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(Marburg, 24.3.06) Fast 12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan – oft vergeblich. Dabei stehen zwei Drittel der Bevölkerung der Organentnahme positiv gegenüber.
Dennoch gibt es nach wie vor zu wenige Spender, um den Bedarf an gesunden Herzen, Nieren und Lungen zu decken. Vor allem in Deutschland ist die Zurückhaltung groß: Hierzulande kommen auf eine Million Einwohner nur 13 Organspender, das bedeutet den fünftletzten Platz in Europa. Zwar wären nach jüngsten Umfragen bis zu 80 Prozent der Bundesbürger bereit, sich nach ihrem Tode Organe entnehmen zu lassen, aber maximal 15 bis 20 Prozent besitzen einen Spenderausweis, in dem sie ihre Bereitschaft schriftlich dokumentiert haben.
Organspenden haben zwar im Vergleich zu 2004 (1.081) einen neuen Höchststand erreicht, erklärten Vertreter des Bundesverbandes der Organtransplantierten e. V. (BDO) anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Verbandes im März in Berlin. 2005 hätten 1.220 Deutsche nach dem Tod ihre Organe gespendet. Das reiche jedoch längst nicht aus, um den Bedarf zu decken. Insgesamt hätten im vergangenen Jahr 3.778 Organe für Transplantationen zur Verfügung gestanden (2004: 3.508). Die durchgeführten Transplantationen stiegen auf 3.909 (2004: 3.632) an. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung, auch im Sinne der 12.000 Patienten, die auf ein Organ warten“, sagte Prof. Dr. Günter Kirste, vom Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).
In Deutschland muss man einer Organspende zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt haben, oder die Hinterbliebenen müssen ihre Einwilligung geben. Oft überlassen mögliche Organspender ihren Angehörigen die Entscheidung, ob Organe entnommen werden dürfen oder nicht. Klarheit schafft ein Organspendeausweis. Darauf kann jeder dokumentieren, ob er einer Spende von Organen und Gewebe uneingeschränkt zustimmt, nur bestimmte Organe und Gewebe spenden will oder eine Organentnahme generell ablehnt. Die Entscheidung kann jederzeit wieder rückgängig gemacht werden. Folgende Organe können gespendet werden: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Darm, Teile der Haut und die Hornhaut (Cornea).
Ein Organspendeausweis kostet weder Geld noch Mühe oder lange Wege, denn den Ausweis gibt es gratis in der Apotheke, beim Arzt oder zum Ausdrucken im Internet www.dso.de/pdf/ausweis.pdf. Eine Untersuchung vor dem Ausfüllen des Passes ist nicht erforderlich, der Gesundheitszustand der Organe wird erst dann untersucht, wenn diese für eine Transplantation benötigt werden.
Ab welchem Alter kann ich meine Organe spenden? Bin ich nicht schon zu alt für eine Organspende, oder wer entscheidet, wer meine Organe bekommt? Diese und andere Fragen beantworten Experten am Stand des Arbeitskreises Organspende auf der Oberhessenschau in Marburg vom 7. bis 9. April am Stand des Landkreises Marburg-Biedenkopf / FB Gesundheit, Halle 1.
Der Organspendeausweis kann heruntergeladen werden auf den Seiten der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) unter www.dso.de/pdf/ausweis.pdf

