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Risikopatienten
Medikamente auf Reisen
Wer auf Medikamente angewiesen ist, sollte für die Reise einen Vorrat mitnehmen. Foto: Imagesource

Besonderheiten für "Risikopatienten" auf Reisen:

Patienten mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes) sowie Schwangere bedürfen vor der Reise einer eingehenden Beratung. Das gilt auch für Reisen mit Säuglingen, Kleinkindern und Senioren. Medizinische Fachkreise können sich dazu eine entsprechende Checkliste mit besonders zu bedenkenden Besonderheiten herunterladen (>> zum Download), die die Standard-Reiseempfehlungen ergänzt.

Dauermedikamente sollten für die gesamte Reisezeit in ausreichender Menge plus etwa ein Drittel als Reserve mitgenommen werden. Wird das Gepäck separat aufgegeben wie z. B. bei Flugreisen, gehört ein Teil der Vorräte auf jeden Fall ins Handgepäck, besonders Akutmedikamente.

Wenn mehrere Gepäckstücke aufgegeben werden, empfiehlt es sich, die Medikamente zu verteilen (falls ein Koffer verlorengeht). Fehlen dennoch Medikamente, ist die Gebrauchsinformation für die Beschaffung am Urlaubsort nützlich. Hilfreich sind auch eine Medikamentenliste mit den Diagnosen oder eine Kopie des letzten Arztbriefes sowie etwaige Patienten-Pässe wie Allergie-, Diabetiker oder Marcumarausweis.

Bei interkontinentalen Flugreisen kommt es zu einer Zeitverschiebung, weshalb der Einnahmerhythmus von Antidiabetika, hormonellen Kontrazeptiva und Antikoagulantien gegebenenfalls geändert werden muss.

Diabetiker
Insulinpflichtige Diabetiker müssen sich mit genügend Zubehör eindecken. Auf Reisen kann ein häufigeres Messen des Blutzuckers erforderlich werden. Einmalspritzen mit 100 I.E.-Einteilung ersetzen notfalls einen defekten Insulinpen.

Um im Falle einer Unterzuckerung gegensteuern zu können, sollten schnell wirkende Kohlenhydrate wie Traubenzucker bzw. -Lösung griffbereit sein. Zur Kontrolle des Blutzucker ist an ein Messgerät mit ausreichend Teststreifen, Ersatzbatterie, Stechhilfe sowie Ketonteststreifen und Desinfektionstücher zu denken.

In Gebrauch befindliches Insulin kann bis zu vier Wochen bei Temperaturen bis zu 30 °C aufbewahrt werden, ohne dass die Wirkung stark beeinträchtigt wird. Längere direkte Sonneneinstrahlung führt jedoch zu einem Wirkungsverlust. Tipp: Die Patrone in einen nassen Waschlappen einwickeln oder in eine mit kaltem Wasser gefüllte Thermoskanne legen.

Da Spritzen im Gepäck Zollbeamten irritieren könnten, erleichtert die Vorlage einer entsprechenden Erklärung (z. B. internationaler Diabetikerausweis) die Formalitäten. Siehe auch "Mitnahme von Betäubungsmitteln".

Reisethrombose
Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen und Schwangere sind besonders gefährdet. Mehr...

Sonnenschutz
Eine Reihe von Arzneistoffen wie beispielsweise manche Antibiotika, Chemotherapeutika, Antidiabetika sowie Blutdruckmittel und Psychopharmaka oder auch die „Pille“ können durch Sonneneinwirkung Hautreaktionen bis Verbrennungen auslösen. Auch bei manchen Hauterkrankungen wie Krebsvorstufen oder Akne ist Vorsicht geboten. Ein entsprechend höherer Lichtschutzfilter ist dann angezeigt. Im Einzelfall muss intensiver Sonnenstrahlung auch ganz aus dem Wege gegangen werden.

Mitnahme von Betäubungsmitteln

Bei Überschreitung der Grenze kann darüber ein ärztliches Attest erforderlich werden. Mehr...