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Warum Knipsen glücklich macht
Foto: cedrictavan-Fotolia

(dgk) Wer bei jeder Gelegenheit zur Kamera greift, hat weniger vom Augenblick heißt es oft. Das stimmt aber gar nicht: Durch das Fotografieren werden schöne Erlebnisse sogar noch schöner, haben amerikanische Forscher herausgefunden.

Sie liefern auch eine Erklärung zu dem unerwarteten Ergebnis der Studie: Wer in schönen Momente die Kamera zückt, taucht tiefer in den Augenblick ein und hat daher anhaltend mehr Freude daran. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob mit einer echten Kamera oder lediglich mit einer Attrappe geknipst wird. Der bloße gedanklich Plan, ein Foto zu schießen, verhilft schon zur Vertiefung des Erlebens und damit zur Steigerung des Glücksgefühls.

Wer sich sehr stark auf eine Be­ob­achtung konzentriert, etwa weil man vorhat, den perfekten Moment für ein Foto abzupassen, tritt automatisch in intensiveren Kontakt mit dem gegenwärtigen Erleben, erklärt Achtsamkeitsforscher Stefan Schmidt vom Universitätsklinikum Freiburg dazu.

Allerdings ist Fotografieren nicht immer ratsam. Erfordert die Situation eine aktive Teilnahme, kann das Knipsen ablenken und damit stören. Und das sofortige Auswerten und Löschen der Bilder verringert ebenfalls den positiven Effekt, weil man aus dem reinen Erleben in den Kopf, den Bewertungsmodus schaltet. Wer also gleich das schönste Bild bei Facebook posten oder per WhatsApp versenden will, beraubt sich des Genusses.

Quelle:
Positive Psychologie: Warum Urlaubsfotos uns glücklich machen; Meldung vom 4.8.2016 auf www.spektrum.de: