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Arterien- und Venenleiden

Besenreiser & Co.
 

In unseren Breiten leiden 50 Prozent der Bevölkerung unter Venenerkrankungen. Durch die Arterien wird das sauerstoffreiche Blut in die Beine transportiert. Damit das verbrauchte Blut aus den Beinen zum Herzen gelangen kann, müssen es die Venen von unten nach oben - entgegen der Schwerkraft - befördern. Dabei hilft die Wadenmuskelpumpe, der Sog des Herzens und ein Ventilsystem in den Venen mit. Ist dieses Zusammenspiel gestört, kommt es zur Verringerung des Blutrückflusses. Das Blut versackt in den Beinen.


Symptome
 

Meist beginnt es mit müden, schweren Beinen, Kribbeln, Brennen oder einem Schweregefühl. Heiße Füße, häufiger Juckreiz, das Gefühl, ständig die Füße bewegen zu müssen können erste Anzeichen sein. Schwellungen der Füße, der Knöchel oder des ganzen Beins deuten auf ein fortgeschrittenes Stadium hin.

Kleine Verletzungen, Ekzeme, Venenentzündungen oder Infektionen lassen Wunden entstehen, sogenannte "offene Beine". Besenreiser - das sind kleine Krampfadern in den obersten Hautschichten - und Krampfadern der größeren Venen entstehen durch Aussackungen dieser Blutgefäße. Außerdem kann es durch den veränderten Blutfluss und durch Schäden der Gefäßinnenwand zur Bildung von Blutgerinnseln kommen, die die Venen verschließen können, so genannten "Thrombosen".


Ursachen und Vorbeugung
 

Als grundlegender Faktor für eine Venenerkrankung kommt eine familiäre Vorbelastung in Betracht. Übergewicht, Bewegungsmangel, langes Stehen oder Sitzen, zu enge Kleider, Schuhe mit hohen Absätzen, Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss, aber auch Sportarten wie Squash, Fußball oder Handball sowie ausgedehnte Sonnenbäder wirken sich ungünstig auf das Venenleiden aus. Bei Frauen verstärken die hormonellen Einflüsse und die Veränderungen während der Schwangerschaft eine Venenerkrankung.

Mit frühzeitigen Maßnahmen und entsprechendem Verhalten können Sie selbst viel gegen das Fortschreiten der Venenschwäche tun:

  • Laufen und Liegen ist besser als Sitzen und Stehen. Dadurch wird der Rücktransport des Blutes verbessert. Nutzen Sie sooft wie möglich die Gelegenheit zum Treppensteigen, Radfahren, Schwimmen und Tanzen.
  • Legen Sie, wann immer möglich, die Beine hoch.
  • Meiden Sie lange Wannenbäder und stundenlanges Sonnenbaden.
  • Stärken Sie die Spannkraft Ihrer Venen: Duschen Sie Ihre Beine täglich kurz mit kaltem Wasser ab.
  • Mit gymnastischen Übungen können Sie die Blutzirkulation Ihrer Beine ankurbeln, z. B. durch Füßewippen, wie auf einer alten Nähmaschine, Füße kreisen lassen, auf den Zehen wippen.


Eine medikamentöse Therapie kann noch durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen ergänzt werden, die zusätzlich die Beine entstauen. Haben sich schon Krampfadern gebildet, können die "Besenreiser" und die kleinen Krampfadern verödet werden. Bei großen ausgeprägten Krampfadern kann durch eine Operation der krankhafte Gefäßabschnitt entfernt werden.