht“. Auch verschlimmere sich die Erkrankung nicht nach einer Impfung. Kinder mit juveniler chronischer Arthritis hätten etwa nach einer Meningokokken-Impfung zunächst weniger Krankheitsschübe gehabt. Auch nach einer Masern/Mumps/Röteln-Impfung habe die rheumatische Erkrankung sich nicht verschlechtert. Vorsicht ist lediglich geboten, wenn immunhemmende Medikamente über eine längere Zeit hochdosiert genommen werden: In dieser Zeit sind Lebendimpfstoffe, z. B. gegen Masern, Mumps und Röteln sowie Windpocken, kontraindiziert.

Der Experte fordert, Impfungen künftig in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Untersuchungen zu rücken, um den Kenntnisstand zu verbessern. Außerdem müssten Empfehlungen für Ärzte und Eltern erarbeitet werden, um die Durchimpfungsrate zu verbessern.

Weitere Informationen:
Kongress-Pressekonferenz anlässlich des 34. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) gemeinsam mit der 20. Jahrestagung der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO) vom 18. bis 21. Oktober 2006 in Wiesbaden: u.a.: Mangelnder Impfschutz gefährdet rheumakranke Kinder: http://www.dgrh.de/Pressemappe_DGRh_Kongress-PK_19.10.06.pdf

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