DGK e.V. -
Gesundheitsinformationen zu:
skip_nav

Suche

 

Hauptnavigation


Auszeichnungen / Qualitätssiegel





bookmark in your browserbookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com


Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

Weitere Links finden Sie hier

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Meldungen / HPV-Impfung: kein erhöhtes Risiko für MS
HPV-Impfung: kein erhöhtes Risiko für MS
Foto: Andriy Petrenko-Fotolia

Nach jahrelangen Bedenken von jungen Frauen, Mädchen und ihren Eltern geben gleich zwei große Studien Grund zur Entwarnung. Impfungen zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs erhöhen nicht das Risiko für Multiple Sklerose (MS) oder ähnliche Nervenkrankheiten.

„Wir Neurologen können Mädchen und jungen Frauen eine Impfung gegen das menschliche Papilloma-Virus HPV guten Gewissens empfehlen, denn der Schutz vor Gebärmutterhalskrebs wird nicht durch Erkrankungsrisiken des Nervensystems erkauft“, erklärt Professor Heinz Wiendl von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Bis zu 45 Prozent der Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren nehmen die von den Krankenkassen bezahlte Impfung in Anspruch.*

MS ist eine chronische Autoimmunkrankheit, bei der die Hüllen der Nervenzellen angegriffen werden. Schon bald, nachdem im Jahr 2006 der Impfstoff gegen HPV zugelassen worden war, gab es mehrere Fallberichte über MS-Erkrankungen in kurzem zeitlichem Abstand. „Ob es sich dabei schlicht um Zufälle handelte, war damals unklar. Zahlreiche Medienberichte führten aber zur Verunsicherung: Neu erkrankte MS-Patienten vermuteten einen Zusammenhang mit ihrer Impfung, und viele junge Frauen oder deren Eltern fragen seitdem nach der Sicherheit der Impfung“, beschreibt Heinz Wiendl die Erfahrungen auch aus seiner Klinik. Das sei ein Dauerbrenner, so der Mediziner.

Studie mit fast 4 Millionen Frauen

Um die umstrittene Auslösertheorie zu untersuchen, werteten dänische Forscher die Krankheitsdaten von fast 4 Millionen Däninnen und Schwedinnen im Alter zwischen 10 und 44 Jahren für die Jahre 2006 bis 2013 aus. 800.000 dieser Frauen hatten in diesem Zeitraum einen weit verbreiteten HPV-Impfstoff bekommen, sodass die Forscher die Häufigkeit von MS vor und nach der Impfung vergleichen konnten. Unter insgesamt 7622 Neuerkrankungen waren lediglich 163 in den ersten zwei Jahren nach einer HPV-Impfung aufgetreten. Vor der Impfung gab es durchschnittlich 22 MS-Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre – nach der Impfung lag dieser Wert wesentlich niedriger, nämlich bei 6 MS-Erkrankungen pro 100.000 Personenjahre. Die Wissenschaftler haben auch andere, der MS ähnliche Leiden untersucht, die ebenfalls die Hüllen von Nervenzellen angreifen. Hier ergab sich das gleiche Bild, denn diese „demyelinisierenden“ Krankheiten wurden vor der Impfung jeweils 16-mal pro 100.000 Personenjahre beobachtet, gegenüber 8-mal nach der Impfung.

Impfung hat günstiges Sicherheitsprofil

Diese Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass der Impfstoff vor MS schützen würde. Das Ungleichgewicht kommt vielmehr dadurch zustande, dass MS und ähnliche Krankheiten sich bei Frauen meist erst im zweiten Lebensjahrzehnt entwickeln, während das Impfalter in der Regel zwischen 10 und 15 Jahren liegt. In einer Korrekturrechnung haben die Forscher ihre Zahlen deshalb entsprechend der natürlichen Altersverteilung von MS angepasst. Die Wahrscheinlichkeit, nach einer HPV-Impfung an MS zu erkranken, erwies sich dann als genau so groß wie ohne Impfung. Die Daten sprächen wie andere zuvor für ein „günstiges Sicherheitsprofil“ im Hinblick auf das MS-Risiko des Impfstoffes, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA. Durch die Größe der Studie sei das Ergebnis wahrscheinlich auch auf die Situation in ähnlichen Ländern übertragbar.

Andere Methode – gleiches Ergebnis

Zum im Wesentlichen gleichen Ergebnis kommt auch eine Studie, die in Südkalifornien mit einer anderen Methode nach einem möglichen Zusammenhang von MS mit verschiedenen Impfungen gesucht hat. „Annette Langer-Gould, die Leiterin dieser Studie, ist eine sehr gute Epidemiologin und diese Untersuchung ist sehr wichtig“, urteilt Professor Ralf Gold, einer der renommiertesten MS-Forscher in Deutschland, Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Bochum und Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Mit ihren Kollegen hat Langer-Gould sämtliche Krankenakten eines großen kalifornischen Versicherungsunternehmens für die Jahre 2008 bis 2011 nach neurologischen Auffälligkeiten durch einen MS-Spezialisten untersuchen lassen und mit den Daten von Impfungen vor allem gegen HPV und Hepatitis B verglichen. Den 780 Fällen mit MS oder anderen demyelinisierenden Krankheiten stellten die Forscher dann eine fünffache Zahl von Kontrollen gegenüber.

„Auch dieser Vergleich fand keinen Zusammenhang zwischen einer Impfung gegen HPV oder Impfungen allgemein mit dem Risiko, binnen drei Jahren danach eine demyelinisierende Krankheit zu erleiden“, stellt Professor Bernhard Hemmer, Direktor der Neurologischen Klinik der Technischen Universität München, fest. „In der Gesamtbilanz senken die Impfungen gegen HPV das Risiko einer Krebserkrankung, und diese Studien sprechen klar gegen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer MS und ähnlicher Leiden“, betont Hemmer.

* Mädchen sollen jetzt doch schon früher geimpft werden. Die STIKO empfiehlt die Impfung nun für 9- bis 14-Jährige, für die ein 2-Dosen-Schema ausreichend ist. Eine Nachholimpfung für Mädchen bis 17 Jahre soll selbstverständlich weiterhin erfolgen, dann sind allerdings 3 Impfungen notwendig.


HPV-Impfungen: Vorreiter Australien
Bis heute sind weltweit etwa 200 Millionen Mädchen gegen humane Papillomviren geimpft worden. Hierzulande stehen viele Bürger der Impfung immer noch skeptisch gegenüber, die Impfrate ist in Deutschland sehr niedrig. Ganz anders sieht das in „Down-under“ aus. Mehr…

 

Junge Mädchen: nur zwei Impfdosen notwendig
Bis vor kurzem ging man davon aus, dass unabhängig vom Alter des Impflings drei Impfstoff-Dosen notwendig wären, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Das hat sich nun geändert. Mehr…

 

Quellen:
(1) HPV-Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs: kein erhöhtes Risiko für Multiple Sklerose; Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie vom 27.01.2015
(2) Scheller, N. M. et al.
(2015). Quadrivalent HPV Vaccination and Risk of Multiple Sclerosis and Other Demyelinating Diseases of the Central Nervous System. JAMA, 313(1), 54. doi:10.1001/jama.2014.16946
(3) Langer-Gould, A. et al.
(2014). Vaccines and the Risk of Multiple Sclerosis and Other Central Nervous System Demyelinating Diseases. JAMA Neurology, 71(12), 1506. doi:10.1001/jamaneurol.2014.2633
(4) Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft: „UAW-News International“ - Demyelinisierende Erkrankungen des ZNS nach Impfung mit Gardasil®; Dtsch Arztebl 2009; 106(28-29): A-1475 / B-1259 / C-1227
www.aerzteblatt.de/archiv/65401/Arzneimittelkommission-der-deutschen-Aerzteschaft-UAW-News-International-Demyelinisierende-Erkrankungen-des-ZNS-nach-Impfung-mit-Gardasil

Weitere Meldungen


 

Fusszeile / Impressum