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(Marburg, im Juli 2009) In der ARD-Sendung von Report Mainz am 20.07.2009 wurden Neutralität und Unabhängigkeit der Arbeit des Deutschen Grünen Kreuzes (DGK) in Frage gestellt, da nach Auffassung der Autorin die Kampagnen des DGK „erstaunlich industrienah“ seien. Ehemalige Mitarbeiter werden anonym mit der Aussage zitiert, „die Kunden des DGK hätten auf sämtliche vom DGK veröffentlichten Informationen Einfluss“.
Diese Darstellung können wir nicht nachvollziehen. Seit 1948 informiert der Verein die Bevölkerung über sinnvolle Maßnahmen zur Früherkennung, Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten und setzt sich für die Stärkung des Präventionsgedankens sowie die Verbesserung der Situation der von Krankheit betroffenen Menschen ein. Diese laufende Arbeit wird aus eigenen Mitteln finanziert.
Richtig ist aber, dass das DGK auch größere Aufklärungsaktionen zu verschiedenen Themen durchführt und diese Kampagnen von der Industrie unterstützt werden. Aufklärungskampagnen sind bekanntlich teuer. Ohne die Unterstützung von außen wäre das DGK nicht in der Lage, diese für die Allgemeinheit wichtigen Informationen zu verbreiten. Daher wenden wir uns um Unterstützung an Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen und andere öffentliche und private Einrichtungen. Wie nicht anders zu erwarten, leisten vor allem Unternehmen Hilfestellung, die von unserer Arbeit auch profitieren können. So ist es verständlich, dass Unternehmen wie z. B. Impfstoffhersteller eine Kampagne des DGK, die der Bevölkerung die Notwendigkeit von Impfungen nahebringt, eher unterstützen werden als z. B. ein Autohersteller.
Dritte, die uns unterstützen, haben jedoch kein Recht, die Inhalte unserer Kampagne zu bestimmen oder zu beeinflussen. Dies wird vor Beginn einer Kooperation mit dem jeweiligen Kooperationspartner festgelegt. Unsere Unabhängigkeit kommt auch darin zum Ausdruck, dass wir selbstverständlich auch auf wissenschaftlich belegte Risiken hinweisen. Wir sind deshalb der Auffassung, dass wir die Aufgaben des Vereins unabhängig und neutral wahrnehmen. Dies gilt auch für die beiden Beispiele, die in der Sendung Report Mainz vorgestellt werden.
Im ersten Beispiel wird ein Konzept für eine Informationskampagne gezeigt, die die Agentur Medialog (eine Tochtergesellschaft des DGK) im Jahr 2004 für das DGK entwickelt hat. Ziel war es, durch Öffentlichkeitsarbeit zur Durchsetzung des flächendeckenden an EU-Leitlinien ausgerichteten Mammographie-Screening-Programms beizutragen. Für dieses Projekt hat das DGK Sponsorpartner gesucht und nicht, wie behauptet, angeboten, den Verkauf von Mammographiegeräten zu unterstützen.
Die Aktion wurde im wesentlich kleineren Umfang, ohne den ursprünglich angesprochenen Sponsor durchgeführt. Zusammen mit Brustzentren und Kliniken wurden Informationstage für Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren veranstaltet. Die Unterstützer der Aktion wurden auf allen Unterlagen genannt, die Inhalte der Presseinformationen waren neutral und basierten auf aktuellen Studien.
Als ein weiteres Beispiel der angeblich „verdeckten“ Arbeit des Deutschen Grünen Kreuzes werden die Aktivitäten zum Thema „Kaffee und Gesundheit“ angeführt. Inhaltlich basiert unsere Kampagne auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und nicht auf Werbebotschaften der Kaffeeindustrie. Kaffee ist tatsächlich eines der wissenschaftlich am besten untersuchten Lebensmittel. Während im angelsächsischen Sprachraum die Öffentlichkeit schon länger über die teilweise hochinteressanten Ergebnisse der Forschung an und über Kaffee informiert wird, existierte eine solche Informationsplattform, in der Ergebnisse unterschiedlicher wissenschaftlicher Arbeiten zusammengeführt und verständlich aufbereitet werden, in Deutschland bisher noch nicht.
Dem DGK wird vorgeworfen, dass es die Leser nur sehr versteckt darüber informiert habe, dass die Broschüre des DGK mit Unterstützung des Deutschen Kaffeeverbandes erstellt worden ist. Diese Aussage ist für uns unverständlich: Vollkommen offen und keineswegs verdeckt kommunizieren wir sowohl auf der Internetseite www.kaffee-wirkungen.de, von der die Broschüre heruntergeladen werden kann, bereits auf der Eingangsseite als auch gleich zu Beginn im Impressum unserer Informationsbroschüren, dass wir vom Deutschen Kaffeeverband unterstützt werden. Es muss also kein Leser „gezielt danach suchen“, wie die Autorin des Beitrags in der Report-Sendung meint.
Wir sind sicher, über gesundheitsrelevante Themen sachlich, unabhängig und neutral aufzuklären. Wir sehen uns in unserer Arbeit durch die überwiegend sehr positive Resonanz aus der Bevölkerung und die unzähligen Anfragen hilfesuchender Menschen, die das DGK täglich erreichen, bestätigt.

