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(Marburg, 14.09.05) In Somalia ist ein neuer Fall von Kinderlähmung (Polio) aufgetreten. Das bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf. Somalia galt seit 2002 als frei von Polio. Groß angelegte Impfaktionen hatten die Krankheit massiv eingedämmt. Der neue Fall eines 15 Monate alten Mädchens wurde in der Hauptstadt Mogadischu bestätigt.
Auch in Äthiopien und Jemen kam es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Poliofällen. In Jemen spricht man sogar von einer Epidemie, dort gab es bis 30. August 438 Fälle. Die Anzahl der Kinder in West- und Zentralafrika, die an Kinderlähmung im Jahr 2004 erkrankt sind, hat sich im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht.
Die WHO hat nun für die gesamte Region am Horn von Afrika ein weit reichendes Impfprogramm angesetzt, das unter anderem Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Somalia, Sudan sowie den Jemen, Teile von Kenia und die Demokratische Republik Kongo umfasst. Etwa 34 Millionen Kinder sollen mit Schutzimpfungen erreicht werden. Erste Impfungen sollen am 28. September in Somalia beginnen.
Kinderlähmung bleibt ein Problem. Daher ist es unerlässlich, dass wir auch in Deutschland weiterhin routinemäßig gegen Polio impfen, denn sonst könnte auch hier die Krankheit wieder eingeschleppt werden. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist. Ein Polio-Impfschutz ist darüber hinaus für Reisende in Polio-Risikogebiete (Afrika, Asien) unentbehrlich, wenn die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.dgk.de
www.who.int
www.polioeradication.org,
www.rotary.org/foundation/polioplus/,
www.cdc.gov
www.unicef.org/polio