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Herzkranke sollten bei Kälte große Anstrengung meiden

Quelle: Zest - Marina / Fotolia(Marburg, 30. Januar 2012) Während viele schon dem nahenden Frühling entgegen fiebern, hat sich der Winter noch mal zurückgemeldet. Herzkranke sollten wissen: Bei Kälte ziehen sich die Arterien zusammen und damit steigt der Blutdruck. Im Winter ist er dadurch deutlich höher als im Sommer. Die durch die Kälte entstehende Verengung der Arterien belastet das Herz, denn es muss gegen einen größeren Widerstand anpumpen.

Die Folge: Mit dem kalten Wetter steigt auch das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Tatsächlich sind Herz-Kreislauf-bedingte Todesfälle laut Deutscher Hochdruckliga e.V. im Winter etwa 20- bis 50-mal häufiger als in der warmen Jahreszeit.

Das bedeutet nun keinesfalls, dass sich Herzkranke im Winter nicht draußen bewegen sollten. Ganz im Gegenteil: Bewegung ist Therapie, und zwar zu jeder Jahreszeit. Nur sollten Spitzenbelastungen vermieden und ein paar Regeln beachtet werden. So sollten Koronarkranke morgens – das heißt zu einer Zeit, in der der Körper schon durch die Nacht-Tag-Umstellung belastet ist – nicht zum Brötchenholen oder zum Zeitungskaufen gehen, ohne vorher ihre Medikamente eingenommen zu haben. Patienten, die zu Angina pectoris neigen, sollten, bevor sie losgehen, zwei Hub Nitrospray nehmen, dann sind sie auf der sicheren Seite. Herzkranke sollten sich bei Kälte draußen nicht zu sehr anstrengen und beispielsweise keine schweren Einkaufstaschen tragen, vor allem dann nicht, wenn die Temperatur als eisig empfunden wird. Mögliche Alternativen für das tägliche Fitnesstraining sind der Sport in der Halle, das Strampeln auf dem Hometrainer oder das Walken in Einkaufszentren mit langen Passagen.

Regelmäßige Blutdruckmessungen und ein gut eingestellter Blutdruck (unter 140/90 mm Hg) sind im Winter besonders wichtig, berichtet Joachim Leiblein von der Deutschen Hochdruckliga in einem Interview mit der Deutschen Herzstiftung.

Schneeschippen sollten Koronarkranke ganz bleiben lassen. Denn die Kälte ist für Herzpatienten schon Belastung genug. Mit dem Schneeberg vor Augen nehmen sie die zusätzliche Anstrengung des Schaufelns vielleicht gar nicht richtig wahr. Wer seinen herzkranken Opa beim Schippen sieht, sollte ihm also zur Hand gehen: „Lass mal Opa – ich mach’ das schon“.

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