DGK e.V. -Aktuelle Informationen bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS)
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Impfungen, Impfung, Multiple Sklerose, MS, aktuelle Informationen bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS)
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Aktuelle Informationen bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS)
Quelle: Seen-Fotolia

Impfungen bei Multipler Sklerose (MS)

(Marburg, 10. Oktober 2012) Es ist Grippezeit und bei vielen MS-Erkrankten tritt die Frage nach der Möglichkeit einer Impfung auf. Soll man sich impfen lassen, wenn man an Multipler Sklerose erkrankt ist? Welche Impfungen sind überhaupt sinnvoll und auf welche sollte man eher verzichten?

Impfungen mit Totimpfstoffen: möglich und sinnvoll
Auch Patienten mit Multipler Sklerose können die meisten Impfungen erhalten und sollten über einen guten Impfschutz verfügen. Entsprechend nationaler und internationaler Empfehlungen, etwa von der Nationalen Multiple Sklerose-Gesellschaft der USA und der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft (www.dmsg.de), sollten Patienten mit MS die notwendigen und empfohlenen Impfungen mit Totimpfstoffen erhalten. Dazu gehören z. B. die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis und Keuchhusten, aber auch Impfungen, die in bestimmten Situationen nötig sind (Indikationsimpfungen) z. B. gegen Hepatitis A und Hepatitis B.
 
Besonders empfohlen: Impfung gegen Influenza mit einem Totimpfstoff
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Influenza seit einigen Jahren explizit für alle MS-Patienten, bei denen Schübe durch Infektionen ausgelöst werden. Auch bei vielen anderen Impfungen ist der Nutzen der Impfungen für die Patienten erwiesen.

Impfen im schubfreien Intervall
Die Impfungen sollten selbstverständlich im schubfreien Intervall gegeben werden. Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Studien, die die Verträglichkeit von Impfungen bei Patienten mit MS belegen.

Vorsicht bei Impfungen mit Lebendimpfstoffen
Eine gute Risiko-Nutzen-Abwägung ist jedoch bei Lebendimpfstoffen, z. B. gegen Masern, Mumps und Röteln oder gegen Windpocken geboten. Da Infektionen häufiger MS-Schübe auslösen, wird theoretisch nicht ausgeschlossen, dass dies auch durch eine Lebendimpfung geschehen könnte. Bekommen die Patienten eine Therapie, die die Immunabwehr schwächt, sind Lebendimpfstoffe grundsätzlich verboten.

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Quelle: DGK

Fumarsäure gegen Multiple Sklerose – Endlich Tablette in Aussicht

(Marburg, 10. Oktober 2012) Neben der Therapie eines akuten Schubes werden in der MS-Behandlung langfristige Immuntherapien durchgeführt, die zum Ziel haben, die Schwere und Häufigkeit von Schüben zu verringern. Zur Immuntherapie der MS stehen in Deutschland zurzeit sechs Wirkstoffe zur Verfügung. Bis Mitte nächsten Jahres werden voraussichtlich weitere Mittel zur Behandlung der MS durch die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen werden, darunter auch Fumarsäure.

Fumarsäure ist eine natürliche Substanz, die auf verschiedenen Stoffwechselwegen in allen Organismen entsteht. In größeren Mengen kommt sie in verschiedenen Pflanzen, Pilzen und Flechten vor, wie beispielsweise im Gewöhnlichen Erdrauch (Fumaria officinalis), dem sie ihren Namen verdankt. Gegen Schuppenflechte wird sie schon länger eingesetzt. Schon in den 90-er Jahren fiel auf, dass sie auch gegen MS hilft, was in vielen Studien bestätigt werden konnte. Nun liegen die Ergebnisse der abschließenden und zulassungsentscheidenden Phase-III-Studie vor. Es konnte gezeigt werden, dass Fumarsäure die jährliche Schubrate, das Fortschreiten der Behinderungsrate und auch die Anzahl der Schädigungen des Nervensystems deutlich reduzierte. Das Mittel zeigte nicht nur eine hohe Wirksamkeit, sondern erwies sich auch als sehr sicher. Die häufigsten Neben-wirkungen waren Magen-Darm-Beschwerden und Hautrötungen, die in der Regel innerhalb weniger Wochen nach Ersteinnahme abklangen.

Die Studie wurde durchgeführt von Forschern um Prof. Dr. med. Ralf Gold, Direktor der Neurologischen Klinik der Ruhr Universität Bochum. 1.234 MS-Patienten zwischen 18 und 55 Jahren haben daran teilgenommen. Sie erhielten entweder täglich zwei bzw. drei Dosierungen eines Fumarsäure-Präparats oder ein Scheinmedikament. Während des zweijährigen Studienzeitraumes erlitten 46 Prozent der Patienten mit dem Scheinmedikament einen Krankheitsschub, jedoch nur 27 bzw. 26 Prozent derjenigen, die täglich zwei- oder dreimal Fumarat-Kapseln erhalten hatten. Die jährliche Schubrate wurde laut Berechnungen der Forscher halbiert.

Auch der Wirkmechanismus ist mittlerweile bekannt. Fumarate modulieren die Aktivität bestimmter Zellen des Immunsystems, sogenannter Dendritscher Zellen: Statt entzündlicher T-Helferzellen aktivieren diese entzündungshemmende Lymphozyten.

Bisher werden bei der Immuntherapie gegen MS vor allem Substanzen eingesetzt, die gespritzt werden müssen. Angenehmer für die Patienten wären Tabletten. Die Mediziner hoffen nun auf eine Zulassung des Fumarsäure-Präparates durch die europäischen und amerikanischen Behörden im Frühjahr des kommenden Jahres.

Quellen:

(1) Gold, R. et al. Placebo-Controlled Phase 3 Study of Oral BG-12 for Relapsing Multiple Sclerosis.    N Engl J Med 2012;367:12
(2) Ghoreschi et al.: Fumarates improve psoriasis and multiple sclerosis by inducing type II dendritic cells; J Exp Med, Oktober 2011, Vol. 208 Nr. 11 / 2291-2303, doi: 10.1084/jem.20100977

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Forscher entdecken mögliche Vorzeichen von Multipler Sklerose

(Marburg, 10. Oktober 2012) Die Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus und niedrige Vitamin-D-Werte werden zurzeit als wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung einer Multiplen Sklerose diskutiert. Um diesen Verdacht zu überprüfen, untersuchten Forscher um PD Dr. Andrew Chan von der Neurolo-gischen Klinik der Ruhr-Universität in Bochum Blutproben von 25 MS-Patienten, die diese vor ihrer Diagnose gespendet hatten. Die Blutproben stammten aus einem Zeitraum zwischen über sieben Jahre bis zwei Monate vor dem ersten Auftreten klinischer Symptome der MS. Zum Vergleich analysierten die Forscher Blutproben gesunder Kontrollpersonen im gleichen Alter.

Sie konnten zeigen, dass die Vitamin-D-Werte der späteren MS-Patienten schon zwei Jahre vor der Diagnose MS geringer waren als die der gesunden Personen. Nach der Diagnosestellung lagen die Werte noch einmal um fast die Hälfte niedriger als zuvor. Dafür steigt, so die Forscher, die Stärke der Antikörper-Immunantwort gegen das Epstein-Barr-Virus (EBV). Das Virus ist Auslöser für das Pfeiffersche Drüsenfieber und ist weit verbreitet. Alter von 40 Jahren sind bei 98% Prozent aller Menschen Antikörper nachweisbar.

.„Einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Faktoren Vitamin D und Immunantwort auf EBV konnten wir bisher nicht nachweisen“, sagt Chan. „Wir können ihn aber auch nicht ausschließen. Denn Vitamin D ist vermutlich ein wichtiger Einflussfaktor auf das Immunsystem.“ Zu einer „Früh-erkennung“ der MS oder einer Abschätzung des Risikos können Werte zu Vitamin D-Status und Antikörper gegen EBV allerdings nicht herangezogen werden.

Quellen:

(1) Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V. (www.dmsg.de)
(2) Bernhard F Décard et al.: Low vitamin D andelevated immunoreactivity against Epstein-Barr virus before first clinical manifestation of multiple sclerosis. In: Journal of Neurology, Neurosurgery & Psychiatry. Doi:10.1136/jnnp-2012-303068
(3) Pressemeldung der Ruhr-Universität Bochum vom 28.9.2012: Bochumer Forscher machen mögliche Vorzeichen von MS aus

MS in Deutschland

In Deutschland leben nach derzeitigen Hochrechnungen ca. 130.000 MS-Erkrankte, jährlich werden ca. 2.500 Menschen neu mit MS diagnostiziert. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Die Erkrankung wird in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt, mit geringerer Häufigkeit tritt sie aber auch schon im Kindes- und Jugendalter auf. Erstdiagnosen nach dem 60. Lebensjahr sind selten.

Bei einer Vielzahl von Erkrankten verläuft die MS gutartig. Die anfänglich auftretenden Krankheits-zeichen bilden sich in der Regel fast alle vollständig wieder zurück und die entzündlichen Herde heilen ab. Auch bei unvollständiger Rückbildung bleiben oft nur geringe Störungen zurück, die kaum beeinträchtigen.

Je nach Krankheitsverlauf können aber auch zunehmende Beeinträchtigungen auftreten, die dann bestehen bleiben. Jedoch nur in einzelnen Fällen (unter 5 Prozent) führt die Krankheit innerhalb weniger Jahre zu schwerer Behinderung.

Weitere Informationen zum Thema Multiple Sklerose finden sie Opens external link in new windowhier.

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