[Druckansicht schliessen]
Schon wieder „Pipi“ im Bett?
Bettnässen: Tipps für Eltern
Manche Kinder werden früher trocken, andere später – und gelegentlich gibt es Rückfälle. Bildquelle: Il Fede – Fotolia.com

(Marburg, 21. Februar 2012) Die meisten Familien mit kleinen Kindern kennen das: Am Tag ist das Kind zwar trocken und die Kleinen fühlen sich auch schon viel zu groß, um noch mit Windeln zu schlafen, aber während der Nacht geschieht dann doch das „Unglück“: Das Bett ist nass. Die Ursachen für das nächtliche Einnässen können ganz unterschiedlich sein.

Zunächst sollten Eltern wissen, dass Bettnässen bis zum Alter von etwa fünf Jahren gar nichts Ungewöhnliches ist. Manche Kinder werden früher trocken, andere eben später – und gelegentlich gibt es auch Rückfälle bei Kindern, die schon einmal längere Zeit trocken waren. 25 Prozent der Vierjährigen machen gelegentlich nachts ins Bett. Bei den Siebenjährigen ist jeder zehnte betroffen und immerhin ein Prozent der Jugendlichen. Größere Sorgen sind erst angebracht, wenn das Kind älter als fünf ist, und regelmäßig ins Bett macht. Möglicherweise liegt dann eine Entwicklungsverzögerung oder eine eingeschränkte Reizverarbeitung im Gehirn vor. Diese wird zum Beispiel bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) beobachtet. In allen Fällen ignoriert das Gehirn die Signale der vollen Harnblase und damit die Fähigkeit zur willkürlichen nächtlichen Blasenkontrolle. Auch bestimmte Hormone, die dafür sorgen sollen, dass nachts weniger Urin gebildet wird, werden vielleicht noch nicht ausreichend produziert. Eine ärztliche Untersuchung sollte klären, welche Ursachen in Frage kommen.

Wenn ein Kind nach langer trockener Zeit wieder beginnt ins Bett zu machen, kann die Ursache eine psychische Belastung sein, wie Umzug, Einschulung, Schulprobleme, neues Geschwisterkind, Trennung der Eltern oder Todesfall.

Was auch immer die Ursache für das nächtliche Einnässen sein mag, Eltern sollten geduldig, ruhig und verständnisvoll reagieren. Um die elterliche Nerven- und Arbeitsbelastung einigermaßen zu begrenzen, ist es sinnvoll, das Bett auf gelegentliches Nasswerden vorzubereiten:

Ein Bettbezug aus Mikrofasern wird von vielen Kindern als unangenehm empfunden. Besser geeignet ist Baumwollbettwäsche. Synthetisch sollte nur die Füllung der Bettdecke sein, gut sind so genannte Allergiker-Decken. Unter das Spannbettuch gehört eine gummierte Matte. Sie  besteht  aus zwei Lagen  Baumwolle, dazwischen eine Schicht  Kautschuk oder  Poly-urethan. Diese etwa 90 x 70 Zentimeter großen Unterlagen bekommt man dort, wo es Betten oder Bettwäsche gibt oder im Sanitätsfachhandel. Weil die Außenseite der Unterlage aus Baumwolle besteht, beeinträchtigt sie den Schlafkomfort nicht. Die Matten sind saugfähig und lassen den Urin nicht in die Matratze durchsickern.

Das ganze Paket aus Deckbett, Bettbezug, Gummimatte und Spannbettuch passt im Falle eines Malheurs in eine Waschmaschine. Matten und Allergiker-Decken dürfen auch bei 60 Grad Celsius oder mehr gewaschen werden. Am besten, man hat diese Ausstattung zweifach, um das Bett sofort wieder in den optimalen Zustand versetzen zu können.

Ein Tipp zum Trinkverhalten: Wer beobachtet, dass das Kind nur dann nachts ins Bett macht, wenn es abends viel getrunken hat, kann die Tagestrinkmenge in den Nachmittag verlagern. Wenn es abends beispielsweise nur noch eine Tasse Tee gibt, und das Kind vor dem Schlafen zur Toilette geschickt wird, bleibt das Bett meist trocken.

Weitere Informationen finden Sie hier:
>> Bettnässen - Problem für Eltern und Kind
>> Opens external link in new windowwww.initiative-trockene-nacht.de