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Neue Impf-Empfehlungen der STIKO sind veröffentlicht
Quelle: DGK

(Marburg, 8. August 2012) Impfungen schützen. Sie gehören zu den wirksamsten und wichtigsten präventiven Maßnahmen auf dem Gebiet der Medizin.
Die Ständige Impfkommission der Bundes-republik Deutschland – abgekürzt STIKO –  analysiert kontinuierlich neue Daten und Fakten zu impfpräventablen Erkrankungen, Impfquoten und Impfstoffen, und gibt dazu Empfehlungen, die sie jährlich anpasst. Diese Empfehlungen der STIKO dienen den Bundes-ländern als Vorlage für ihre öffentlichen Impfempfehlungen.

Nun sind die Impf-Empfehlungen 2012 veröffentlicht (Epid Bull 2012/30). Dabei gibt es Änderungen in puncto Meningokokken- und Mumps-Impfung.
Und es gibt Empfehlungen zu Nachholimpfungen. Diese Hinweise sollen Ärzten im Praxisalltag eine Hilfestellung geben, welche Impfungen bei unvollständig geimpften Patienten erforderlich sind, um den altersentsprechend empfohlenen Impfschutz zu erreichen.

Die STIKO erläutert zum Beispiel das Vorgehen bei fehlender Impfdokumentation, die Indikationen für die "serologische Titerbestimmung", die nur in Ausnahmefällen sinnvoll ist, und die Frage zusätzlich verabreichter Impfdosen, wenn etwa in einem Kombinationsimpfstoff nicht alle enthaltenen Komponenten erforderlich sind.

Außerdem werden erstmals altersabhängige Empfehlungen für die Durchführung von Nachhol-impfungen formuliert. Erwachsene zum Beispiel sollten bei unzureichendem Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten oder Polio entsprechende Nachholimpfungen erhalten.

Bei einer anstehenden Tetanus-Auffrischimpfung sollte der Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis) verwendet werden. Dies wird bei unfall- oder verletzungsbedingten Tetanus-Impfungen noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Die STIKO erinnert auch daran, dass nach 1970 geborene Erwachsene, die in der Kindheit nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft worden sind oder deren Impfstatus unbekannt ist, eine einmalige Masern-Impfung vorzugsweise mit einem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff erhalten sollten.

Änderungen zur Meningokokken- und Mumps-Impfung
Eine Änderung betrifft die 4-valenten Konjugatimpfstoffe gegen Meningokokken der Typen A, C, W135 und Y. Diese werden von der STIKO für Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Meningokokken-Erkrankungen und für Reisende in Länder mit hohem Infektionsrisiko empfohlen. Die STIKO hat in ihren Empfehlungen die Erweiterung der Zulassung dieser Impfstoffe auf Kinder ab 1 Jahr berücksichtigt, statt bisher ab 11 Jahren. Die Empfehlung der routinemäßigen Impfung aller Kinder im zweiten Lebensjahr mit einem Konjugatimpfstoff gegen Meningokokken C bleibt unverändert bestehen.

Zudem hat die STIKO eine Erweiterung der beruflichen Indikation der Mumps-Impfung beschlossen. Die Empfehlung wurde ausgeweitet auf Personen, die in Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungs-einrichtungen für junge Erwachsene tätig sind. Hintergrund: In Deutschland gibt es - ähnlich wie in anderen Industrieländern - seit einigen Jahren wiederholt kleinere Mumps-Ausbrüche in Schulen und Universitäten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.stiko.de.

Für Fachleute

Seit Juli 2012 neu auf dem Markt gibt es das „ABC der Impfstoffe“. Das Buch bietet eine praktische Hilfestellung in der täglichen Praxis und beantwortet zum Beispiel folgende Fragen: Welche Impfungen verbergen sich hinter den alten Impfstoffnamen im Impfausweis der Patienten? Gibt es sie eigentlich noch auf dem Markt?

Im großen „Handbuch der Impfpraxis“ finden Sie eine in Deutschland einmalige Zusammen-stellung aktueller wissenschaftlicher Daten zu allen durch Impfung verhütbaren Krankheiten. Das Buch wurde von 25 ausgewiesenen Experten erstellt und enthält zusätzlich für Vorträge eine CD mit der PowerPoint-Präsentationen der wichtigsten Informationen.

Zudem erscheint in Kürze die aktualisierte Auflage des Impfkalenders als Abreißblock.