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Autogenes Training

Was ist Autogenes Training
 

Der Name ist dem Griechischen entlehnt und bedeutet "aus sich selbst hervorgebracht". Autogenes Training ist ein aus der Hypnose entwickeltes Verfahren zur Entspannung. Der Begründer des Verfahrens ist der Nervenarzt Johannes Heinrich Schultz (1884-1970). Er formulierte kurze einprägsame Sätze, die beruhigend wirken, wenn man sie immer wieder hört. Man kann sich die Sätze selbst vorsagen, eine andere Person sprechen lassen oder die Sätze vom Band hören. Mit dem Verfahren kann man leichter von Aktivität auf Entspannung umschalten. Das Autogene Training setzte sich rasch durch, weil es wirkungsvoll und einfach zu lernen ist.

Vom Alter her gibt es so gut wie keine Beschränkungen, so lange man die Übungen noch geistig begreifen kann. Mit Kindern kann man Autogenes Training ab etwa dem achten Lebensjahr üben.


Wirkungsweise
 

Durch das Autogene Training erreicht man einen Zustand, der "hypnoid" genannt wird. Unsere Aufmerksamkeit wird so gebannt, dass wir alles andere aus unserer Wahrnehmung ausblenden. Der oder die Praktizierende lernt beim Autogenen Training sich in diesen Zustand zu versetzen. Dazu müssen die Muskeln und das vegetative Nervensystem beeinflusst werden. Das vegetative Nervensystem steuert die unwillkürlichen Körpervorgänge, wie zum Beispiel die Darmbewegungen oder den Herzschlag.


Und so geht es
 

Man sitzt oder liegt beim Autogenen Training in angenehmer Haltung, die schon für sich eine innere Bereitschaft zur Entspannung fördert. Die erste Übung, die "Schwereübung", ist die leichteste. Sie beginnt bei Rechtshändern mit dem rechten Arm, bei Linkshändern mit dem linken Arm. Die jeweils dominante Seite ist in der Regel feinmotorisch besser ausgebildet und besitzt daher mehr Verbindungen zum Gehirn. "Der rechte Arm ist ganz schwer", lautet die Formel zur Entspannung, die man sich immer wieder vorsagt und vorstellt. Nach und nach erreicht man, dass sich das Schwereempfinden auf den ganzen Körper ausbreitet. "Körper ganz schwer" lautet die generalisierte Schwereformel. Dann beginnt das Prozedere mit dem Wärmeempfinden, wobei der Kopf von der Wärme bewusst ausgespart bleibt. Beherrscht man die Grundübungen, wird das Autogene Training ausgedehnt auf die Atmung ("Es atmet in mir"), den Herzschlag ("Das Herz schlägt ruhig und kräftig"), die Sonnengeflechtsübung ("Sonnengeflecht strömend warm") und die Konzentration ("Stirn angenehm kühl"). Jede Übung im Autogenen Training wird zum Abschluss mit einem Befehl ("Arme fest, Atmung tief, Augen auf") klar beendet. Im Fortgeschrittenenkurs lernt man, gezielt auf bestimmte Beschwerden einzugehen. In der Oberstufe befasst sich zusätzlich mit seelischen Vorgängen.


Heilanzeigen
 

Mit dem Autogenen Training kann man sowohl funktionelle als auch psychosomatische Störungen beheben. In neueren Studien werden ausdrücklich folgende funktionelle Störungen genannt:



Funktionell bedeutet, dass die Funktionen der jeweiligen Körperbereiche gestört sind, ohne dass aber eine Krankheit die Symptome verursacht. Beispiel: Bei funktionellen Durchblutungsstörungen der Arme und Beine sind die Blutgefäße aufgrund von Stress angespannt. Liegt eine Krankheit vor, wie zum Beispiel Durchblutungsstörungen bei Arteriosklerose, können diese mit Autogenem Training nicht behoben werden.

Zu den psychosomatischen Krankheiten, die Sie mit Autogenem Training unterstützend behandeln können, gehören:

siehe auch:
Bluthochdruck im Alter
Bluthochdruck und Diabetes

Wenn Sie das Autogene Training zu Hause regelmäßig durchführen, können Sie in Stresssituationen leichter wieder ruhig werden und Schmerzzustände lindern.


Lesen Sie dazu auch:
Progressive Muskelentspannung