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Die Pollensaison hat begonnen

(Marburg, 10. Februar 2015) Wer jetzt nach Spaziergängen an der frischen Luft unter Niesattacken und tränenden Augen leidet, muss damit rechnen, auf die Pollen der Hasel allergisch zu sein. Der Deutsche Wetterdienst meldet den Flug der Winzlinge in einem Gebiet, das sich aktuell von Süden nach Norden ausbreitet.

Ein Kätzchen entlässt zwei Millionen Pollenkörner in die Luft
Eine Hasel verfügt sowohl über weibliche als auch über männliche Blüten. Für Allergiker bedeutend sind die männlichen Blütenstände, auch als „Kätzchen“ bezeichnet. Die zu den Birkengewächsen gehörenden Sträucher haben ihre Hauptblütezeit im Februar und März, noch bevor die Blätter austreiben. Vereinzelt blühen sie bei entsprechender Witterung aber schon im Januar oder sogar im Dezember. Ein einziges Kätzchen enthält etwa zwei Millionen Pollenkörner.

Ein wenig Botanik
Aufmerksame Beobachter haben vielleicht schon bemerkt, dass die männlichen Blütenstände bereits im Herbst des Vorjahres entstehen und überwintern. Meist stehen zwei bis vier Blütenstände an der Spitze oder in Blattachseln letztjähriger Triebe. Zur Blüte strecken sie sich auf acht bis zehn Zentimeter Länge. Die weiblichen Blüten sind kleine unscheinbare Knospen mit rotvioletten "Härchen" an der Spitze. Aus ihnen gehen im Spätsommer die Nüsse hervor, die nicht nur bei Menschen, sondern auch bei vielen Tieren, wie beispielsweise Vögeln, Haselmäusen, Eichhörnchen und Insekten beliebt sind.


Vorsicht, Kreuzallergien!

Menschen, die gegen Haselpollen allergisch sind, reagieren oft auch auf andere Frühblüher, allen voran auf Birken- und Erlenpollen. Und nicht nur das: Bei einer Allergie gegen Frühblüher treten besonders häufig sogenannte „pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien“ auf. Oft sind allergische Reaktionen auf Äpfel. Weitere Kreuzallergien treten bei dem Verzehr von  Birnen, Kiwi, Sellerie, rohen Karotten, Nüssen (v. a. Haselnüssen) und teilweise bei rohen Tomaten auf. So kann zum Beispiel ein Haselpollenallergiker, der im Herbst, wenn keine Haselpollen fliegen, problemlos Nüsse oder Äpfel verträgt, zu Zeiten des Haselpollenfluges eine allergische Reaktion darauf erleiden.

Pollenflugkalender ist oft ungenau
Die verschiedenen Blütezeiten der Pflanzen sind im Pollenflugkalender festgehalten. Doch die Pollenflugzeiten variieren - je nach Witterung - von Jahr zu Jahr. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Pollen gebietsweise unterschiedlich fliegen können: In Deutschland fängt die Blütezeit, und damit auch der Pollenflug, meist zuerst im Oberrheingraben an und breitet sich dann bis nach Nordosten zur Ostsee hin aus. Je höher die Lage, desto später beginnt die Blüte und damit der Flug der Winzlinge.

Newsletter mit aktuellen Daten zum Pollenflug
Für hochsensibilisierte Allergiker kann es daher hilfreich sein, sich über den tagesaktuellen Stand des Pollenflugs zu informieren. Der Deutsche Wetterdienst bietet diese Informationen auch gezielt für einzelne Regionen an. Die in der Pollenflugsaison täglich aktualisierten Informationen können im Internet kostenlos unter www.dwd.de/newsletter abonniert werden.

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