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Sie sind hier: Home / Meldungen / Rückfall in die Depression verhindern
Rückfall in die Depression verhindern
Kursteilnehmer lernen ihren Körper wahrzunehmen. Foto: mbsr-mbct-Verband.de

Achtsamkeitstraining wurde in die medizinischen Leitlinien aufgenommen

Depressionen gehen mit einem hohen Rückfallrisiko von bis zu 80 Prozent einher. Um Rückfälle zu vermeiden, werden häufig Psychopharmaka eingesetzt. Viele Menschen jedoch wollen aus verschiedenen Gründen nach dem Abklingen der Beschwerden keine Pillen mehr nehmen – sie vertragen sie nicht oder fürchten eine Abhängigkeit.

Nun wird von einem Fachgremium neben anderen Therapien eine weitere Option empfohlen: regelmäßige Achtsamkeitsübungen. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat für Patienten, die eine akute Depression durchlitten haben, die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (Mindfulness-Based-Cognitive-Therapy, MBCT) als eine Rückfallprophy­laxe in die medizinischen Leitlinien zur Behandlung aufgenommen. Ganz allgemein sollen Medizinische Leitlinien Ärzten bei der Behandlung eine strukturelle Entscheidungshilfe bieten: Sie geben auf Basis klinischer Studien Empfehlungen, welche Mittel und Verfahren sinnvoll sind.

Achtsamkeitstraining hilft
Bereits im Jahr 2011 erschien eine dänische Studie, die die bisherigen Ergebnisse zu dem Thema analysierte. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass MBTC eine effektive Methode ist, um bei Patienten mit wiederkehrenden depressiven Episoden einen Rückfall zu verhindern.

Genauso effektiv wie Pillen
2015 fanden britische Forscher heraus, dass die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie einen Rückfall sogar ebenso gut verhindern kann wie Antidepressiva. Damit wäre sie eine Option für all jene, die gegen die Rückfallgefahr nicht jahrelang Tabletten nehmen möchten.
„Diese Studie ist von sehr hoher wissenschaftlicher Qualität, sie untersucht die Wirkung von MBCT an einer großen Stichprobe,“ sagt Prof. Johannes Michalak, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Witten/ Herdecke mit Forschungsschwerpunkten in den Bereichen achtsamkeits­basierter Psychotherapie und Embodiment bei psychischen Störungen.

Aus der Abwärtsspirale aussteigen
Da sich bei depressiven Menschen die Gedanken verselbstständigen und wie von einem "Autopiloten" auf Einbahnstraßen gelenkt werden, lernt man im Achtsamkeitsprogramm, aus diesen Gedankenschleifen auszusteigen und sich ins Hier-und-Jetzt zurückzuholen.

„Menschen, die schon einmal eine depressive Episode gehabt haben, verfangen sich häufig – auch schon bei moderat negativen Stimmungen, die ja zum Leben dazu gehören – in negativen Grübelschleifen“, erklärt Michalak. Sie denken dann z. B. „Warum ich schon wieder?“, „Andere kommen viel besser mit solchen Schwierigkeiten zurecht“. Betroffene würden dann nur noch in ihrem Kopf leben, in der Vergangenheit oder der Zukunft. Sie hätten den Kontakt zum Hier-und-Jetzt, dem einzigen Moment, der wirklich real ist, verloren. Und damit auch den Schlüssel zum Empfinden von Glück. „Die Übung von Achtsamkeit kann Menschen mit Depressionen dabei helfen zu erkennen, wenn sie ins Grübeln abkippen, und sie dabei unterstützen, wieder ins Hier-und-Jetzt zurückzukommen“, so der Psychologe.

Ohne Kurs und Übung geht es nicht
Interessierte brauchen anfangs Anleitung durch erfahrene, speziell ausgebildete Fachkräfte. Deutschlandweit werden achtwöchige MBCT-Kurse angeboten, in denen die Übungen erlernt werden können. Doch trainieren muss schließlich jeder zu Hause selbst. Dafür müssen die Patienten eine Ausdauer aufbringen, die sie sich vielleicht nicht zutrauen. Das sollte allerdings kein Hinderungsgrund sein: „Die Therapeuten unterstützen im Kurs die Patienten darin, Ausdauer zu entwickeln,“ ermutigt Michalak.

Der MBSR-MBCT Verband ist der Zusammenschluss der Achtsamkeitslehrerinnen und -lehrer in Deutschland. Auf seiner Homepage www.mbsr-verband.de finden Interessierte qualifizierte Lehrende sowie Kurse.

 
Ärzte sollten auf die Möglichkeit hinweisen
„Durch die Forschungsergebnisse und die Überarbeitung der Leitlinie ist noch einmal deutlich geworden, dass MBCT bei Depressionen und insbesondere als Rückfallprophylaxe helfen kann“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des Achtsamkeitsverbandes MBSR-MBCT, Petra Meibert. „Wir wünschen uns, dass die behandelnden Ärzte ihre Patienten häufiger als bisher auf MBCT-Kurse aufmerksam machen.“

 Meditation hilft gegen Schlafstörungen
Viele Patienten mit Schlafstörungen erhalten lediglich Medikamente, die, wenn überhaupt, nur kurzfristig Erleichterung verschaffen können. In einer Studie fanden Forscher einen erstaunlich hohen Effekt der Achtsamkeitsmeditation auf die Schlafqualität. Mehr


 Quellen:

  1. MBSR-MBCT Verband, Pressemitteilung vom 11.4.2016: Medizinische Leitlinien empfehlen Achtsamkeitstraining; www.mbsr-verband.de/presse/pressemitteilungen.html  
  2. www.leitlinien.de/nvl/depression
  3. Willem Kuyken: Effectiveness and cost-effectiveness of mindfulness-based cognitive therapy compared with maintenance antidepressant treatment in the prevention of depressive relapse or recurrence (PREVENT): a randomised controlled trial; The Lancet, Volume 386, No. 9988, p63–73, 4 July 2015, online publiziert am 20.4.2015; der vollständige Artikel ist einsehbar unter doi: 10.1016/S0140-6736(14)62222-4
  4. MBSR-MBCT Verband, Pressemitteilung vom 21.1.2016: Achtsamkeitstraining hilft bei Burnout und Depression
  5. Piet J., Hougaard E.: The effect of mindfulness-based cognitive therapy for prevention of relapse in recurrent major depressive disorder: a systematic review and meta-analysis. Clin Psychol Rev. 2011 Aug;31(6):1032-40. doi: 10.1016/j.cpr.2011.05.002. Epub 2011 May 15.

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