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Blitzdiagnose beim Händeschütteln
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Ein schwammiger Händedruck macht selten einen guten Eindruck. Erfahrene Ärzte spüren schon beim Händeschütteln zur Begrüßung, wie es ihren Patienten geht. Jetzt gibt es ein einfaches Gerät, das aus der Stärke des Händedrucks zuverlässige Schlüsse zieht.

Der Händedruck wird im Lauf des Lebens kräftiger, am stärksten ist er etwa zwischen dem 30. und 40. Geburtstag, danach nimmt er langsam wieder ab. Neben dem Alter hängt der Händedruck auch vom Geschlecht und der Körpergröße ab. Anhand dieser Faktoren kann man errechnen, welcher Druck in etwa zu erwarten ist. Wenn dieser Wert vom Patienten unterschritten wird, empfiehlt es sich, den Gesundheitszustand zu untersuchen.

Dies rät Dr. Nadia Steiber vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse in Laxenburg bei Wien, die hierzu eine große Studie ausgewertet hat. Denn in der Studie zeigte sich, dass der messbare Händedruck direkt zusammenhängt mit Behinderung, geistigem Abbau, Genesung nach Krankenhausaufenthalten und Sterberisiko.

Ausgewertet wurden die Daten von 11.000 Teilnehmern aus Deutschland im Alter von 17 bis 90 Jahren. In insgesamt mehr als 25.000 Messungen wurde mit einem einfachen Werkzeug, einem Dynamometer, die Stärke des Händedrucks ermittelt. Ein schwacher Druck deute direkt auf eine erhöhte Anfälligkeit des Patienten, so Dr. Steiber. Das Verfahren sei einfach und koste nicht viel.

Quelle:

  1. Steiber N (2016) Strong or Weak Handgrip? Normative Reference Values for the German Population across the Life Course Stratified by Sex, Age, and Body Height. PLoS ONE 11(10): e0163917. doi:10.1371/journal.pone.0163917
  2. Ärzte Zeitung vom 06.10.2016: Mehr als ein warmer Händedruck