DGK e.V. -Noch ist das Jahr nicht zur Hälfte rum, da ist schon klar, dass Deutschland auch in diesem Jahr nicht die Zielvorgaben der WHO erreicht.
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Masern, Impfung gegen Masern, Ausrottung der Masern, Masernerkrankungen Deutschland, Impflücken, Krankheitsbild Masern, Masernimpfung Erwachsene
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Masern: Ziel schon jetzt verfehlt
"Ortsschild" Masern
Quelle: Ghostpixel - Fotolia.com

(Marburg, 9. Mai 2014) Eigentlich sollten die Masern in Europa nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation ( WHO) schon im Jahr 2010 ausgerottet sein. Doch das hat nicht geklappt, selbst Länder mit vergleichsweise guten Gesundheitssystemen hatten dieses Ziel verfehlt. Deshalb korrigierte die WHO ihren Kurs und definierte das Jahr 2015 als neues Ziel zur Ausrottung der Masern.

Um das Ziel zu erreichen, darf in den drei vorangegangenen Jahren jeweils nur ein Fall pro eine Million Einwohner aufgetreten sein. Für Deutschland bedeutet dies, dass maximal 80 Masernfälle pro Jahr auftreten dürften. Doch diese Höchstmarke wurde hierzulande in der Vergangenheit immer überschritten.

So auch in diesem Jahr: Die Hälfte des Jahres 2014 ist noch nicht um, da gibt es schon 104 Meldungen an das Robert Koch-Institut (RKI), davon 56 allein aus Bayern (Stand: Mitte April). Den für die Ausrottung der Masern erforderlichen Nachweis einer niedrigen Erkrankungsrate hat Deutschland somit für dieses Jahr bereits jetzt verfehlt.

Große Lücken beim Impfstatus
Verwunderlich ist das nicht. Bei den meisten empfohlenen Impfungen in Deutschland bestehen - gerade bei Erwachsenen - erhebliche Impflücken. Das hat die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) des RKI ergeben.

So waren in der Gruppe der 30 bis 39-Jährigen nur 47 Prozent mindestens einmal gegen Masern geimpft und fast jede zweite Frau dieser Altersgruppe verfügte über keinen Impfschutz gegen Röteln. Strukturelle Probleme wie beispielsweise mangelnde Möglichkeiten zur Kühlung des Impfstoffes oder fehlendes Personal spielen hierzulande bestimmt keine Rolle.

Die Ursache ist eher in einer gewissen „Impfskepsis“ zu suchen, zumindest bei Eltern kleinerer Kinder. Sie kennen bedrohliche Erkrankungen nur noch aus Erzählungen, wodurch der Respekt vor diesen Erkrankungen gesunken ist. Hinzu kommt eine übersteigerte Angst vor Nebenwirkungen. Die möglichen Gefahren der Impfung werden deutlich über-, die Krankheit unterschätzt. So manche Eltern lassen ihre Kinder daher nicht, nur teilweise oder verzögert impfen.

Bei Erwachsenen mit Impflücken spielt eher etwas anderes eine Rolle: Laut Robert Koch-Institut werden die Auffrischimpfungen oft schlichtweg vergessen.

Quellen:
(1) Masern-Ziel erneut verfehlt; Ärzte Zeitung, online vom 06.05.2014
(2) Große Lücken beim Impfstatus; Ärzte Zeitung,vom  07.05.2014
(3) DEGS1: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (Daten von 2008 bis 2011) vom Robert Koch-Institut
http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/Degs/degs_w1/degs_w1_node.html
(4) Z. B. „Wie ist der Impfgedanke in der Bevölkerung verbreitet? Vortrag von Dr. Sabine Reiter, Mitarbeiterin des Fachgebietes Impfprävention des Robert Koch- Instituts
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Video/Impfen_04_Impfgedankepositiv.html


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