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Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
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(Marburg, 16.01.2007) Aus Chinas südlicher Provinz Guangdong werden mit 3.650 soviele Fälle gemeldet wie seit 20 Jahren nicht mehr. In Spanien sind von Oktober bis Dezember 2006 in der Provinz Katalonien (Nordosten, Hauptstadt Barcelona) mehr als doppelt so viele Fälle wie 2004 im gesamten Land registriert worden: 89. Schon seit dem Sommer baut sich eine Mumpswelle in der Provinz Navarra (Nordspanien, Hauptstadt Pamplona) auf, dort erkrankten seit August über 800 Menschen, die Zahl zeigt jede Woche um bis zu 100 an.
In Schottland grassieren ebenfalls die Masern, besonders betroffen ist Edinburgh. Im Süden der Stadt sind die Impfquoten am schlechtesten – eins von fünf Kindern ist ungeschützt. Dort treten jetzt auch die meisten Krankheitsfälle auf. In den restlichen Stadtbezirken ist immerhin nur eins von zehn Kindern nicht geimpft. Impfquoten, die viel zu niedrig sind, um die Viruszirkulation zu unterbrechen. Gemäß WHO-Forderungen müssten mindestens 95 Prozent der Bevölkerung immun sein. Und sicher geschützt sind nur diejenigen, die zwei Mal geimpft sind oder die Krankheiten bereits als Kind durchgemacht haben.
Masern- oder Mumpswellen sind immer auf unzureichende Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen zurückzuführen. Gerade in Großbritannien hatte das unselige Gerücht, dass durch die MMR-Impfung Autismus bei Kindern ausgelöst werden könnte, zur fatalen Impfmüdigkeit beigetragen. Bis dieses Gerüchte, das durch mehrere verschiedene Studien mehr als widerlegt ist, aus dem letzten Kopf verschwunden ist, wird es wohl noch dauern.
Masern und Mumps sind Virusinfektionen, die durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden und in einigen Fällen einen schweren Verlauf nehmen. Eine Mittelohrentzündung ist noch die „harmlose Variante“. Aber die Masernenzephalitis mit oft bleibenden Schäden oder Todesfolge ist am gefürchtetsten. Auch eine Mumpsmeningitis ist eine schwere Komplikation, die Schwerhörigkeit oder Taubheit zur Folge haben kann. Dabei steigt die Komplikationsrate mit zunehmendem Alter.
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln für alle Kinder bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs. Die kürzlich vom RKI veröffentlichten Durchimpfungsraten bei Einschulkindern lassen hoffen, dass irgendwann doch die magische 95-Prozent-Hürde erreicht werden kann. Aber dazu bedarf es weiterhin großer Anstrengungen. Im Bundesdurchschnitt sind 94 Prozent der Kinder, die einen Impfausweis vorgelegt hatten, einmal gegen Masern geimpft, 76,6 Prozent hatten auch die empfohlene zweite Impfdosis erhalten. Bei Mumps und Röteln sind die Raten ganz ähnlich. Auffallend aber ist, dass in den neuen Bundesländern noch „nach guter Väter Sitte“ deutlich mehr geimpft wird. In der ehemaligen DDR bestand Impfpflicht. Können in den alten Bundsländern nur 93,5 Prozent der Kinder mit der ersten Masernimpfdosis aufwarten, sind es in den neuen Bundesländern 97,4 Prozent. Bei der zweiten MMR-Impfung sind die Unterschiede noch krasser: 73,3 gegen 84,6 Prozent.

