DGK e.V. -Die FSME-Risikogebiete weiten sich aus. Im Epidemiologischen Bulletin vom 13. April 2007 werden die Risikogebiete in Deutschland vom Robert Koch-Institut, Berlin, völlig neu bewertet.
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Die Zecke – das gefährlichste Tier in Hessen

(Marburg, 19.04.07) Die FSME-Risikogebiete weiten sich aus. Im Epidemiologischen Bulletin vom 13. April 2007 werden die Risikogebiete in Deutschland vom Robert Koch-Institut, Berlin, völlig neu bewertet. Insgesamt sind 129 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen: Fast gesamt Baden-Württemberg (39 von 43 Kreisen, 7 sind neu hinzugekommen), 74 Kreise in Bayern (19 neue Kreise), 8 in Hessen (3 neue Kreise ausgewiesen), 7 in Thüringen (4 neue Kreise) und unverändert 1 Kreis in Rheinland-Pfalz. Vereinzelte Erkrankungen wurden außerdem aus Brandenburg, Mecklenburg-Vor­pommern, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt gemeldet, lediglich in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen und im Saarland wurden bisher noch keine FSME-Erkrankungen erworben.

Das Robert Koch-Institut verzeichnete einen Anstieg der autochthonen, das heißt in Deutschland erworbenen, FSME-Erkrankungsfälle in Deutschland um 25,2 Prozent von 431 Fällen im Jahr 2005 auf 546 Fälle im vergangenen Jahr. Wie Dr. Ulrich Falk, Gesundheitsamt des Odenwaldkreises in Erbach, bei der Pressekonferenz des Deutschen Grünen Kreuzes am 19. April in Frankfurt berichtete, kam es in Hessen zu 48 Erkrankungen. Die meisten FSME-Fälle (14) wurden im Kreis Bergstraße beobachtet, gefolgt vom Kreis Darmstadt-Dieburg und dem Odenwaldkreis mit je 13 Fällen. 4 Fälle traten in Offenbach sowie je eine FSME-Erkrankung im Kreis Gießen, Groß-Gerau, Schwalm-Eder-Kreis sowie im Wetterau-Kreis auf. Als erfreulich bewertete Dr. Falk die Zunahme der Impfraten bei Schülerinnen und Schülern im Oden­waldkreis. Dennoch müssen vor dem Hintergrund steigender FSME-Erkrankungs­zahlen Anstrengungen unternommen werden, die FSME-Durchimpfungsrate aller Be­völkerungsgruppen von jung bis alt weiter zu verbessern. Hierbei muss bedacht werden, dass das Risiko für schwere Erkrankungsverläufe mit steigendem Lebensalter deutlich zunimmt.

Die Beschwerden, so Prof. Dr. Uta Meyding-Lamadé, Chefärztin der Neurologischen Klinik am Krankenhaus Nordwest Frankfurt, reichen bei der Frühsommer-Meningo­enzephalitis (FSME) von einem harmlosen Kopfschmerz („Schnupfen“ des Gehirns) bis hin zur lebensbedrohlichen Hirnentzündung bei Erwachsenen und Kindern mit Lähmungen, Bewegungsstörungen, Anfällen und auch Querschnittsyndromen.
Jede 20. bis 1.000. Zecke enthält das FSME-Virus – je nach Region. Nach dem Zeckenstich beträgt die Inkubationszeit 2 bis 28 Tage, wobei nur in 30 Prozent der Fälle klinische Symptome auftreten. Meist durchläuft die Erkrankung zwei Phasen, zunächst leidet der Patient an grippeähnlichen Beschwerden mit leichtem Fieber. Nach einer kurzen Erholungsphase kommt es dann erneut zu Fieber und neurologischen Ausfallserscheinungen.

Impfungen können die Erkrankung verhindern – oder aber der Verzicht auf Freizeit in der freien Natur! Die Zecken fallen nicht wie Sterne vom Himmel oder den Bäumen, sondern halten sich im Gebüsch, an Waldrändern und im Unterholz auf und sind anspruchslose Hungerkünstler, die bis zu fünf Jahre ohne Blutmahlzeit auskommen können. Insbesondere zurzeit, zu Beginn der Sommerferiensaison, sollte die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden, dass es Risiko- und Hochrisikogebiete in Deutschland und anderen Ländern gibt. Vor Urlaubs- und Freizeitaktivitäten im Freien und bei beruflicher Exposition in FSME- Risiko – und Hochrisikogebieten sollte (möglichst mindestens zwei Monate im Voraus) geimpft werden. Diese Empfehlung gilt gleichermaßen für Kinder und Erwachsene.

Borreliose ist bundesweit verbreitet, sie wird in durchschnittlich 15 Prozent aller Zecken gefunden. Gegen Borreliose gibt es aber noch keine Impfung. Wichtig ist, die Krankheit so früh wie möglich zu erkennen (z. B. aufgrund der typischen Wanderröte rund um die Stichstelle), denn je eher die Krankheit diagnostiziert wird, desto besser ist sie mit Antibiotika zu behandeln.

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