DGK e.V. -Eine Erkältung ist meist keine große Sache. Für Diabetes-Patienten hingegen können solche Infekte unliebsame Folgen haben und die Behandlung erschweren, warnt der Ratgeber aus Ihrer Apotheke.
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Erkältungen – Risiko für Diabetiker
Foto: detailblick-Fotolia.de

Eine Erkältung ist meist keine große Sache. Für Diabetes-Patienten hingegen können solche Infekte unliebsame Folgen haben und die Behandlung erschweren, warnt der Ratgeber aus Ihrer Apotheke.

(RaIA / dgk) Winterzeit ist Erkältungszeit: Am Arbeitsplatz, im Bus und im Kaufhaus wird jetzt wieder kräftigt geniest, gehustet und ins Taschentuch geschnäuzt. Den Erkältungsviren aus dem Weg zu gehen, ist beinahe unmöglich. Und ruck, zuck hat man sich angesteckt.

Für Menschen, die ansonsten gesund sind, ist eine Erkältung meist nur eine Bagatelle. Nicht jedoch für Diabetiker, denn grippale Infekte können bei ihnen zu Komplikationen führen. Fatal, dass Diabetes-Patienten sich obendrein leichter eine Erkältung zuziehen, weil die erhöhten Blutzuckerwerte die Abwehrkräfte schwächen.

Blutzuckerspiegel auf Abwegen
Ist die Erkältung da, müssen Diabetes-Patienten achtsam sein, denn die Infektion kann die Stoffwechseleinstellung durcheinanderbringen. Bei Infekten sollten Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel engmaschig kontrollieren und gemeinsam mit ihrem Arzt prüfen, ob die Dosis ihrer Medikamente entsprechend angepasst werden muss.

Durch Infektionen, vor allem solche mit Fieberbeteiligung, kann bei insulinpflichtigen Diabetikern der Insulinbedarf steigen. Das heißt: Die übliche Insulinmenge ist für eine stabile Blutzuckereinstellung oft nicht mehr ausreichend, der Blutzuckerspiegel steigt an. Aber auch Unterzuckerungen sind möglich: Gehen Infekte mit heftigem Durchfall und Erbrechen einher, ist die Kohlenhydrataufnahme gefährdet; der Blutzuckerspiegel sinkt – und stürzt durch Einnahme der Diabetes-Medikamente weiter ab.

Vorsicht, Wechselwirkungen
Müssen aufgrund der akuten Infektion zusätzlich Medikamente eingenommen werden, beispielsweise Antibiotika bei einer bakteriellen Zweitinfektion, kann es zudem zu Wechselwirkungen mit Diabetes-Medikamenten und ebenfalls zu Unterzuckerung kommen. Ebenfalls denkbar, dass Typ-2-Diabetiker, die normalerweise mit Tabletten behandelt werden, bei schweren Infektionskrankheiten vorübergehend auf eine Insulintherapie angewiesen sind, damit der Blutzuckerspiegel im grünen Bereich bleibt.

Was Diabetiker bei Schnupfen und Husten individuell beachten sollten, kann der behandelnde Diabetologe am besten beurteilen. Grundsätzlich helfen engmaschige Blutzuckermessungen, Entgleisungen des Stoffwechsels rechtzeitig zu bemerken und gegenzusteuern.

Ansteckung vermeiden
Besser, als eine Erkältung auszukurieren, ist es natürlich, erst gar keine zu bekommen. Auch wenn Diabetes-Patienten ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, können sie einiges unternehmen, um Krankheitserreger auf Abstand zu halten. Das A und O ist eine gute Hygiene. Das bedeutet: Die Hände mehrmals täglich gründlich mit Wasser und Seife waschen. Versteht sich, dass man außerdem zu erkälteten Mitmenschen Abstand halten und um Menschenansammlungen möglichst einen Bogen machen sollte.

Und für alle Diabetiker empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) unbedingt die jährliche Grippeimpfung!

Grippeimpfung: Diabetiker profitieren
Wie viele chronisch Kranke gehen auch Diabetiker oft zögerlich mit dem Impfschutz um, denn sie fürchten, dass eine Impfung den ohnehin geschwächten Organismus „überanstrengen“ könnte. Dabei profitieren gerade Diabetiker von dem Piks gegen die Grippe. Mehr

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