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Barfuß: Lassen Sie Ihren Füßen freien Lauf und fördern Sie Ihre Gesundheit
Quelle: DGK

(Marburg, 11. Juli 2012) Wenn wir ohne Schuhe aus dem Haus gehen können, dann wissen wir: Jetzt ist der Sommer wirklich da! Anfangs piekst noch jedes spitze Steinchen unter der Fußsohle, aber nach und nach werden die Füße unempfindlicher. Haben Sie auch schon mal bemerkt, dass die Füße nach dem Sommer-urlaub am Strand richtig abgehärtet sind und man sich draußen ganz selbstverständlich barfuß bewegt? Und wie frei man sich dabei fühlt? Kein Wunder, denn wie sehr das Laufen in Schuhen die Beweglichkeit einschränkt, haben Forscher gezeigt: Im Mittel beugen sich die Füße um 30 Prozent weniger, wenn sie                                                                                          in Schuhen stecken. Langfristig kann                                                                                              das der Fußgesundheit schaden.

Diabetiker: Instruktionen zum Barfußlaufen nötig

Barfußlaufen kann manchen Patienten mit Diabetes mellitus gut tun. Das Laufen ohne Schuhwerk trainiert die Sensibilität der Füße und fördert die Durchblutung. Patienten sollten jedoch vorher Rat einholen, beispielsweise bei einer Diabetesberaterin, beim Arzt oder in einer Diabetes-Schulung. Besonders wichtig für Diabetiker: Sie sollten für das barfuß Laufen Strecken wählen, die keine Verletzungsgefahr bergen. Gut geeignet sind etwa Barfußpfade. Diabetiker mit Neuropathie sollten wegen der gestörten Reizwahrnehmung auf keinen Fall barfuß gehen.

Nach dem Ausflug sind sorgfältiges Reinigen der Füße und eine Inspektion auf kleine Wunden nötig, um Infektionen vorzubeugen.

Als Anpassung an den aufrechten Gang entwickelten die Füße im Laufe der Evolution eine hohe anatomische und funktionale Komplexizität, Der Fuß eines erwachsenen Menschen weist zwei Wölbungen auf, eine Längs- und eine Querwölbung. Diese Bauweise ermöglicht eine große Beweglichkeit bei gleichzeitiger Standfestigkeit. Sie verleiht dem Fuß Stoßdämpferfunktion und dem Gang Elastizität. Die Fußwölbungen werden durch 60 Muskeln und mehr als 300 Bänder und Sehnen verspannt und stabilisiert. Für die gute Ausbildung und Aufrechterhaltung des Fußgewölbes sind eine kräftige Muskulatur und die Beanspruchung der Bänder und Sehnen unabdingbar. Und dies, so weiß man, entsteht durch die alltägliche, möglichst vielfältige Bewegung und Belastung des Fußes. Nichts ist dafür so gut wie barfuß laufen. Das Laufen auf nackter Sohle beugt Fußfehlstellungen wie Senk-, Spreiz- und Plattfüßen oder dem als Spätschaden gefürchteten Hallux valgus vor. Vor allem Kinder sollen möglichst viel barfuß unterwegs sein, um ihre Fußmuskulatur zu kräftigen und ihre korrekte Zehenstellung lebenslang zu behalten.

Doch nicht nur unsere Füße selbst profitieren von dem unorthodoxen Training. Brasilianische Wissenschaftler fanden heraus, dass die Muskelpumpe in den Waden, die den Rückstrom venösen Blutes zum Herzen hin unterstützt, beim Gehen ohne Schuhe im Vergleich zum Gehen in verschieden hohen Schuhen am kräftigsten arbeitet. Menschen mit Venenleiden können ihren Gefäßen damit Gutes tun.
Last but not least: Wer ohne Schuhe geht, der fühlt auch mehr. Dieses Sensoriktraining trägt, so wird vermutet, zu einer Verbesserungen der Körperkoordination bei – besonders wichtig ist dies für Kinder.

Wie oft kann man beobachten, dass sich Kinder froh ihre Schuhe von den Füßen reißen – und Eltern sie immer wieder anziehen. Gönnen Sie Ihren Kindern doch mal den Luxus des Laufens ohne Einschränkung durch Schuhe. Und halten Sie es ebenso. Wer abgehärteten Fußes aus dem Urlaub kommt, wird diese neue Gewohnheit vielleicht einfach beibehalten.

Quellen:

Hohe Absätze machen die Venenpumpe schlapp. In: Ärzte Zeitung vom 25.04.2012

Beate Prätorius, Thomas L. Milani, Marc-Andre Ulfig Ulfig & Katja Schmitz: Barfuss gegen Koordinationsstörungen. In: Motorik, März 2006, S. 21–24

Instruktionen zum Barfußlaufen nötig. In: Ärzte Zeitung vom 16.05.2011

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