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Tuberkulose: Aktueller Fall in Hessen

(Marburg, 26.03.07) Wie das zuständige Gesundheitsamt bestätigte, wurde die meldepflichtige Lungenkrankheit in der vergangenen Woche bei einer Sport- und Biologielehrerin einer Gesamtschule in Aßlar bei Wetzlar diagnostiziert. Es besteht die Gefahr, dass sich Menschen in ihrer Umgebung angesteckt haben. Schüler der Klassen, die die Pädagogin unterrichtet hat, und Lehrerkollegen - insgesamt mehr als 200 Personen - müssen sich nun einer Untersuchung unterziehen. Ergebnisse werden erst am Freitag vorliegen. In acht Wochen muss der Test dann noch einmal wiederholt werden. Die Eltern werden schriftlich über das weitere Vorgehen informiert. Unterricht wird aber nicht ausfallen.

Tuberkulose oder auch Schwindsucht ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Auslöser sind Bakterien (Mykobakterium tuberkulosis), die durch Tröpfeninfektion übertragen werden. Die Krankheit ist mit Medikamenten in den meisten Fällen ohne Folgeschäden heilbar. Für Immungeschwächte dagegen (etwa HIV-Infizierte) verläuft sie oft tödlich.

24. März ist Welttuberkulosetag

Vor 125 Jahren, am 24. März 1882, hat der Mediziner Robert Koch den Erreger der Tuberkulose (Tbc) entdeckt und dafür gesorgt, dass die Krankheit durch einfache hygienische Maßnahmen eingedämmt wird. Für seine Entdeckung erhielt er 1905 den Nobelpreis. Vor gut 50 Jahren wurden Antibiotika gegen die Krankheit entwickelt. Heute erkranken weltweit jährlich immer noch acht bis neun Millionen Menschen neu an Tuberkulose und jedes Jahr sterben rund zwei Millionen Menschen daran, davon 95 Prozent in den Entwicklungsländern, vor allem Afrika, Südostasien und in Krisengebieten. In Deutschland wurden im Jahr 2005 insgesamt 6.045 Tuberkulose-Fälle (Vorjahr 6.542) registriert, was einer Inzidenz von 7,3 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner entspricht (Vorjahr: 7,9). Damit setzt sich auch im Jahr 2005 der in den letzten Jahren beobachtete rückläufige Trend in Deutschland weiter fort. In Osteuropa breitet sich die Krankheit jedoch weiter aus.

Die Erreger der Tuberkulose haben sich weiterentwickelt und sind vielfach resistent gegen Antibiotika. Tuberkelbakterien breiten sich über die Luft aus, wenn infektiöse Menschen husten, spucken oder niesen. Eine Tbc-Schutzimpfung wird seit 1998 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wegen der rückläufigen Erkrankungszahlen sowie der niedrigen Schutzraten und der Komplikationen nach Impfung nicht mehr empfohlen.

1996 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO den 24. März zum Welttuberkulosetag.



Quelle:
Zum Welttuberkulosetag 2007 - Tuberkulose irgendwo heißt Tuberkulose überall! In: Epidemiologisches Bulletin 11 / 2007, 16. März 2007 www.rki.de; netdoktor 24.03.07; hr-online, 26.03.07

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