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Zweifacher Schutz für Risikogruppen: Jetzt gegen Influenza und Pneumokokken impfen

Quelle: Fotolia(Marburg, 20. Oktober 2011) Auch wenn niemand genau sagen kann, wann die nächste Grippewelle anrollt, dass sie kommt, ist sicher. Zwar treten Grippe-Erkrankungen gehäuft meist erst nach dem Jahreswechsel auf, doch im Jahr 2009 begann die Grippewelle, verursacht durch das Auftreten der „Neuen Influenza“ (Schweinegrippe), bereits Mitte Oktober. „Daher ist es sinnvoll, bereits im Oktober, spätestens aber im November, an die Impfung zu denken“, erklärt Dr. Andrea Grüber, Impfexpertin beim Deutschen Grünen Kreuz e.V..

Nach den aktuellen STIKO-Empfehlungen sollen sich folgende Personen impfen lassen:

 

- Menschen ab 60 Jahre
- Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (bei bestehenden Grunderkrankungen bereits ab dem ersten Drittel)
- chronisch Kranke (vor allem solche mit chronischen Lungenkrankheiten, Herz-Kreislauf-, Leber-       und Nierenerkrankungen, mit verschiedenen Stoffwechselkrankheiten und bei Störungen des           Immunsystems)
- Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
- alle Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko, wie beispielsweise medizinisches Personal

Ein Teil derjenigen, für die das Influenzavirus besonders gefährlich ist, ist auch durch Pneumokokken besonders gefährdet. Alle Menschen ab 60 Jahren sowie Patienten mit chronischen Erkrankungen sollten daher überprüfen, ob sie gegen Pneumokokken geschützt sind und, wenn notwendig, eine Impfung vornehmen lassen. Die Impfung gegen Pneumokokken und die gegen Influenza können an einem Impftermin verabreicht werden.

Pneumokokken gehören nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit zu den weltweit bedeutendsten bakteriellen Infektionserregern beim Menschen. Besonders anfällig für Infektionen mit den gefährlichen Bakterien sind Kleinkinder sowie alte Menschen und Personen mit chronischen Krankheiten. Pneumokokken sind neben Meningokokken die häufigsten Erreger der bakteriellen Hirnhautentzündung im Kindesalter. Sie verursachen bei Säuglingen und Kleinkindern weitere Infektionen wie beispielsweise Mittelohr- und Lungenentzündung. Bei älteren Menschen sind Pneumokokken der häufigste Auslöser von Lungenentzündungen.

Die STIKO empfiehlt daher folgenden Personen, sich gegen Pneumokokken impfen zu lassen:

-    alle Kinder bis zum 2. Geburtstag (Standardimpfung seit dem Jahr 2006)
-    Menschen ab 60 Jahre
-    chronisch Kranke (vor allem solche mit chronischen Lungenkrankheiten, Herz-Kreislauf-,                Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes und bei Störungen des Immunsystems)

Obwohl die Pneumokokken-Impfung gut verträglich ist, sind nur etwa 20 Prozent der Menschen, für die die Impfung empfohlen wird, geimpft. Bei Erwachsenen ist nur eine Impfung notwendig. Eine Wiederimpfung nach 5 Jahren (Erwachsene) bzw. 3 Jahren (Kinder unter 10 Jahren) wird nur für bestimmte Risikogruppen empfohlen. Durch die Impfung könnten bei Älteren schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der schweren Pneumonien verhindert vermieden werden.

? Weitere Informationen zum Thema Grippe finden Sie hier.
? Informationen zu Pneumokokken finden Sie hier.
? Für Fachleute gibt es das neue, aktualisierte Ärztemerkblatt Pneumokokken                          (Autoren: Prof. Dr. med. Christel Hülße, Prof. Dr. med. Ulrich Heininger; Hrsg. Deutsches              Grünes Kreuz e. V.), das hier kostenfrei heruntergeladen werden kann.