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Gesamtschule in Freiburg wegen Masernepidemie geschlossen
(Marburg, 11.04.08) In Baden-Württemberg ist aufgrund der Masernepidemie erstmals eine Schule geschlossen worden, meldet heute die Nachrichtenagentur ddp. Am Donnerstag fiel in der Freiburger Staudinger-Gesamtschule mit mehr als 1200 Schülern der Unterricht komplett aus, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in München mitteilte.
Das sei nötig, um die Kontrolle der Impfpässe zu organisieren und damit eine weitere starke Ausbreitung der Masern zu verhindern. Ab Freitag dürften nur noch Schüler, die einen Impfschutz nachweisen können, am Unterricht teilnehmen.
Am Dienstag war gemeldet worden, dass eine Schülerin an Masern erkrankt ist. Da das Mädchen aber während der Inkubationszeit - also dem Zeitpunkt zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung - zur Schule ging, bestehe die Gefahr, dass ungeschützte Mitschüler angesteckt wurden.
Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes in Stuttgart seien seit Jahresbeginn fast 150 Menschen in Baden-Württemberg an Masern erkrankt. Vor allem in den Landkreisen Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und Ludwigsburg grassiere die hoch ansteckende Virusinfektion. Angesteckt haben sich vor allem ungeimpfte Kinder und Jugendliche. Die Behörden rechnen mit weiteren Erkrankungen.
Ungeschützte Schüler und auch Erwachsene sollten deshalb möglichst rasch die versäumten Impfungen nachholen. Typisch für Masern ist der Ausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreiten kann. Hinzu kommen meist tränende Augen. Gefürchtet sind die Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündungen, die mit den Masern auftreten können.
Schweizer Masernwelle in Baden-Württemberg angekommen
(Marburg 18.03.08). Nachdem Anfang März das Bundesamt für Gesundheit der Schweiz (BAG) „Masernalarm“ (zur Meldung vom 08.03.08) geschlagen hatte, droht nun auch in Baden-Württemberg eine Krankheitswelle: Wie das Landesgesundheitsamt in Stuttgart mitteilte, wurden seit Anfang des Jahres mehr als 60 Fälle gemeldet. Nach Informationen der Gesundheitsämter seien in allen betroffenen Orten auch Infektionen aus der Schweiz importiert worden. Dort wird derzeit der größte Masernausbruch seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 1999 registriert.
Der Großteil der in Deutschland betroffenen Patienten sind den Angaben zufolge ungeimpfte Schulkinder. Wegen der örtlich zu niedrigen Durchimpfungsraten müsse mit weiteren Erkrankungsfällen gerechnet werden, zitierte der Verband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) einen Mitarbeiter des Landesgesundheitsamtes. BVKJ-Landesvorsitzende Klaus Rodens betonte, einziger Schutz vor einer Ansteckung biete die Impfung. Sei die Krankheit, die in Einzelfällen auch tödlich enden kann, erst einmal ausgebrochen, gebe es keine Therapie.
Ein vollständiger Schutz gegen die mit schweren Komplikationen wie Lungen- oder Hirnentzündung einhergehende Virusinfektion ist nur durch die zweimalige Schutzimpfung gegeben. Die sollte möglichst früh, also bis zum Ende des zweiten Lebensjahres verabreicht werden. Eine Nachholung ist jederzeit möglich.
Weiterführende Informationen zu Masern

