DGK e.V. -Eine FSME-Infektion kann auch in seltenen Fällen durch Lebensmittel erfolgen. Nach Angabent des Robert Koch-Instituts (Berlin) wurden solche über Rohmilch oder Rohmilchprodukte erworbenen Infektionen für das Baltikum beschrieben.
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Im Baltikum: Rohmilch kann zu Infektion mit FSME führen

Bei pasteurisierter und abgekochter Milch besteht keine Gefahr

(Marburg, 26.7.2007) Eine FSME-Infektion kann auch in seltenen Fällen durch Lebensmittel erfolgen. Nach Angabent des Robert Koch-Instituts (Berlin) wurden solche über Rohmilch oder Rohmilchprodukte erworbenen Infektionen für das Baltikum beschrieben. So waren in Lettland von insgesamt 3.618 FSME-Erkrankungen in den Jahren 1997 bis 2003 bei Kindern 5,3 Prozent und bei Erwachsenen 3,1 Prozent ernährungsbedingt. Besonders bei Urlaub auf dem Bauernhof und dem Verzehr von Rohmilch sei in Hochrisiko-Ländern daher Vorsicht geboten.

Bei der überwiegenden Zahl der FSME-Erkrankungsfälle gelangt das Virus durch den Stich einer infizierten Zecke in den menschlichen Organismus. Es gibt aber noch den sehr selten vorkommenden Übertragungsweg über Lebensmittel: Wenn sich Weidetiere, insbesondere Schafe und Ziegen -– seltener Rinder -– durch Zeckenstiche infiziert haben und das Virus sich in ihrem Blut vermehrt, kann es auch beim Melken mit der Milch ausgeschieden werden. Wird diese Milch nicht abgekocht oder pasteurisiert, kann sich der Mensch durch den Genuss dieser infizierten Rohmilch oder daraus hergestellten Milchprodukten wie Frischkäse mit dem FSME-Virus infizieren und erkranken. Eine über diesen Infektionsweg erworbene Erkrankung unterscheidet sich nicht von der durch einen Zeckenstich verursachten.

Hierzulande, wo zudem die spezielle Aufbereitung bzw. Behandlung von Milch und Milchprodukten gesetzlich geregelt ist, sind solche Infektionsfälle jedoch nicht bekannt.

Der beste Schutz vor einer durch Zecken hervorgerufenen FSME-Infektion ist die Impfung. Allerdings herrscht derzeit ein Engpass bei der Impfstoffversorgung. Allgemeine Schutzmaßnahmen (zum Beispiel zeckenabwehrende Mittel (Repellents), geeignete Kleidung, Absuchen nach Aufenthalt im Freien) sind daher jetzt besonders zu empfehlen.

Weitere Informationen finden Sie im DGK-Web:
FSME - Krankheitsbild und Risikogebiete
Startet den Datei-DownloadFSME_und_Borreliose_2007.pdf

Quellen:
Ärzte Zeitung, 26.07.2007, Rohmilch kann zu Infektion mit FSME führen,
www.aerztezeitung.de/

Prof. Dr. Jochen Süss, Zecken - Was man über FSME und Borreliose wissen muss,
ISBN 978-3-7205-5006-2, April 2007,
FSME und Borreliose - Buchtipp

Robert Koch-Institut, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), RKI-Ratgeber: Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte, Aktualisierte Fassung vom Juni 2007,
www.rki.de/

Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 16 / 2005, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Zur FSME in Europa,
www.rki.de/

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