DGK e.V. -Jetzt beginnt wieder die Grippezeit. Wie jedes Jahr rufen Experten zur Influenza-Impfung insbesondere bei gefährdeten Patientengruppen auf, doch die Rufe verhal-len anscheinend großenteils.
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Grippe: Ältere Menschen sind besonders gefährdet
Gerade Senioren drohen bei einer Influenza schwerwiegende Komplikationen wie etwa eine Lungenentzündung. Foto: Kzenon-Fotolia

(dgk) Jetzt beginnt wieder die Grippezeit. Wie jedes Jahr rufen Experten zur Influenza-Impfung insbesondere bei gefährdeten Patientengruppen auf, doch die Rufe verhallen anscheinend großenteils. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind die Impfquoten in allen empfohlenen Zielgruppen in Deutschland viel zu niedrig.

Auch Alter schützt vor Torheit nicht: Gemäß den Zielvorgaben der Europäischen Union sollten 75 Prozent aller Personen ab 60 Jahren geimpft sein, doch Deutschland erreicht diese Zahlen bei weitem nicht. Nur knapp ein Drittel der Senioren ließ sich in den vergangenen Jahren durch die jährliche Injektion schützen.

Dabei sind ältere Patienten durch Influenza-Viren besonders gefährdet, so Dr. Joanna Dietzel, Influenza-Expertin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V.  Mit dem Alter schwinden die Abwehrkräfte, Infektionen kommen daher häufiger vor und verlaufen auch oftmals schwerer. Ältere Menschen leiden zudem häufiger unter Grunderkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Lungenkrankheiten, die bei einer Influenza zu Komplikationen führen können, z. B. zu Lungenentzündungen.

Schützt die Grippeimpfung auch vor einem Herzinfarkt?

Noch nicht so lange bekannt ist, dass eine Influenzainfektion auch das Herzinfarkt-Risiko massiv erhöht. Die winterlichen Grippewellen führen daher zu teilweise drastischen Anstiegen Herz-Notfallpatienten in den Kliniken. Dabei spielen nicht nur die Folgen der Infektion selbst eine Rolle, sondern auch bestimmte Schmerzmittel, die Grippepatienten erhalten.

Könnte eine Grippe-Impfung daher auch indirekt vor einem Herzinfarkt schützen? Dazu Dr. Andreas Leischker, Impfexperte der DGG und Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses Krefeld: „Ja, das belegt auch eine Studie. Patienten mit einem akuten Herzinfarkt wurden noch im Labor direkt nach der Herzkatheter-Untersuchung gegen Grippe geimpft. Eine andere Gruppe bekam eine Kochsalzlösung in den Arm gespritzt. Diejenigen mit dem Impfstoff bekamen deutlich seltener einen erneuten Herzinfarkt.“

Es gibt verschiedene Impfstoffe

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) rät deshalb jetzt zur vorbeugenden Impfung bei allen Senioren. „Bei älteren Menschen wirken die normalen Grippeimpfstoffe nicht so gut, weil das Immunsystem weniger Antikörper bildet. In Deutschland sind deshalb speziell für Menschen ab dem 65. Lebensjahr Impfstoffe mit einem Wirkungsverstärker zugelassen“, sagt Leischker.

Daneben gibt es weitere Unterschiede bei den Impfstoffen. Neben den konventionellen trivalenten Impfstoffen mit zwei Antigenen gegen Influenza A und einem gegen Influenza B sind seit 2013 auch tetravalente Impfstoffe auf dem Markt, die jeweils zwei Antigene gegen Influenza-Typen A und B enthalten.

Die Stammzusammensetzung aller Influenza-Impfstoffe wird jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgegeben. Ein zusätzlicher B-Stamm bietet eine breitere Abdeckung und ist dann von Vorteil, wenn der im Impfstoff enthaltene B-Typ nicht mit dem hauptsächlich zirkulierenden übereinstimmt („Mismatch“). Dies kann aber nicht vorhergesagt werden.

Was hält Menschen von der Impfung ab?

Die Vorteile der Influenza-Impfung liegen eigentlich klar auf der Hand. Was hält also Menschen von der Schutzmaßnahme ab? Sätze wie „Ich habe mich gegen die Grippe impfen lassen und bin danach erkrankt“ hört man oft. Aber nicht selten wird die ganz normale Reaktion des Immunsystems auf die Impfung, eine leicht erhöhte Temperatur, Muskelschmerzen, oder allgemeines Unwohlsein fälschlicherweise als Grippe gedeutet, so Dietzel.

Die Impfung selbst enthält aber keine „krank machenden“ Viren, sondern nur einzelne virale Bestandteile (inaktivierter Impfstoff!), die keinesfalls eine Influenza auslösen können.

Außerdem kann man zur selben Zeit mit einem der im Herbst häufigen Erkältungsviren angesteckt sein, das hat nichts mit der Impfung zu tun. Gegen Erkältungen schützt die Grippeimpfung natürlich nicht, so die Impfexpertin.

 

Hier finden Sie weitere wichtige Informationen zum Thema "Influenza & Impfung".

 

Quellen:

1.     Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Pressemeldung vom 20.9.2017: Die wichtigsten Tipps zur Grippe-Impfung: Ältere Menschen sind besonders gefährdet.

2.     Acute Respiratory Infection and Use of Nonsteroidal Anti-Inflammatory Drugs on Risk of Acute Myocardial Infarction: A Nationwide Case-Crossover Study

Yao-Chun Wen  The Journal of Infectious Diseases, Volume 215, Issue 4, 15 February 2017, Pages 503–509, https://doi.org/10.1093/infdis/jiw603

3.     Ärztezeitung online vom 10.3.2017: Vermehrt Notfälle durch Grippewelle

4.     Robert Koch-Institut: Wie viele Menschen lassen sich gegen die saisonale Influenza impfen? https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/FAQ06.html

5.     Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin Nr.1/2017, Aktuelles aus der KV-Impfsurveillance Impfquoten der Rotavirus-, Masern-, HPV- und Influenza-Impfung in Deutschland

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