[Druckansicht schliessen]
Knochen: bärenstark auch im Winterschlaf
Foto: elizalebedewa - Fotolia

(dgk) Menschen, die sich wenig bewegen, verlieren Knochensubstanz. Dies trifft nicht nur, wie viele meinen mögen, auf alte Menschen zu. Auch bei jungen Menschen werden bei Bettruhe schon vom zweiten Tag an vermehrt Knochen abgebaut. Kein Wunder also, dass bei Biologen die Frage aufkommt: Wie schaffen es beispielsweise Bären, einen viermonatigen Winterschlaf ohne jeden Knochenverlust zu überstehen?

Ein Team internationaler Forscher hat eine Antwort darauf gefunden: Die zotteligen Raubtiere schützen ihre Knochen, indem sie während der Ruhephase deren permanente Erneuerungs-prozesse unterbrechen. Während des Winterschlafs sinken die Werte bestimmter Enzyme und Hormone im Blut, die ein Anzeichen für Umbauprozesse im Knochengewebe sind.

Menschen können das nicht. Erneuerungsprozesse laufen ständig ab. Dabei wird permanent „altes“ Knochengewebe abgebaut und neues aufgebaut. Etwa alle sieben Jahre, so schätzen Fachleute, erneuert sich unser Skelett komplett. Diese aufwändigen Vorgänge wirken Verschleißerscheinungen entgegen, reparieren Schäden und sorgen somit dafür, dass der Skelettapparat intakt und funktionstüchtig bleibt.

Normalerweise besteht ein stetiges Gleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochen-aufbau – außer, wenn die Knochen nicht belastet werden, wie beispielsweise bei Bewegungsmangel oder gar Bettlägerigkeit. Dann überwiegt der Abbau, die Knochen verlieren an Substanz.

Die Forscher hoffen, dass die Erkenntnisse aus der „Bärenforschung“ auch eines Tages kranke Menschen vor Knochenabbau schützen könnten.

Quellen:

  1. Winterschlaf: Wie Bären ihre Knochen vor dem Abbau schützen; Wissenschaft aktuell vom 9.7.2015 unter www.wissenschaft-aktuell.de
  2. Donahue et al.: Suppressed bone remodeling in black bears conserves energy and bone mass during hibernation; Journal of Experimental Biology, DOI:10.1242/jeb.120725
  3. Heer, M.: Schwerelosigkeit/Immobilität: Einfluss auf die Knochenphysiologie, Journal für Mine-ralstoffwechsel, 2004; 11 (2), 17-19