DGK e.V. -
Gesundheitsinformationen zu:
skip_nav

Suche

 

Hauptnavigation


Auszeichnungen / Qualitätssiegel





bookmark in your browserbookmark at mister wongpublish in twitterbookmark at del.icio.usbookmark at digg.combookmark at furl.netbookmark at linksilo.debookmark at reddit.combookmark at spurl.netbookmark at technorati.combookmark at google.combookmark at yahoo.combookmark at facebook.combookmark at stumbleupon.combookmark at propeller.combookmark at newsvine.combookmark at jumptags.com


Service-Content

Anzeige

Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

 

 


Textanfang / Content

Sie sind hier: Home / Meldungen / Harnwegsinfektionen
Harnwegsinfektionen
Blasenfreundliches Verhalten: Warme Füße und viel trinken gehören dazu. Foto: DGK

Alternativen zu Antibiotika werden wegen zunehmender Resistenzen wichtiger

(dgk) Beim Wasserlassen brennt es wie Feuer, der Bauch schmerzt krampfartig, ständig hat man das Gefühl, auf die Toilette zu müssen, und manchmal ist sogar Blut im Urin: Die Zystitis, wie Mediziner Blasenentzündungen nennen, ist die häufigste bakterielle Infektion bei Frauen. Frauen sind im Vergleich zu Männern öfter betroffen, weil ihre Harnröhre kürzer ist. Dadurch können Bakterien, die meist aus dem Analbereich stammen, schneller in die Blase vordringen.

Laut Experten leidet jede zweite Frau mindestens einmal im Leben an einer Zystitis. 25 Prozent der betroffenen Frauen erkranken wiederholt daran. Mediziner sprechen von „rezidivierenden“, also wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, wenn es mindestens dreimal im Jahr oder zweimal pro Halbjahr zu einer Zystitis kommt. Diese wiederkehrenden Infekte können eine starke Belastung für betroffene Frauen sein. Trotz langwieriger Therapie kann der erwünschte Erfolg ausbleiben: die Infekte kommen immer wieder.

In solchen Fällen lohnt es sich, einen genauen Blick auf den Auslöser zu werfen: Für sporadisch auftretende Harnwegsinfekte werden in über 80 Prozent der Fälle Darmkeime (z. B. Escherichia coli) verantwortlich gemacht. Bei den wiederkehrenden Erkrankungen können andere Keime eine Rolle spielen, auch z. B. Bakterien, die mittlerweile gegen die gängigen Antibiotika resistent sind.

Daher ist es bei wiederkehrenden Infekten der Harnwege besonders wichtig, mittels einer Urinkultur den verantwortlichen Keim genau zu bestimmen. Ist er gefunden, kann eine gezielte Antibiotika-Therapie helfen.

Doch die Alternativen zu Antibiotika sind in den vergangenen Jahren wegen der zunehmenden Resistenz vieler Keime verstärkt in den Fokus gerückt – sowohl bei Betroffenen als auch bei Fachleuten. Die wichtigsten alternativen Therapien sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Anregung des Immunsystems
Ein interessanter Ansatz ist die Stimulation des Immunsystems durch Bestandteile bestimmter krankmachender Harnwegs-Keime.

Probiotika
Einige Patientinnen profitieren von sogenannten Probiotika. Sie werden oral oder vaginal verabreicht und enthalten lebensfähige „gute“ Keime wie beispielsweise Laktobazillen, die die Infektabwehr auf Schleimhäuten unterstützen können.

Cranberry-Produkte
Sogar für einige pflanzliche Mittel sind mittlerweile experimentelle Beweise für einen therapeutischen Effekt erbracht worden, wie beispielsweise für Cranberry-Produkte: Eine bestimmte Substanz der Beeren (Proanthocyanidin) verhindert, dass sich pathogene E. coli-Bakterien an die Blasenschleimhaut anheften können. Falls also diese Erreger im Spiel sind, lohnt sich ein Versuch mit dem säuerlichen Saft.

D-Mannose
Es ist fast zu einfach, um wahr zu sein: Studien haben gezeigt, dass auch ein simpler Zucker, die D-Mannose, einem Rückfall vorbeugen kann. Auch die Mannose soll Bakterien davon abhalten, sich in der Blase festzusetzen.

Mittel zur Ansäuerung des Harns
Bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen kann man es auch mit Substanzen versuchen, die den Harn ansäuern, wie beispielsweise die Aminosäure Methionin. Auch sie verringert die Fähigkeit der Bakterien, sich an die Blasenschleimhaut anzuheften. Zudem hemmt Methionin das Wachstum von Bakterien und verbessert die Wirksamkeit von Antibiotika.

Für alle diese Maßnahmen liegen zwar Studien vor, die Ergebnisse sind aber nicht einheitlich. Sicher ist, dass sie einzelnen Patientinnen helfen. Es lohnt sich also, das eine oder andere auszuprobieren.

 

 

So verhalten Sie sich „blasenfreundlich“

 

Trinken, Hygiene und Toilettengewohnheiten – es gibt einige Verhaltensregeln, die Harnwegsinfekten effektiv entgegenwirken.

  • Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit (vorzugsweise Mineralwasser oder Tee).
  • Ist die Blase voll, sollte sie so schnell wie möglich entleert werden, damit sich die krankmachenden Keime nicht so stark vermehren können. Aus dem gleichen Grund sollten Sie darauf achten, die Blase vollständig zu entleeren.
  • Halten Sie Ihren Körper warm, vor allem die unteren Partien und die Füße.
  • Achten Sie auf die richtige Toilettenhygiene: immer von "vorn" nach "hinten" wischen, statt umgekehrt. So werden die Darmkeime nicht über die Öffnung von Scheide und Harnröhre gerieben.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr sollten Frauen möglichst bald die Blase leeren. Eventuell eingedrungene Bakterien werden dann schnell wieder herausgespült.
  • Häufiger Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern sollte vermieden werden.
  • Verzichten Sie auf vaginal angewendete chemische Verhütungsmittel (Spermizide und mit Spermiziden beschichtete Diaphragma), denn sie erhöhen das Risiko für das Auftreten wiederkehrender Infektionen.
  • Betreiben Sie keine übertriebene Intimhygiene (Spülungen, Sprays usw.). Solche Maßnahmen schwächen eher den natürlichen Schutz der Vaginalhaut und leisten Infektionen Vorschub.

 

Quellen:

  1. Antimikrobielle Metaphylaxe Harnwegsinfekte: Impfung, Cranberry & Co., von Prof. Dr. Hansjürgen Piechota, springermedizin.de, publiziert am 7.10.2014
  2. Unkomplizierte bakterielle Harnwegsinfektionen: Leitliniengerechte Behandlung, URO-NEWS  2013/6

Weitere Meldungen


 

Fusszeile / Impressum