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Schwangerschaft: Impfungen, Infektionen und Medikation
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Arzneimittelpass für Schwangerschaft und Stillzeit gibt Sicherheit
Als (werdende) Mutter wollen Sie natürlich nur das Beste für Ihr Kind. Keine der wichtigen Vorsorgeuntersuchungen werden Sie deshalb bei Ihrem Arzt auslassen. Alle Ergebnisse werden im „Mutterpass“ festgehalten. Diesen Pass kennen Sie bestimmt.

Wie sieht es aber mit Medikamenten aus? Jeder weiß, Arzneimittel können unter Umständen dem ungeborenen oder gestillten Kind schaden. Welche sind in Schwangerschaft und Stillzeit unproblematisch oder welche sind sogar ratsam? Haben Sie den Überblick, wenn Sie mehrere Arzneimittel – vielleicht sogar von verschiedenen Ärzten o-der Apotheken – anwenden? Damit Sie künftig auch mit Ihren Medikamenten sicher sind, gibt es jetzt neu als Pendant zum Mutterpass: den „Arzneimittelpass“ vom Deutschen Grünen Kreuz. Erhältlich ist er in der Apotheke.
Apotheker können die Pässe zusammen mit einer Beratungstabelle und einem Poster hier bestellen.

Ist die zukünftige Mutter geimpft, ist das Baby oft mit geschützt
In der Schwangerschaft sollten nur unbedingt notwendige Arzneimittel verabreicht werden. Das gilt auch für Impfungen. „So viel wie nötig und so wenig wie möglich“, lautet hier der Leitsatz. Die meisten Impfungen mit inaktivierten Impfstoffen dürfen gegeben werden, die Grippe-Impfung ist sogar explizit für Schwangere empfohlen!

Am besten ist es, wenn eine Frau schon vor der Schwangerschaft an den notwendigen Impfschutz denkt. Denn der "mütterliche Nestschutz" aufgrund von Impfungen kann das ungeborene und neugeborene Kind schützen: Die Mutter bildet aufgrund der Impfung (oder einer Erkrankung) Antikörper, die gegen den Erreger oder dessen Gift, etwa bei Tetanus, vorgehen und ihn unschädlich machen. Manche dieser Antikörper wie bei Masern, Mumps, Röteln und Tetanus können durch die Plazenta in das Kind gelangen und schützen dieses dadurch mit. Dies gilt nicht für alle Infektionen: Antikörper gegen Keuchhusten werden beispielsweise nicht von der Mutter auf das Kind übertragen. Daher kann ein Neugeborenes sofort daran erkranken.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Vaginalpilz: Häufig in der Schwangerschaft
Für eine schwangere Frau ist die Wahrscheinlichkeit, an einer vaginalen Hefepilz-Infektion zu erkranken, deutlich höher als für eine nicht schwangere Frau. Etwa 30 Prozent der Schwangeren haben am Schwangerschaftsende eine solche Infektion. Sie wird meist von einer Hefepilz-Spezies namens Candida albicans hervorgerufen.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Cytomegalie: Vorsorge ja, aber keine Panik
Das Cytomegalie-Virus (CMV) ist weltweit verbreitet. Viele Menschen infizieren sich unbemerkt im Laufe ihres Lebens. Einmal erworben, bleibt der Erreger lebenslang im Körper, ähnlich wie die Windpockenviren. Dies kann z. B. für Patienten nach einer Organtransplantation gefährlich werden, denn durch die verminderte Immunabwehr kann das Virus reaktiviert werden.
Für Schwangere stellt sich ein andere Problem: Eine Erstinfektion in den ersten Schwangerschaftsmonaten kann das Kind schädigen. Doch es gibt Möglichkeiten der Vorsorge, auch wenn der CMV-Test noch nicht in den Mutterschaftsrichtlinien enthalten ist. Daher wird diese Untersuchung auch nicht routinemäßig angeboten. Erst wenn sich Symptome zeigen, wird heutzutage der CMV-Test durchgeführt. Beispielsweise wenn bei der Ultraschalluntersuchung festgestellt wird, dass das Baby zu klein ist. Besser: Selbst die Initiative ergreifen und den Gynäkologen ansprechen. Eine einfache Blutuntersuchung gibt Sicherheit.
Weitere Informationen finden Sie hier.