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Sehprüfung schon bei Babys möglich

Eltern und Kinderarzt sind gefragt   Etwa bei zehn Prozent aller Kinder treten Sehstörungen auf. Ihre Früherkennung ist eine wichtige Aufgabe, denn nur so können dauerhafte Beeinträchtigungen des Sehvermögens vermieden werden. Da sich Kinder vor allem bei einseitigen Sehstörungen oft nicht beeinträchtigt fühlen und diese durch Gewöhnung und Anpassung etwa Schiefstellung des Kopfes oder Augenzwinkern, auszugleichen versuchen, ist es Aufgabe der Eltern und des Kinderarztes, auf auffälliges Verhalten des Kindes und auf eventuelle auch noch so leichte Abweichungen der Augenstellung (Schielen) zu achten. Durch eine Sehprüfung und Untersuchung beim Augenarzt lassen sich dann Hinweise auf eine Sehstörung finden.



Tests bei Kleinkindern
 

Vor allem bei Kleinkindern, die noch nicht in der Lage sind, sich sprachlich genau auszudrücken, ist eine altersgerechte Prüfung der Sehfunktion erforderlich.
Wer sich als Erwachsener regelmäßig sein Sehvermögen testen lässt, kann sich nicht vorstellen, wie eine solche Sehprüfung bei Kleinkindern oder gar Babys praktiziert werden kann. Augenärzte weisen darauf hin, dass schon im Säuglingsalter, also bei ein bis zwei Monate alten Babys, eine qualitative Überprüfung des Sehvermögens möglich ist. Durch Beobachten der Bewegungen auf einem oder beiden Augen und Reaktionen auf vorgehaltene sowie langsam bewegte Lichter und Gegenstände erhält man wichtige Informationen über eventuelle Sehstörungen. Etwa, wenn das Kind durch Abdecken des gesunden Auges gezwungen ist, mit dem "schlechten", das heißt schielenden, zu sehen und dadurch irritiert reagiert.

Im Kleinkind- und Vorschulalter, also ab dem dritten Lebensjahr, können Tafeln mit unterschiedlich großen Sehzeichen eingesetzt werden. Vor allem die so genannten E-Zeichen, die in verschiedenen Richtungen gedreht sind, haben eine positive Rückmeldung. So fragt der Arzt das Kind: "In welche Richtung zeigen die ‚Finger': nach oben, unten, rechts oder links?" Aber auch verschiedene Symbole, die das Kind beim Erkennen durch einen Knopfdruck "festhält", eignen sich für die Beurteilung des Sehvermögens.


Tests bei Schulkindern
 

Im Schulalter ist es dann möglich, die Sehtestverfahren einzusetzen, wie sie auch bei Erwachsenen üblich sind und sowohl das Sehen in die Ferne als auch die Nähe (mit einen Lesetext) zu überprüfen.

Wichtig ist, dass bei jeder Auffälligkeit oder beim Verdacht auf eine Sehstörung sofort ein Augenarzt aufgesucht wird. Vom Säuglingsalter bis zum Schulbeginn und darüber hinaus sollten die Augen in regelmäßigen Abständen untersucht werden. Jeder versäumte Termin einer Vorsorgeuntersuchung ist immer mit der Gefahr von nicht mehr gut zu machenden Beeinträchtigungen des kindlichen Sehvermögens verbunden. Andererseits lassen sich - frühzeitig erkannt - die meisten Augenfehler behandeln oder etwa durch eine kindgerechte Brille korrigieren.