DGK e.V. -Mit dem Einzug tropischer Temperaturen siedeln sich hierzulande auch Insekten aus den südlichen Gefilden an. Nach der Miniermotte wird nun der 15 Millimeter große Dornfinger heimisch.
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Klein und giftig: Dornfinger

In Deutschland kaum verbreitet

(Marburg, 27.07.06) In der Schweiz gab es bereits drei Bissopfer. Weitere Fälle gab es im Laufe des Sommers aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol. Nun wurden diese als "Todesspinnen" bezeichneten Tiere rund um Berlin gemeldet. Gebissen wurden bislang eine 54-jährige Frau aus Hohenschönhausen und ein 28-Jähriger aus Pankow. Doch die Panik vor der kleinen Giftspinne ist unbegründet. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich attackiert zu werden, tendiert gegen Null.

Der Dornfinger (Cheiracanthium punctorium) ist die einzige auch für den Menschen gefährliche Giftspinne Mitteleuropas. Der Biss der Kiefernklauen des Dornfingers kann beim Menschen Symptome wie bei einem Wespen- oder Bienenstich hervorrufen, starke Schmerzen mit Lähmungserscheinungen, begleitet zuweilen durch Schüttelfrost. Die Bissstelle verfärbt sich in manchen Fällen blau-rot und schwillt an. Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen und sogar Erhöhung der Körpertemperatur sind möglich. Nach dem Biss ist bei Beschwerden meist eine ambulante ärztliche Versorgung ausreichend. Die Symptome können bei empfindlichen Menschen allerdings Wochen anhalten. Lebensgefahr besteht aber keine. Nur Allergiker müssen sich in Acht nehmen.

Der Dornfinger lebt vornehmlich in trockenen Wiesen oder Stilllegungsflächen mit hohem Gras. Dort webt die Spinne derzeit die Spitzen von Grashalmen zusammen, um daran ihr etwa taubeneigroßes Wohnzelt - etwa 50 Zentimeter über dem Boden - aufzuhängen. Normalerweise krabbeln die Tiere nur unter besonderen Umständen in Wohnungen oder Häuser. Zur Paarungszeit im Juli jedoch neigen die Dornfinger zu Bissen, natürlich besonders die Weibchen, die den Eikokon und damit ihre Nachkommen verteidigen.
Die Spinne ist etwa 15 Millimeter lang, grün-gelb mit rot-brauner Musterung auf dem Rücken. Markant sind die Giftklauen.

Die Chance, dem Dornfinger zu begegnen, ist allerdings äußerst gering. Meist sind aber Katzen oder Hunde betroffen, welche in dem hohem Gras toben. Mit geschlossenen Schuhen und möglichst langen Hosen ist man gut geschützt.

Nähere Informationen und Abbildungen unter:
www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00085-Dornfinger/MZ00085-Dornfinger.html

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