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Nachholimpfung mit Meningokokken-C-Impfstoff
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Wann sollen Kinder und Jugendliche konjugierten Meningokokken-Impfstoff
der Serogruppe C erhalten?

Antworten von Professor Dr. med. Sieghart Dittmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK), ehemaliger Stellvertretender Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, vormals Chef der Abteilung Infektionskrankheiten und Impfungen im WHO-Regionalbüro Europa, Berlin. Professor Dittmann klärt die Verwirrung, die bei Patienten und Ärzten durch eine Formulierung in der neuen Schutzimpfungsrichtlinie entstanden ist.

(Marburg, 31.01.2008) Meningokokken verursachen lebensbedrohende Blutvergiftungen (Sepsis) und Hirnhautentzündungen (Meningitis), insbesondere bei jungen Kindern und Jugendlichen. In Deutschland zirkulieren fast ausschließlich Meningokokken der Serogruppen B und C. Während sich ein Impfstoff gegen Meningokokken-B-Erkrankungen noch in der Entwicklung befindet, steht seit einigen Jahren ein konjugierter Meningokokken-Impfstoff der Serogruppe C zur Verfügung, der ab dem frühen Kindesalter hoch wirksam und gut verträglich ist.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert  Koch-Institut hat 2006 die Aufnahme der Impfung mit konjugiertem Meningokokken-C-Impfstoff in den Impfkalender empfohlen. Die Impfung soll so frühzeitig wie möglich am Beginn des 2. Lebensjahrs durchgeführt werden.

Wie bei allen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Impfkalender empfohlenen Impfungen sollen versäumte Impfungen noch vor dem Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung oder die Aufnahme in die Schule, spätestens aber bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt werden.

In allen Bundesländern wurden die Kosten für die Impfung im 2. Lebensjahr von allen Kassen übernommen, in der Mehrzahl der Bundesländer galt dies auch für die Impfung bis zum Jugendlichenalter.

Während bisher Art und Umfang  der Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen für Schutzimpfungen Satzungsleistungen der einzelnen Kassen war, trat  im vergangenen Jahr eine Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) über Schutzimpfungen (Schutzimpfungs-Richtlinie) in Kraft, die Einzelheiten des Leistungsanspruchs gesetzlich Versicherter für Schutzimpfungen auf der Grundlage der jeweils aktuellen STIKO-Empfehlungen verbindlich regelt. Im Wesentlichen wurden die STIKO-Empfehlungen bis zum Jahr 2006 (einschließlich der STIKO-Empfehlung 2007 zur HPV-Impfung) übernommen, von einzelnen Empfehlungen wurde im Detail mit Begründung abgewichen.

Im §11 Absatz 2 der Schutzimpfungsrichtlinie wird in Analogie zur STIKO-Empfehlung darauf hingewiesen, dass der Leistungsanspruch auch die Nachholung von Impfungen und die Vervollständigung des Impfschutzes, bei Jugendlichen spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, umfasst. Damit sind auch hinsichtlich der Kostenregelungen alle Voraussetzungen für eine effektive Prophylaxe von Meningokokken-C-Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter erfüllt.

Unklarheiten bei Versicherten und Ärzten ruft eine Anmerkung zur Meningokokken-C-Impfung in der Schutzimpfungsrichtlinie des G-BA hervor, in der es heißt: „Nachholimpfungen aller Jahrgänge bis zum vollendeten 18. Lebensjahr im Sinne einer Catch-up-Strategie wird von der STIKO nicht empfohlen.“

Zum Verständnis dieser Anmerkung müssen die Begriffe „Nachholimpfungen“ und „Catch-up-Strategie“ definiert werden: Unter einer Nachholimpfung ist eine Impfung zu verstehen, die zum im Impfkalender empfohlenen Zeitpunkt nicht verabreicht wurde und deshalb bei späterer Arztvorstellung und Kontrolle des Impfausweises vor der Aufnahme in eine Kindereinrichtung oder Schule oder spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt wird. Es handelt sich bei Nachholimpfungen um eine seit Jahren geübte und notwendige Routinemaßnahme.

Etwas grundsätzlich anderes stellt die Catch-up-Strategie dar, ursprünglich eingeführt im Rahmen der WHO-Programme zur Ausrottung der Poliomyelitis oder der Masern in Ländern mit unterentwickelter Infrastruktur. In zeitlich begrenzten Kampagnen werden Massenimpfungen aller Vorschulkinder, teilweise durch von Haus zu Haus operierende Impfteams, durchgeführt. Einige westeuropäische Länder (u. a. England, Niederlande) haben ähnliche kampagnenartige Strategien erfolgreich bei der Einführung der Meningokokken-C-Impfung angewendet. Große Teile der Kinder und Jugendlichen Amsterdams wurden beispielsweise zu Impfkampagnen ins Ajax-Fußballstadion eingeladen.

Die STIKO hat  für Deutschland nicht nur aus Gründen einer  für solche Maßnahmen vollständig fehlenden Logistik analoge Catch-up-Strategien nicht in Erwägung gezogen, sehr wohl aber für Nachholimpfungen als erprobte und bewährte Routinemaßnahme plädiert.

Zusammengefasst: Kinder sollten so frühzeitig wie möglich am Beginn des 2. Lebensjahrs konjugierten Meningokokken-C-Impfstoff, erhalten, Nachholimpfungen sollten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr durchgeführt werden.

Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte den Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK) unter www.agmk.de.

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