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Infektionskrankheiten, Infekt, Erreger, Wundstarrkrampf, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Mumps, Masern, Röteln, Kinderlähmung, Windpocken, Meningokokken,Hepatitis B, Humane Papillomviren, HPV
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Sie sind hier: Impfen macht Schule / Infektionskrankheiten
Infektionskrankheiten

Was ist eine Infektionskrankheit?
Eine Infektionskrankheit – viele sagen auch kurz „Infekt“ oder „ansteckende Krankheit“ – ist eine durch Erreger hervorgerufene Erkrankung. Was Erreger sind, kannst du unter dem Menüpunkt „Krankheitserreger“ nachlesen.

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Was hilft?
Es gibt einige Gegenmittel. Antibiotika helfen beispielsweise gegen Bakterien. Gegen Viren helfen sie allerdings nicht. Daher nutzt es auch nichts, wenn du bei einer Erkältung Antibiotika nehmen würdest, denn diese wird durch Viren ausgelöst. Gegen einige Viren, z. B. Herpesviren, die Lippenbläschen auslösen, gibt es spezielle Medikamente, aber das ist die Ausnahme. Manche Infektionskrankheiten heilen nicht aus und bleiben dauerhaft bestehen (sie werden „chronisch“). Gegen einige Erreger kannst du dich aber vorbeugend impfen lassen.

Hier findest du Informationen zu diesen Infektionskrankheiten.

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Wundstarrkrampf (Tetanus)
Erreger:

  • Wundstarrkrampf-Bakterien. Sie bilden ein gefährliches Gift, das für die Krankheitszeichen verantwortlich ist.
  • Die Keime dringen bei einer Verletzung ins Gewebe ein. Dazu reichen auch schon kleinste Wunden aus, vor allem, wenn sie tief sind und keine Luft an sie kommt.
  • Die  Erreger sind nahezu überall: im Straßenstaub, in der Erde und auch in Tierkot.

Krankheitszeichen:

  • Die Bakteriengifte führen zu extrem schmerzhaften Muskelkrämpfen. Daher der Name „Starrkrampf“.
  • Neben Muskelkrämpfen an Armen und Beinen kann auch die Atemmuskulatur betroffen sein. Diese Patienten müssen dann beatmet werden, denn sie könnten sonst ersticken. Wer an Tetanus erkrankt, muss auf der Intensivstation behandelt werden. Doch auch heute noch sterben etwa 30 Prozent der Erkrankten.

Vorbeugung:

  • Gegen Tetanus gibt es schon seit vielen Jahrzehnten eine Impfung.
  • Die Impfung richtet sich gegen das Gift der Bakterien.
  • Sie muss alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

 

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Diphtherie
Erreger:

  • Diphtherie-Bakterien, die ein gefährliches Gift bilden.
  • Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion, z. B. beim Niesen und Husten, weitergegeben.

Krankheitszeichen:

  • Die Schleimhäute im Rachen schwellen so stark an, dass der Kranke keine Luft mehr bekommt und im schlimmsten Fall sogar ersticken kann.
  • Das Gift, das die Diphtherie-Bakterien ausscheiden, kann beispielsweise auch das Herz und andere Organe stark schädigen.

Vorbeugung:

  • Die Diphtherie-Impfung muss alle 10 Jahre aufgefrischt werden, damit der Schutz erhalten bleibt.
  • Sie wird am besten stets zusammen mit der Tetanus-Impfung gegeben, ggf. kann gleichzeitig auch gegen Keuchhusten und Kinderlähmung geimpft werden (dafür gibt es Kombi-Impfstoffe).
  • Alle Jugendlichen sollten 1 Mal diese Impfung gegen die vier Krankheiten Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung bekommen.
  • Wenn über 80 Prozent der Menschen geimpft sind, kann der Erreger nicht mehr weitergegeben werden – man spricht von Herden-Immunität (die gesamte „Herde“, das meint hier die Gemeinschaft aller Menschen, ist durch die Impfung geschützt).

 

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Keuchhusten
Erreger:

  • Keuchhustenbakterien bilden ebenfalls Giftstoffe, die dann die starken  Hustenanfälle auslösen.
  • Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder auch Sprechen übertragen.

Krankheitszeichen:

  • Keuchen und starke Hustenanfälle geben der Krankheit ihren Namen.
  • Babys können an Keuchhusten sterben, vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten ist Keuchhusten so gefährlich. Sie haben nicht die typischen Hustenanfälle, sondern akute Atemnot, sie können ersticken.
  • Etwa 75 Prozent der Keuchhustenpatienten sind Jugendliche ab 15 Jahre und Erwachsene.
  • Jugendlichen und Erwachsenen „beschert“ der Keuchhusten wochenlang schlaflose Nächte und heftige Hustenattacken bis hin zum Brechreiz.

Vorbeugung:

  • Geimpft werden Jugendliche 1 Mal mit einer Vierer-Kombi-Impfung, die außerdem auch gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung wirkt.
  • Der Impfschutz gegen Keuchhusten wird bei Jugendlichen 1 Mal gegeben, unabhängig davon, ob derjenige schon als Kind geimpft wurde oder die Krankheit sogar durchgemacht hat.
  • Denn: Man kann immer wieder erkranken, auch wenn man Keuchhusten schon einmal durchgemacht hat oder als Baby dagegen geimpft wurde. Nur etwa 10 Jahre hält der Schutz an.

 

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Kinderlähmung
Erreger:

  • Es gibt 3 verschiedene Polioviren, man kann also theoretisch 3 Mal eine Kinderlähmung bekommen.
  • Anstecken kann man sich über eine Schmierinfektion oder mit Kot verunreinigtes Wasser.
  • Die Viren befallen aber nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Früher war die Krankheit aber so häufig, dass alle Leute sie schon in frühester Kindheit bekamen, weil sie so ansteckend ist.

Krankheitszeichen:

  • Zuerst treten Symptome wie eine Grippe auf.
  • Lähmungen an Armen und Beinen, lebensbedrohlich sind Atemlähmungen.
  • Nur etwa jeder 100. bis 1000. mit Polioviren infizierte Mensch hat Lähmungen. Trotzdem sind diejenigen ansteckend, so erklärt sich die rasche Ausbreitung der Krankheit, z. B. in Afrika oder Indien.
  • Es gibt keine ursächliche Behandlung gegen die Viruserkrankung.

Vorbeugung:

  • Jugendliche bekommen die Polioimpfung 1 Mal mit einer Vierer-Kombi-Impfung, die außerdem auch gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten wirkt.

 

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Masern
Erreger:

  • Masernvirus
  • Ansteckung über Tröpfcheninfektion beim Sprechen oder Husten.
  • Masernviren vermehren sich in den Schleimhäuten der Atemwege
  • Masern sind schon 5 Tage vor Ausbruch der ersten Krankheitszeichen ansteckend!

Krankheitszeichen:

  • Hohes Fieber, Bindehautentzündung, Hautausschlag am ganzen Körper, schweres Krankheitsgefühl und wochenlange Anfälligkeit für weitere Infekte kennzeichnen die Masern.
  • Gefährliche Komplikationen: Lungenentzündung und Hirnentzündung
  • Diese Komplikationen nehmen mit steigendem Lebensalter zu, von 250 Jugendlichen mit Masern bekommt einer eine Hirnentzündung, die bleibende Schädigungen verursachen oder sogar zum Tod führen kann.

Vorbeugung:

  • Jugendliche, die noch nicht geimpft sind, bekommen 2 Impfungen mit einem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (mindestens 4 Wochen Abstand zwischen den beiden Impfungen einhalten).
  • Wer bisher nur 1 Mal geimpft ist, bekommt eine 2. Dosis, damit der Impfschutz auch sicher ist.

 

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Mumps
Erreger:

  • Mumpsvirus
  • Ansteckung über Tröpfcheninfektion, selten über Speichel.
  • Mumps ist schon 7 Tage vor Ausbruch der ersten Krankheitszeichen ansteckend!

Krankheitszeichen:

  • Typisch ist beim „Ziegenpeter“ die dicke Backe, die durch die Entzündung der Ohrspeicheldrüse entsteht. Auch andere Drüsen können befallen sein, z. B. die Bauchspeicheldrüse oder die Hoden.
  • Sind die Hoden beidseitig entzündet, droht Unfruchtbarkeit.
  • Bei etwa 10 Prozent der Mumpspatienten kommt es zur Meningitis, also einer Entzündung der Hirnhäute.

Vorbeugung:

  • Jugendliche, die noch nicht geimpft sind, bekommen 2 Impfungen mit einem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (mindestens 4 Wochen Abstand zwischen den beiden Impfungen einhalten).
  • Wer bisher nur 1 Mal geimpft ist, bekommt eine 2. Dosis, damit der Impfschutz auch sicher ist.

 

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Röteln
Erreger:

  • Rötelnvirus
  • Ansteckung über Tröpfcheninfektion.
  • Röteln sind schon 7 Tage vor Ausbruch der ersten Krankheitszeichen ansteckend!

Krankheitszeichen:

  • Eigentlich verlaufen Röteln meistens problemlos. Es kommt zu roten Flecken auf der Haut und zu Fieber, schmerzhafte Lymphknotenschwellung vor allem im Nacken.
  • Schlimm ist es jedoch, wenn eine Frau in der Schwangerschaft erkrankt. Dann kann das ungeborene Kind schwerste Schädigungen an den Organen davontragen, oder es stirbt in den ersten Entwicklungswochen noch im Mutterleib.

Vorbeugung:

  • Jugendliche, die noch nicht geimpft sind, bekommen 2 Impfungen mit einem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (mindestens 4 Wochen Abstand zwischen den beiden Impfungen einhalten).
  • Wer bisher nur 1 Mal geimpft ist, bekommt eine 2. Dosis, damit der Impfschutz auch sicher ist.
  • Bei Mädchen und jungen Frauen sollte überprüft werden, ob der Immunschutz ausreichend ist, vor allem bei Kinderwunsch.

 

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Windpocken
Erreger:

  • Windpockenvirus (Varizella-Zoster-Virus), gehört zur Familie der Herpes-Viren.
  • Ansteckung über Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt zu den Pusteln.
  • Windpocken sind schon 2 Tage vor dem Auftreten des Ausschlages ansteckend!

Krankheitszeichen:

  • Hautausschlag mit extrem juckenden Pusteln am ganzen Körper oder auf den Schleimhäuten, z. B. im Mund.  
  • Komplikationen: Kratzen verboten, denn sonst kommt es leicht zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien, und das kann hässliche Narben geben. Es kann auch einer zu Hirn- oder Hirnhautentzündung, sowie einer Leberentzündung kommen. Windpocken in der Schwangerschaft sind, wie die Röteln, sehr gefährlich für das ungeborene Kind.
  • Wer die Windpocken hatte, kann später an Gürtelrose erkranken, meist im Alter oder bei geschwächter Abwehrlage.

Vorbeugung:

  • Geimpft wird 2 Mal (mindestens 4 Wochen, besser 6 Wochen Abstand zwischen den beiden Impfungen einhalten).

 

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Krankheiten durch Meningokokken
Erreger:

  • Meningokokken, kleine rundliche Bakterien im Doppelpack – so erscheinen sie unter dem Mikroskop.
  • Diese gefährlichen Erreger werden von Mensch zu Mensch, beispielsweise beim Anhusten, Niesen oder Küssen übertragen. Sie heften sich mit Hilfe kleiner Fortsätze an die Schleimhäute des Nasenrachenraumes, wo sie monatelang „schlummern“. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, vermehren sich die Bakterien und dringen ganz in den Körper ein.

Krankheitszeichen:

  • Hohes Fieber, Erbrechen, starke Kopfschmerzen bis zur Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, Einblutungen in die Haut (sieht zuerst aus wie Flohstiche) können Anzeichen einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung sein.
  • Trotz Behandlung können Erkrankte taub, blind oder gelähmt werden. Jeder zehnte Patienten stirbt.
  • Übrigens: Jeder zehnte Mensch in Europa trägt das Virus im Nasenrachenraum, ohne  krank zu sein. Aber er kann die Bakterien an andere weitergeben.

Vorbeugung:

  • In Europa ist neben Typ B auch der Meningokokken-Typ C verbreitet, er verursacht ca. 20 Prozent der Erkrankungen. Deshalb impft man dagegen Säuglinge, Kinder und Jugendliche.
  • Jugendliche bekommen 1 Impfung mit einem Meningokokken-C-Konjugatimpfstoff, wenn sie nicht bereits im Kindesalter geimpft wurden.

 

 

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Hepatitis B
Erreger:

  • Hepatitis-B-Virus
  • Ansteckung über Blut, Speichel, Sperma und Vaginalsekret; während der Geburt von einer infizierten Mutter auf ihr Kind.
  • Hepatitis-B-Viren befallen die Leber (Hepar ist griechisch und bedeutet Leber).
  • Kleine, unsichtbare Haut- oder Schleimhautverletzungen reichen dem Virus, um sich in den Körper zu „schleichen“.

Krankheitszeichen:

  • Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, danach kann es zu einer Gelbsucht kommen, die Haut und das Weiße der Augen verfärben sich.
  • Komplikationen: Bei etwa 10 Prozent schafft es das Abwehrsystem nicht, die Viren abzutöten, es entwickelt sich eine chronische Erkrankung, die nach vielen Jahren zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) oder Leberkrebs führen kann.
  • Nicht alle Infizierten erkranken auch; dennoch können diese Personen andere anstecken, z. B. beim Sex.

Vorbeugung:

  • Wer nicht als Kind geimpft wurde, sollte als Jugendlicher die Impfung rasch nachholen. 3 Impfungen sind notwendig, zwischen 1. und 2. Dosis müssen mindestens 4 Wochen liegen, zwischen 2. und 3. Dosis 6 bis 12 Monate.

 

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Humane Papillomviren
Erreger:

  • Es gibt ca. 200 verschiedene Humane Papillomviren (HPV), viele von ihnen verursachen harmlose Warzen, einige Genitalwarzen, wenige nach Jahren Gebärmutterhalskrebs.
  • HPV 16 und 18: Gebärmutterhalskrebs, HPV 6 und 11: Genitalwarzen.

Krankheitszeichen:

  • Mehr als 80 Prozent der Mädchen und Frauen kommen im Laufe ihres Lebens mit den Viren in Berührung, meisten schon bei den ersten sexuellen Kontakten.
  • Meist besiegt der Körper die Viren, aber bei 10 Prozent bleibt das Virus in der Schleimhaut und so kann viele Jahre nach der eigentlichen Infektion Gebärmutterhalskrebs entstehen.
  • Genitalwarzen sind höchst unangenehm, zuerst entstehen kleine weiße Knötchen an Schamlippen oder Penis, in der Scheide oder Harnröhre oder am After.

Vorbeugung:

  • Kondome schützen beim Sex nur bedingt vor HPV-Infektionen, sind aber natürlich zum Schutz vor anderen Erkrankungen wichtig.
  • Mädchen zwischen 9 und 17 Jahren sollten sich entsprechend den Impfempfehlungen gegen HPV impfen lassen, bevorzugt im Alter von 9 bis 14 Jahren. Bei Mädchen in diesem Alter reichen 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Monaten aus, bei älteren Mädchen und jungen Frauen sind stets 3 Impfungen für einen kompletten Schutz notwendig.
  • Auch geimpfte Frauen müssen an den jährlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen teilnehmen, denn etwa 25 Prozent der Krebsfälle sind nicht durch HPV 16 oder 18 ausgelöst, gegen die die Impfung schützt. 

 

 

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