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Neues Ärztemerkblatt Pertussis

Keuchhusten: Epidemie in Kalifornien weitet sich aus

(Marburg,  2. 11. 2010)  In Kalifornien ist Keuchhusten zu einer Epidemie geworden: Von Januar bis Anfang November 2010 wurden mehr als 6.400 Keuchhusten-Erkrankungen gemeldet, 10 Säuglinge starben daran. Seit fast 50 Jahren wurden nicht mehr so viele Fälle beobachtet. Auch aus Washington State, Pennsylvania, Michigan und Missouri wurden Ausbrüche gemeldet.

Kinder ab 2 Lebensmonaten sollten eine Grundimmunisierung erhalten, Auffrischimpfungen sind mit etwa 5 oder 6 Jahren und im Alter von 9 bis 17 Jahren empfohlen.

Alle Erwachsenen sollten mit der nächstfälligen Diphtherie- und Tetanus-Impfung auch einmalig gegen Keuchhusten geimpft werden. Auch zum Schutz der Säuglinge, denn es gibt keinen Nestschutz! Diese Altersgruppe kann nur geschützt werden, wenn die Umgebung geimpft ist, denn die Pertussis-Impfungen können erst in einem Alter von acht Wochen begonnen werden.
 

Ärztemerkblatt Pertussis

(Marburg, 15. Juni 2010) Das neue Ärztemerkblatt Pertussis mit aktuellen Informationen über Keuchhusten bei Erwachsenen steht ab sofort zum Download bereit. Berücksichtigt wurden die jüngsten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO): Eine einmalige Pertussis-Auffrischimpfung für jeden Erwachsenen ist nunmehr im Impfkalender verankert. 
Zum kostenfreien Download im Fachleute-Bereich...

Pertussis (Keuchhusten) ist weltweit verbreitet und gehört zu den gefürchteten Infektionskrankheiten, dessen effektive Bekämpfung die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon seit vielen Jahren fordert.

Pertussis ist keine typische „Kinderkrankheit“ mehr, in Deutschland sind 4 von 5 Patienten älter als 15 Jahre. Noch zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts starben allein in Deutschland jährlich mehr als 20.000 Kinder an Keuchhusten. Dies ist inzwischen, nicht zuletzt durch die systematische Impfung der Säuglinge und Kleinkinder, nicht mehr der Fall. Aber weil Impfungen erst im Alter von etwa 8 Wochen begonnen werden können, bleiben stets vor allem die Kleinsten gefährdet: Die höchste Letalität findet sich auch heute noch bei Kindern unter 6 Monaten.

Infektionsquelle sind dabei meist Erwachsene aus der engen Umgebung des Säuglings. Pertussis ist sehr ansteckend, die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Bei wiederholtem, engen Kontakt wie zum Beispiel innerhalb einer Familie oder in anderen Gemeinschaftseinrichtungen ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung nahezu 100 Prozent.

Impfen ist kein "Kinderkram"

Broschüre "Rundum geschützt - Impfungen für Fortgeschrittene"

Die Broschüre "Rundum geschützt - Impfungen für Fortgeschrittene" informiert über Infektionskrankheiten, vor denen sich ältere Menschen schützen sollten. Zwar wird im Kindesalter die Basis gelegt für einen umfassenden Impfschutz, aber auch das Immunsystem altert und wird "vergesslich". Damit es seinen Schutz aufrecht erhält, muss es "erinnert " werden!
Und das ist der Impfschutz, auf den jeder Mensch auch im fortgeschrittenen Alter achten sollte:
? Wundstarrkrampf (Tetanus)
? Diphtherie
? Kinderlähmung (Poliomyelitis)
? Keuchhusten (Pertussis)
? Virusgrippe (Influenza)
? Pneumokokken-Erkrankungen (können z. B. als schwere Lungenentzündungen auftreten)
Dazu können noch weitere Impfungen kommen, z. B. gegen Hepatitis A, Typhus oder Tollwut, wenn eine Reise in südliche Gefilde oder in fremde und
ferne Länder ansteht. Wer in einem Gebiet wohnt oder dorthin reist, wo die
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung) verbreitet ist, sollte sich dagegen impfen lassen.

Zum Download der Broschüre "Rundum geschützt - Impfungen für Fortgeschrittene"...