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(Marburg, 21.03.06) Die Tuberkulose ist zwar in Deutschland weiter auf dem Rückzug - doch das Robert Koch-Institut (RKI) sieht keinen Grund zur Entwarnung. Die Infektionskrankheit dürfe nicht unterschätzt werden, erklärte RKI-Präsident Reinhard Kurth anlässlich des Welttuberkulosetages am 24. März. Weltweit sind ein Drittel der Bevölkerung mit dem Erreger infiziert.
Im Jahr 2004 registrierte das Institut in Deutschland 6.583 Tuberkulose-Erkrankungen registriert, 583 Fälle weniger als 2003. 236 Patienten starben an den Folgen der Krankheit. An der offenen Form der Lungentuberkulose, die ein Infektionsrisiko für die unmittelbare Umgebung darstellt, litten 3707 Menschen.
Die Medikamentenresistenz der Erreger nehme jedoch leicht zu. Zudem gebe es große Unterschiede zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung. So breche die Krankheit beispielsweise in den Großstädten Hamburg, Berlin und Bremen bei 12 von 100.000 Einwohnern aus. Am meisten gefährdet seien die sozial Schwächeren.
Global gesehen ist rund ein Drittel der Weltbevölkerung mit dem Tuberkulose-Erreger infiziert. Weltweit erkranken jährlich acht bis neun Millionen Menschen neu an der Krankheit, darunter knapp vier Millionen mit der hoch ansteckenden mikroskopisch positiven Form, wie aus dem Epidemiologischen Bulletin des RKI weiter hervorgeht. Etwa zwei Millionen Menschen sterben an den Folgen der Erkrankung - obwohl es wirksame Medikamente gibt und die Krankheit heilbar ist. In ärmeren Ländern des Südens, insbesondere in Afrika und in Südostasien, gibt es die meisten Krankheitsfälle.
Die Analyse der demographischen Daten zeigt, dass Männer deutlich häufiger an Tuberkulose erkranken als Frauen.
Quelle:
Zum Welttuberkulosetag 2006: Tuberkulose – weltweites Handeln erforderlich!in: Epidemiologisches Bulletin 11 / 2006
Weitere Informationen:
/www.rki.de/Pressemitteilungen/07__2006.html
www.rki.de/Tuberkulose.html

