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Grippeimpfung: Diabetiker profitieren

Wie viele chronisch Kranke gehen auch Diabetiker oft zögerlich mit dem Impfschutz um, denn sie fürchten, dass eine Impfung den ohnehin geschwächten Organismus „überanstrengen“ könnte.

„Dabei wäre die Impfung für sie besonders wichtig, denn bei Diabetikern ist durch den hohen Blutzuckerspiegel die Funktion der Abwehrzellen beeinträchtigt“, erklärt Dr. Ute Arndt, Immunologin beim Deutschen Grünen Kreuz e. V.

„Außerdem ist das Gefäßsystem durch dien Diabetes mitbetroffen, was unter anderem die Lungenfunktion beeinträchtigen kann.“ Das sind die Gründe, warum schwere Atemwegsinfekte, z. B. als Folge einer Influenza, bei Diabetikern häufiger auftreten.

„Studien zeigen immer wieder, dass Diabetiker anfälliger sind für ernste Komplikationen durch eine echte Grippe als Menschen ohne Diabetes“, betont Arndt.

Eine im Juli erschienene Studie bekräftigt dies: Gegen Grippe geimpfte Diabetiker müssen seltener in eine Klinik eingewiesen werden als Impfverweigerer. Schlaganfälle, schwere Atemwegsinfekte und Komplikationen bei bestehender Herzinsuffizienz treten bei ihnen während der Grippesaison deutlich seltener auf. Auch die Sterberate ist geringer.

Am besten gleich im Doppelpack impfen
Ein Großteil derjenigen, für die das Influenzavirus besonders gefährlich ist, ist auch durch Pneumokokken stärker gefährdet. Die Erreger können u. a. zu Lungen­ent­zündungen führen, häufig treten sie als sogenannte „Sekundärinfektionen“ bei einer Grippe auf.

Arndt: „Allen Diabetikern, egal welchen Alters empfehle ich daher, sich gegen Influenza und Pneumokokken impfen zu lassen — am besten gleich im Doppelpack. Beide Impfungen können auch an einem Impftermin verabreicht werden, eine am rechten Arm, eine am linken.“