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Herzkranke: Schneeschippen kann riskant sein
Quelle: Zest Marina - Fotolia.com

Bewegung ist für Herzpatienten Therapie. Doch bei der jetzt herrschenden Kälte sollten Spitzenbelastungen vermieden und ein paar Regeln beachtet werden.

(Marburg, 21. Januar 2013) Der Winter hat sich in Deutschland zurückgemeldet und das ganze Land mit einer Schneedecke überzogen. Die tiefen Temperaturen werden voraussichtlich erstmal andauern. Herzkranke sollten nun beachten, dass mit der Kälte das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt. Denn bei Kälte ziehen sich die Arterien zusammen, wodurch der Blutdruck steigt. Durch die verengten Gefäße muss das Herz gegen einen höheren Widerstand anpumpen und wird dadurch zusätzlich belastet. Als Folge sind Herz-Kreislauf-bedingte Todesfälle laut Deutscher Hochdruckliga e.V. im Winter etwa 20- bis 50-mal häufiger als in der warmen Jahreszeit.

So können Herzpatienten vorbeugen
Das bedeutet nun keinesfalls, dass sich Herzkranke im Winter nicht draußen bewegen sollten. Ganz im Gegenteil: Bewegung ist Therapie, und zwar zu jeder Jahreszeit! Nur sollten Spitzenbelastungen vermieden und ein paar Regeln beachtet werden. So sollten Koronarkranke morgens – das heißt zu einer Zeit, in der der Körper schon durch die Nacht-Tag-Umstellung belastet ist – nicht zum Brötchenholen oder zum Zeitungskaufen gehen, ohne vorher ihre Medikamente eingenommen zu haben. Patienten, die zu Angina pectoris neigen, sollten, bevor sie losgehen, zwei Hub Nitrospray nehmen, dann sind sie auf der sicheren Seite. Herzkranke sollten sich bei Kälte draußen nicht zu sehr anstrengen, vor allem dann nicht, wenn die Temperatur als eisig empfunden wird. Mögliche Alternativen für das tägliche Fitnesstraining sind Sport in der Halle, das Strampeln auf dem Hometrainer oder das Walken in Einkaufszentren mit langen Passagen.
Regelmäßige Blutdruckmessungen und ein gut eingestellter Blutdruck (unter 140/90 mm Hg) sind im Winter besonders wichtig, berichtet Joachim Leiblein von der Deutschen Hochdruckliga in einem Interview mit der Deutschen Herzstiftung.

Nachbarschaftshilfe für Herzkranke
Anstrengendes Schneeschippen sollten Koronarkranke ganz bleiben lassen. Denn die Kälte ist für Herzpatienten schon Belastung genug. Mit dem Schneeberg vor Augen nimmt mancher die zusätzliche Anstrengung des Schaufelns möglicherweise nicht  wahr. Ein erhöhtes Risiko für Koronarpatienten durch Schneeschippen hat jüngst eine kanadische Studie belegt. Wer seinen herzkranken Nachbarn beim Schippen sieht, sollte ihm also zur Hand gehen: „Lassen Sie mal – ich mach’ das schon“.

Viele weitere nützliche Tipps und Hintergrundinformationen zur Herzgesundheit finden Sie in unserem Web unter:

Gesundheitsthemen\Herz, Kreislauf, Venen

Gesundheitsthemen\Fitness & Sport

 
Quellen:

(1) Nichols, R. B. et al., Snow-shoveling and the risk of acute coronary syndromes, Clin Res Cardiol (2012) 101:11-15

(2) Opens external link in new windowDeutsche Hochdruckliga e. V. : Aufgepasst: Winterzeit – Bluthochdruckzeit!; Pressemitteilung vom 13.10.2011

(3) Deutsche Herzstiftung: Wie komme ich gut durch den Winter? Ein Interview mit dem Arzt          Dr. Frank Sonntag: Opens external link in new windowhttp://www.herzstiftung.de/pdf/zeitschriften/4_01_winter.pdf

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