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Impfen gerade bei Allergien

Kinder mit Allergien – z. B. gegen Pollen – und auch allergiegefährdete Kinder sind durch Infektionskrankheiten genauso bedroht wie ihre gesunden Altersgenossen. Sie brauchen daher die gleichen Schutzmaßnahmen. Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) nimmt in der Leitlinie Allergieprävention“ ganz klar Stellung:

„Alle Kinder, auch allergiegefährdete, sollen nach den STIKO-Empfehlungen geimpft werden
.“

Allergiker vertragen Impfungen in der Regel komplikationslos. Allerdings reagieren sie manchmal stärker auf Impfungen als andere Menschen. Dies beschränkt sich im Allgemeinen auf stärkere Lokalreaktionen wie Rötung, Schwellung, Juckreiz und leichte Schmerzen an der Impfstelle. Dabei handelt es sich nicht um eine allergische Reaktion.

Während einer Verschlechterungsphase einer allergischen Erkrankung sollte natürlich nicht geimpft werden, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu beanspruchen. Und falls der Verdacht besteht, der Impfling könne gegen einzelne Bestandteile des Impfstoffes allergisch sein – was selten der Fall ist – muss dies im Vorfeld durch eine gute Anamnese abgeklärt werden.

Ansonsten steht den schützenden Maßnahmen nichts im Weg: Wissenschaftliche Studien belegen, dass Impfungen weder das Allergierisiko erhöhen noch das Immunsystem überlasten. Bestimmte Impfungen sind für Allergiker sogar besonders wichtig, z. B. bei Asthma gegen Grippe oder bei Neurodermitis gegen Windpocken.

Quellen:

  1. Präventions- und Informationsnetzwerk Allergie/Asthma, PINA e.V. Allergien und Asthma bei Kindern und Jugendlichen – das pina online-Buch, Kapitel Impfungen
  2. Schäfer, Torsten, et al.: S3-Leitlinie Allergieprävention – Update 2014; Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ); Allergo J Int 2014; 23: 186 unter www.dgaki.de
  3. Weißer, K., Barth, I., Keller-Stanislawski, B. / Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Sera und Impfstoffe: Sicherheit von Impfstoffen; Bundesgesundheitsbl. 2009 · 52:1053–1064; Online publiziert: 14. Oktober 2009 DOI 10.1007/s00103-009-0961-y
  4. Ley-Köllstadt, S., Arndt, U., Grüber, A. & Quast, U.: Schwierige Impffragen – kompetent beantwortet; Dritte, überarbeitete Auflage, 2013.
  5. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin 34/2015
  6. Clark, A.T., et al.: British Society for Allergy and Clinical Immunology guidelines for the management of egg allergy. Clin. Exp. Allergy 2010, 40 (8): 1116-1129 doi: 10.1111/j.1365-2222.2010.03557.x.
  7. Robert Koch-Institut: Kann bei bestehender Hühnereiweißallergie geimpft werden? unter http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/AllgFr_ImpfGesundheitsschaden/FAQ03.html?nn=2391120%29