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FSME-Schutz: Entspannt in den Urlaub fahren

(dgk) „Bitte suchen Sie sich abends nach Zecken ab“, rät der Wanderführer nach einem ereignisreichen Urlaubstag in Oberösterreich. Sofort beginnen einige Urlauber, hektisch nach verdächtigen Pünktchen Ausschau zu halten. Doch zwischen kleinen Haaren und Leberflecken auf der Haut sind die kleinen Spinnentiere nicht leicht zu finden – vor allem nicht die „ungesogenen“ Larven, die nur einen halben Millimeter groß sind.

Borreliose und FSME – maßgeschneiderte Schutzmaßnahmen
Das Absuchen des Körpers nach Zecken ist sinnvoll, denn das schnelle Entfernen der Tiere schützt recht sicher vor einer möglichen Borreliose. Vor einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) schützt es laut Experten allerdings nicht – die FSME-Viren werden sofort nach Stichbeginn durch eine infizierte Zecke übertragen. Einen sicheren Schutz gegen die Hirnhautentzündung bietet lediglich eine Impfung. Doch höchstens die Hälfte der Wanderer aus der Gruppe verfügt über einen ausreichenden Schutz vor FSME, wie eine Nachfrage ergibt.

Reiseimpfung – nicht nur bei Tropenreisen
Das ist nicht ungewöhnlich: Von vielen wird die FSME-Impfung gar nicht als Reiseimpfung wahrgenommen. Während es für Tropenreisende meist selbstverständlich ist, für einen sicheren Impfschutz zu sorgen, wird das bei Reisen in Europa oder Deutschland oft vergessen. Dabei liegen viele der beliebtesten Reiseziele in FSME-Risikogebieten in Österreich, Bayern, am Bodensee oder im Schwarzwald. Laut Umfrage haben etwa fünf Prozent der Deutschen vor, sich im Nachbarland Österreich zu erholen. Damit liegt die Alpenrepublik weit vorn unter den beliebtesten Urlaubszielen.* Dazu kommen noch weitere mögliche Urlaubsländer wie u. a. Kroatien, Schweiz, Liechtenstein, Schweden, Finnland, Polen, Ungarn und die Slowakische Republik.

Schnellschema – FSME-Impfung für Eilige
Deutschlandweit beginnen die Sommerferien. Das Deutsche Grüne Kreuz e. V. weist jetzt darauf hin, dass Reisewillige jetzt noch Zeit haben, einen sicheren Impfschutz vor FSME aufzubauen. Normalerweise sind dafür drei Impfdosen notwendig (die ersten beiden im Abstand von 1 Monat, die dritte nach 4 bzw. 11 Monaten). Für Eilige gibt es jedoch ein verkürztes Impfschema: Dabei erhält man zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen. Spätestens 14 Tage nach der zweiten Impfung (also 28 Tage nach der ersten Impfung) ist der Impfschutz dann vorhanden.

Nicht vergessen werden sollte hierbei natürlich die dritte Impfung zum Abschließen der dauerhaften Grundimmunisierung.

Krankenkasse zahlt für Inlandsreise
Für Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben, wird die Impfung gegen FSME von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Inzwischen bezahlen viele Kassen die FSME-Impfung auch für Reisende, die in ein Risikogebiet inner- oder außerhalb Deutschlands fahren. Eine Liste der entsprechenden Kassen hat das Centrum für Reisemedizin (CRM) unter www.crm.de/krankenkassen veröffentlicht.

 *Wirtschaftswoche online vom 29.01.2013

Kostenfreie Impfsprechstunde beim Deutschen Grünen Kreuz e. V. (DGK)

Ist eine FSME-Impfung notwendig? Kann vor dem Urlaubsbeginn noch ein ausreichender Impfschutz aufgebaut werden? Wer übernimmt die Kosten für die Impfung? Kann man trotz bestimmter Vorerkrankungen impfen? Und was ist mit Nebenwirkungen?

Nutzen Sie die telefonische Impfsprechstunde im DGK zum normalen Tarif Ihres Telefonanbieters. Jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr stehen Experten unter der Rufnummer 0 64 21 / 2 93 – 1 88 für Sie bereit.