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Pollen von Haseln und Erlen plagen Allergiker

Der Trend der vergangenen 20 Jahre setzte sich auch dieses Jahr fort: Die Haselblüte begann bereits im Januar. Zwar meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für weite Teile Deutschlands nur noch eine geringe Belastungsintensität durch Haselpollen, doch diese reicht aus, um bei entsprechend sensibilisierten Allergikern starke Symptome hervorzurufen. Hinzugekommen sind außerdem seit dem Wochenende Erlenpollen. Laut DWD erreicht die Belastun vor allem Südwesten der Republik eine hohe Intensität.

Etwa 18 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Pollenallergie. Juckende, tränende Augen, laufende Nase und verengte Bronchien sind nur einige der möglichen Symptome. Haselallergiker reagieren oft auch auf andere Frühblüher, allen voran auf Birken- und Erlenpollen. Und nicht nur das: Bei einer Allergie gegen Frühblüher treten besonders häufig sogenannte „pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien“ auf. Oft sind darunter allergische Reaktionen auf Äpfel. Weitere Kreuzallergien treten bei dem Verzehr von Birnen, Kiwi, Sellerie, rohen Karotten, Nüssen (vor allem Haselnüssen) und teilweise bei rohen Tomaten auf. So kann ein Haselpollenallergiker, der im Herbst, wenn keine Haselpollen fliegen, problemlos Nüsse oder Äpfel verträgt, zu Zeiten des Haselpollenfluges eine allergische Reaktion darauf bekommen.

Die zu den Birkengewächsen gehörenden Haseln haben ihre Hauptblütezeit im Februar und März, noch bevor die Blätter austreiben. Die Hauptblütezeit scheint sich aber in milden Wintern in Richtung Januar zu verschieben. Für Allergiker bedeutend sind die männlichen Blütenstände, auch als „Kätzchen“ bezeichnet. Ein einziges Kätzchen enthält etwa zwei Millionen der nur 0,03 mm großen Pollenkörner. Die weiblichen Blüten sind kleine unscheinbare Knospen mit rotvioletten "Härchen" an der Spitze. Aus ihnen gehen im Spätsommer die Nüsse hervor, die nicht nur bei Menschen, sondern auch bei vielen Tieren, wie beispielsweise Vögeln, Haselmäusen, Eichhörnchen und Insekten beliebt sind. Ebenfalls zu den Birkengewächsen zählt die Erle. Sie bildet, wie die Hasel, Kätzchen aus.

Für hochsensibilisierte Allergiker kann es hilfreich sein, sich über den tagesaktuellen Stand des Pollenflugs zu informieren. Der Deutsche Wetterdienst bietet diese Informationen auch gezielt für einzelne Regionen an. Die in der Pollenflugsaison täglich aktualisierten Informationen können im Internet kostenlos abonniert werden unter www.dwd.de/newsletter.

Gegen die Symptome helfen Antihistaminika. Diese sollten, wie Professor Karl-Christian Bergmann vom Allergie-Centrum-Charité / Berlin in einem Interview mit der Ärztezeitung erklärte, nicht nur bei Bedarf eingenommen werden, sondern durchgehend während der gesamten Pollensaison.*  Denn Antihistaminika haben auch einen gewissen antientzündlichen Effekt, welcher nur bei kontinuierlicher Anwendung stärker zum Tragen kommt. Viele Patienten machen den Fehler, dass sie die Tabletten lediglich an den Tagen einnehmen, an denen sie Beschwerden haben. Langfristig kann in vielen Fällen eine Spezifische Immuntherapie helfen.

Interview in der Ärzte Zeitung vom 06.04.2011: „Bei Pollenallergie: Nasale Kortisonsprays helfen fast jedem“

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