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Aktuelle Meldungen

... rund ums Thema Impfen

Pasteurisieren - Schutz vor Keimen in Lebensmitteln

(Marburg, 15.12.2009)
Habt ihr euch auch schon mal gefragt, was der Aufdruck „pasteurisiert” auf unseren Milchverpackungen bedeutet? Das Wort klingt französisch und man kann sich nur schwer etwas darunter vorstellen.
Es beschreibt ein Verfahren, das 1864 von dem französischen Chemiker Louis Pasteur erfunden und nach ihm benannt wurde. Man versteht darunter das kurze Erhitzen von Lebensmitteln und anderen Substanzen auf 60 bis 90 Grad Celsius. Ziel des Erhitzens ist es, Mikroorganismen, die zum Verderben von Lebensmitteln führen können, abzutöten. Mikroorganismen wie zum Beispiel Milchsäurebakterien, Hefen und Salmonellen sind Keime, die zu Erkrankungen und Infektionen führen können.
Beim Pasteurisieren von Milch wird die Flüssigkeit für 15 bis 30 Sekunden auf 72 bis 75 Grad Celsius erhitzt und anschließend sofort abgekühlt. Durch dieses Verfahren werden die meisten krankmachenden Keime abgetötet, ohne dass der Geschmack der Milch beeinträchtigt wird.
Louis Pasteur hat übrigens nicht nur das Pasteurisieren erfunden, sondern auch Impfstoffe gegen Milzbrand, Tollwut und die Geflügelcholera entwickelt.

Quelle: www.de.wikipedia.org

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Penicillin: Ein Schimmelpilz kann Leben retten
Alexander Flemings „zufällige“ Entdeckung

(Marburg, 08.12.2009)
Zufälle gibt es nicht nur im Schulalltag, zum Beispiel, wenn es mal ganz unverhofft eine Freistunde gibt, sondern auch in der Forschung. Der schottische Bakteriologe Alexander Fleming ließ 1928 vor den Sommerferien einen Nährboden mit sogenannten Staphylokokken (das sind Bakterien) im Labor stehen. Ende September, nach seiner Rückkehr an den Arbeitsplatz, entdeckte er, dass der Nährboden von einem Schimmelpilz besiedelt war. Genauere Untersuchungen zeigten, dass sich die Staphylokokken, die in der Nähe des Pilzes waren, nicht vermehrt hatten. Der Schimmelpilz hatte ihr Wachstum gestoppt.
Dieser Zufall war eine großartige Entdeckung für die Menschheit. Wenn Bakterien in einem Organismus eine Infektion hervorrufen und sich immer weiter teilen und die körpereigene Abwehr nichts dagegen tun kann, führt die Erkrankung vielleicht sogar zum Tod. Mit dieser zufälligen Entdeckung war plötzlich ein „natürliches Medikament“ gegen Bakterien zur Hand.
Fleming nannte den Stoff, der die Vermehrung der Bakterien verhindert hatte, „Penicillin“. Der Schimmelpilz heißt nämlich mit lateinischem Namen „Penicillium notatum“. In weiteren Forschungen stellte Fleming fest, dass die Wirkung von Penicillin nicht bei allen Arten von Bakterien gleich ist. Es wirkt bei Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokkken, nicht aber bei Salmonellen.
Trotz dieser bahnbrechenden Erkenntnis wurde das Penicillin erst Anfang der 1940er Jahre als Medikament eingesetzt, denn es war sehr schwierig, Penicillin in großen Mengen herzustellen. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg war das Penicillin oft lebensrettend für verwundete Soldaten und Zivilisten.
Heute gibt es eine ganze Gruppe von Medikamenten, die man gegen Bakterien einsetzen kann: Die Antibiotika. Das Penicillin wird bis zum heutigen Tag verwendet.

de.wikipedia.org/wiki/Penicillin

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Erregernachweis: Wie macht man das?

(Marburg, 01.12.2009)
Woran merkt man, dass man krank ist? Man spürt, dass irgendetwas anders ist, sich der Körper anders als sonst anfühlt. Bei weit verbreiteten und meist harmlosen Krankheiten wie Erkältungen kann man anhand der weiteren Anzeichen (auch Symptome genannt) wie z. B. Husten, Niesen, Halsweh etc. schnell „ablesen“, was man hat. Manchmal kann aber nur der Arzt oder die Ärztin die Symptome richtig deuten und entsprechende Medikamente verschreiben und Ratschläge geben.
Um ganz sicher zu sein, um was für eine Krankheit es sich handelt, ist es manchmal nötig, ganz genau zu erfahren, welcher Erreger für die Erkrankung verantwortlich ist oder war. Nur dann weiß der Arzt ganz genau, welche Arzneimittel er zum Beispiel verschreiben soll.
Um einen Erreger zu bestimmen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Der Arzt kann zum Beispiel eine Speichel- oder Hautprobe nehmen und durch das Mikroskop anschauen und damit vielleicht den Erreger erkennen. Er kann Blut abnehmen und im Labor bestimmte Blutwerte bestimmen lassen, die Auskunft über eine Erkrankung geben. Bei manchen schwerwiegenden Krankheiten entnimmt er Rückenmarksflüssigkeit (Nervenwasser). Man braucht nur wenige Tropfen davon und es ist etwa so wie das Blutabnehmen, nicht wesentlich schlimmer. Auch hier wird nach Anzeichen für Krankheiten gesucht. Hier sind die Farbe, die Anzahl und Arten bestimmter Zellen, die Zuckerkonzentration und der Eiweißgehalt wichtig.
Die Experten wissen dann, diese Untersuchungsergebnisse zu deuten und können –neben der Symptomdeutung – nun noch genauer die Therapie gestalten. Und wenn dann zum Beispiel klar wird, dass ein Virus für die schlimme Erkältung verantwortlich ist, weiß der Arzt, dass Antibiotika hier nicht verordnet werden müssen, die helfen nämlich nur gegen Bakterien.

Quelle: Zetkin/Schaldach: Lexikon der Medizin, Ullstein Medical, 1999.

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Infektionsschutz für alle: Eine Gesetz sorgt für Sicherheit im Alltag

(Marburg, 24.11.2009)
Beginnen wir mit einem Rätsel: Was haben der Schwimmunterricht und das Essen in der Schulkantine gemeinsam? Beides kann ohne Bedenken genossen werden, denn ein Gesetz sorgt für eure Sicherheit. Es heißt Infektionsschutzgesetz - kurz: IfSG - und in den einzelnen Paragraphen wird geregelt, was zu tun ist, damit sich Krankheitserreger nicht einfach so in der Bevölkerung ausbreiten.
Für das Schwimmbad bedeutet dies, dass durch regelmäßige Wasseranalysen festgestellt werden kann, ob sich dort krankmachende Erreger tummeln. Wäre dies der Fall, so dürfte niemand von Euch das Schwimmbad betreten, das Wasser würde gereinigt oder abgelassen werden. In Paragraph 37 geht es um das Thema Wasser, vor allem natürlich um das Trinkwasser. Im 2. Abschnitt heißt es dann zu den Schwimmbädern wörtlich: „Schwimm- oder Badebeckenwasser in Gewerbebetrieben, öffentlichen Bädern sowie in sonstigen nicht ausschließlich privat genutzten Einrichtungen muss so beschaffen sein, dass durch seinen Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist.“
Für das Mittagessen in der Schulmensa regelt das IfSG beispielsweise, dass alle Mitarbeiter, die dort tätig sind, regelmäßig untersucht werden. Personen die an Infektionen, wie z. B. Hepatitis A oder Salmonellen erkrankt sind oder bei denen der Verdacht auf eine solche Erkrankung besteht, dürfen nicht mit Lebensmitteln arbeiten, sonst könnten die Erreger über das Essen, das dann an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben wird, verbreitet werden.
Das IfSG regelt seit dem 1. Januar 2001 die Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten in Deutschland. Normalerweise unterliegt die sogenannte „Gefahrenabwehr“ den einzelnen Bundesländern. Dennoch ist es notwendig, ein Bundesgesetz zur Regelung der Seuchenbekämpfung und der Verhütung von Geschlechtskrankheiten zu erlassen. Denn die Krankheitserreger kennen keine Grenzen.

Quelle: www.gesetzte-im-internet.de

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Nachholen statt verpassen
Versäumte Impfungen können und sollen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden

(Marburg, 16.11.2009)
Verpasste Gelegenheiten gibt es im Leben immer mal wieder: Eine versäumte Party kann man nicht nachholen und auch eine verpatzte Klassenarbeit kann nur im Ausnahmefall wiederholt werden.
Bei Impfungen ist das anders. Bis zum 18. Geburtstag können und sollen versäumte Impfungen nachgeholt werden. Und wie bei allen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen werden auch die Kosten der sogenannten „Nachholimpfungen“ von allen Krankenkassen übernommen.
Das war nicht immer so. Erst seit Ende 2007 werden auch Impfungen gezahlt, die zu einem späteren Zeitpunkt als dem eigentlich vorgesehenen und im Impfkalender vermerkten gegeben werden.
Wenn eine Impfung in der Kindheit nicht verabreicht wurde, bedeutet das, dass die Krankheit unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt auftreten kann. Nach dem Motto „Jede Impfung zählt und ist wichtig“ sollte fehlende Schutzimpfung also auch nach den im Impfkalender empfohlenen Terminen gegeben werden, denn das Immunsystem merkt sich jede einzelne Impfung und kann die Krankheitserreger dadurch gezielt abwehren.

Ein gutes Beispiel ist die Impfung gegen Meningokokken C. Sie ist erst seit Sommer 2006 im Impfkalender. Der ideale Zeitpunkt ist die Impfung im 2. Lebensjahr.
Da besonders Kinder bis zu 5 Jahren und Jugendliche an der mit unter sogar zum Tod führenden Infektion erkranken, ist es besonders wichtig, diese Impfung nachzuholen.
Nutzt die Chance: Geht zu eurem Arzt und lasst prüfen, welche Impfungen euch noch fehlen. Man kann nicht alles im Leben nachholen, Impfungen schon!

Für Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren wird von den Kinder- und Jugendärzten eine besondere Vorsorgeuntersuchung – die Jugendgesundheitsuntersuchung 1 (J1) – angeboten, die ebenfalls eine Kassenleistung ist. Dort wird natürlich auch der Impfstatus überprüft. Hingehen und fragen!

Quelle: www.aerzteblatt.de



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Die Mikroevolution: Neue Virus-Varianten sind im Anmarsch

(Marburg, 11.11.2009)
Reisen dauerten in früheren Jahrhunderten oft mehrere Monate manchmal auch Jahre. Sie wurden zu Fuß oder in einer Kutsche gemacht, denn es gab noch keine Eisenbahn (die wurden erst ab 1850 gebaut und waren auch noch ziemlich langsam) und erst recht keine Flugzeuge. Krankheiten, die von Reisenden mitgebracht wurden, breiteten sich dementsprechend langsam aus. Die Pest brauchte im 14. Jahrhundert etwa fünf Jahre bis sie sich von der Krim (das ist ein Halbinsel am nördlichen Rand des Schwarzen Meers) über Marseille nach Skandinavien ausbreitete. Schaut euch das mal im Atlas an, das sind über 5.000 km!
Heutzutage braucht eine Krankheit etwa fünf Tage bis sie einen anderen Kontinent erreicht: Die sogenannte „Neue Grippe H1N1“ tauchte am 24. April 2009 erstmals in USA und Mexiko auf, am 29. April hatte sie bereits Deutschland erreicht.
Infektionskrankheiten breiten sich heute schneller aus als früher, weil die Welt durch moderne Technik und Verkehrsmittel zu einem „globalen Dorf“ geworden ist. Auch größere Strecken lassen sich in kurzer Zeit zurücklegen. Gleichzeitig gibt es rasante Entwicklungen auf der Ebene der Mikroorganismen. Forscher sprechen daher auch von einer „Mikroevolution“. Vorraussetzung für diese schnelle Evolution sind die jeweiligen Krankheitserreger und ihre Wirte, das können z. B. Menschen und Tiere sein. Die Veränderung kann sich in wenigen Wochen, Tagen oder Stunden vollziehen. Gen-Forscher haben festegestellt, dass beim Umschreiben der DNS-Information in RNS etwa 1.400 Schritte pro Sekunde zu beobachten sind. Bei diesen schnellen Entwicklungen unterlaufen der Natur manchmal Fehler. Solche Fehlentwicklungen heißen dann „Mutationen“. Mutationen können z. B. dazu führen, dass Medikamente gegen bestimmte Krankheiten nicht mehr wirken, weil sich die Struktur der Viren und Bakterien verändert hat. Und Sie können auch dazu führen, dass sich die Gene im Organismus des Wirtes verändern.
Experten raten daher, frühzeitig alles zu tun, damit sich die Mikroevolution verlangsamt. Zum Beispiel durch seuchenhygienische Maßnahmen, Medikamente, die gegen die neuen Varianten von Viren wirksam sind und moderne Impfstoffe.
Der Einzelne kann seine Verhaltensweisen überprüfen und bestimmte Hygienestandards, wie z. B. das regelmäßige Händewaschen einhalten und darauf achten, dass die aktuellen Impfempfehlungen eingehalten werden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 07.08.2009

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Der „Saubermacher“: Max von Pettenkofer

(Marburg, 02.11.2009) Stellt euch einmal vor, es käme kein sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn, es gäbe keine Toiletten und keine Abwasserrohre und keine Kanäle unter den Straßen und auch keine Müllabfuhr! Na, da schaudert es einen. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war das in vielen deutschen Städten genau so. Keiner kümmerte sich um diese Dinge und die Menschen lebten also in andauernder Berührung mit Unrat. Abgesehen davon, dass dies insgesamt vermutlich schon etwas eklig war, war es auch gefährlich.
Krankheitserreger verbreiten sich unter diesem Gegebenheit nämlich ausgezeichnet. So gab es immer wieder schlimme Epidemien. Beispielsweise in München. Da wurden im Jahr 1854 sehr viele Menschen krank, sie bekamen Cholera. In München lebte zu dieser Zeit der Arzt und Chemiker Max von Pettenkofer. Er war ein großer Beobachter und stellte die Zusammenhänge zwischen Unsauberkeit und häufigeren Erkrankungen fest. Nun, da war er nicht der erste, aber schaffte es, diese Erkenntnisse mit Leuten aus der Verwaltung und mit Ingenieuren zu besprechen. Er entwickelte eine „Gesundheitstechnik“, die bei städtebaulichen Veränderungen in München zum Einsatz kam. München – so sagt man – verdankt Pettenkofer seine Kanalisation und eine Zentrale Trinkwasserversorgung. Max von Pettenkofer gilt als der Begründer der Wissenschaft der Hygiene. Bis zum heutigen Tag sind sein Idee aktuell und für unserer Gesundheit wichtig.
Übrigens: Am Ende des 19. Jahrhundert hatte München dann einen ganz besonderen Ruf: Sauberste Stadt Europas!

Quelle: www.br-online.de

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Der Impfkalender: Alle Impfungen auf einem Blick

(Marburg, 26.10.2009)
Kalender kennt ihr in vielen Varianten: Den Geburtstagskalender, den Schülerkalender oder den Adventskalender. In einen Kalender trägt man ein, was zu welchen Zeitpunkt wichtig ist. Man will einfach sicher gehen, dass man ein bestimmtes Datum (und damit eine bestimmte Angelegenheit) nicht vergisst. Ein Kalender ist sehr hilfreich. Aber: Er nützt nur, wenn man regelmäßig in ihn oder auf ihn schaut.

Es gib einen Kalender, von dem ihr vielleicht noch nichts gehört habt: Das ist der Impfkalender. Der Impfkalender ist für jedes Alter gedacht, ob Säugling, Kind, Jugendlicher oder Erwachsener – für jeden gibt es in diesem Kalender wichtige Informationen. Der Kalender sieht wie eine Tabelle aus und alle wichtigen Hinweise passen auf eine Seite. In der oberen Zeile ist das Alter angeben, in dem die Impfung erfolgen sollte. Zunächst wird das Alter in Monaten, dann in Jahren angegeben. Das hängt damit zusammen, dass die ersten Impfungen in geringeren Abständen verabreicht werden als später die Auffrischungen. Sie sind dann erst in größeren Abständen fällig.
In der linken Spalte sind untereinander die Krankheiten, gegen die geimpft werden soll, aufgeführt. Das sind: Diphtherie, Pertussis, Tetanus, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, humanen Papillomviren, Poliomyelitis, Pneumokokken, Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln sowie Windpocken und Influenza.
Der Impfkalender ist eine Hilfe für euch und eure Ärztin/ euren Arzt, damit man schnell und übersichtlich sehen kann, wann welche Impfung ansteht. Damit hat der Kalender auch die Funktion, dass alle Kinder möglichst frühzeitig einen vollständigen Impfschutz bekommen, also keine Lücken entstehen. Damit sind sie dann optimal vor den Erkrankungen geschützt.
Bei älteren Kindern und Jugendlichen treten dann allerdings doch ab und zu Impflücken auf. Diese fehlenden Impfungen sollten aber unbedingt so schnell wie möglich nachgeholt werden. Nur wenn alle vorgeschriebenen Impfungen gegeben wurden, ist der Körper vor den jeweiligen Krankheitserregern geschützt.
Der Impfkalender wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts herausgegeben. Er wird nach den neuesten Empfehlungen der STIKO erstellt und jedes Jahr aktualisiert.

Quelle: www.rki.de

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Emil von Behring: Der „Retter der Kinder“

(Marburg, 20.10.2009)
Geht es euch auch so? Manchmal haben Schulen oder Straßen die Namen von Persönlichkeiten, aber man weiß erst einmal nicht, um welche Person es sich handelt oder warum sie berühmt ist.
„Emil von Behring“ ist einer dieser Namen, den ihr vielleicht schon einmal gehört habt, von dem ihr aber möglicherweise nicht viel wisst? Emil von Behring war Arzt und hat 1901 den Nobelpreis für die Entwicklung der Serumtherapie bekommen. Sein Name ist verbunden mit dem Thema „Schutzimpfungen“.
Im vorletzten Jahrhundert starben viele Kinder an der Infektionskrankheit Diphtherie. Diese Krankheit wird auch „Der Würge-Engel der Kinder genannt“, weil er meistens zum Tod der Kinder führte. Ursache für die schweren Folgen der Diphtherie sind Bakterien, deren Gifte zu Herzmuskelschäden und Erstickungen führen können. Auch Erwachsene können an Diphtherie erkranken. Heute kommt die Diphtherie in Deutschland nur noch sehr selten vor. Das liegt vor allem daran, dass es eine Impfung gegen den Erreger der Diphtherie gibt.

Was hat Emil von Behring gemacht?
Emil von Behring hat in Zusammenarbeit mit dem Japaner Schibasaburo Kitasato entdeckt, dass im Blut von Tieren, die gegen Diphtherie immun sind, Bestandteile sind, die bei erkrankten Menschen als Gegengift genutzt werden können. Also hat man den an Diphtherie erkrankten Kindern eine kleine Menge des flüssigen Bestandteils des Blutes (Serum) von Pferden gespritzt. Dieses sorgte dafür, dass das Gift der Diphtherie-Bakterien neutralisiert wird. Übrigens wird das Diphtherie-Gegengift bis heute aus dem Blut von Pferden gewonnen. Diese Behandlung nannte man dann Serumtherapie; dafür bekam er den Preis.
Nach weiteren Forschungen konnte bereits Ende des 19. Jahrhundert ein Diphtherie-Gegengift für viele Menschen produziert werden. Seit 1913 gibt es einen Impfstoff gegen Diphtherie.

Emil von Behring hat von 1854 bis 1917 gelebt. Dank seiner Forschungen können wir uns auch heute noch vor Diphtherie schützen. Aber trotz der Möglichkeit zu impfen, ist die Diphtherie noch nicht ganz ausgerottet. Das liegt daran, dass sich nicht alle Menschen regelmäßig impfen lassen. Schau doch mal in deinem Impfbuch nach, wann deine letzte Diphtherie-Impfung war, der Schutz muss nämlich alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Quellen: www.de.wikipedia.org, www.kindergesundheit-info.de

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Los zum Endspurt: Am 31. Oktober ist Abgabetermin für den Schülerwettbewerb „Impfen macht Schule“

(Marburg, 13.10.2009)
Die Zeit drängt, in wenigen Wochen läuft die Frist für die Abgabe eurer Beiträge zum Schülerwettbewerb „Impfen macht Schule“ ab.
Jetzt heißt es, diese letzten Wochen zu nutzen. Gemeinsam mit euren Lehrern und Lehrerinnen könnt ihr euch überlegen, mit welcher Aktion eure Klasse beim Schülerwettbewerb „Impfen macht Schule“ trumpfen kann.
Als Preise für die ersten drei Gewinner locken Zuschüsse für die Klassenkasse.
Außerdem werden unter allen Einsendungen verschiedene Sachpreise verlost.
Nutzt die verbleibenden Wochen zum Texten, Basteln, Rappen oder Filmen. Vielleicht habt ihr ja auch Lust, euch in den Herbstferien zu treffen und gemeinsam kreativ zu sein. Wir freuen uns auf eure Beiträge und sind gespannt, was ihr aus dem Thema „Impfen und Infektionskrankheiten“ gemacht habt. Einige Beiträge haben uns schon erreicht und wir sind schon neugierig, was noch alles von euch eingereicht werden wird.
Eure Beiträge könnt ihr auch per E-Mail schicken oder auf CDs und DVDs brennen. Ganz wichtig ist uns auch zu erfahren, wie euch die Materialien gefallen haben. Dafür haben wir Fragebogen für euch entwickelt, die den Materialien beilagen. Bitte nehmt euch die Zeit, füllt die Bogen aus und schickt sie an:

Deutsches Grünes Kreuz
Stichwort: Schülerwettbewerb „Impfen macht Schule“
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
E-Mail: impfen@kilian.de

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Blutspenden ist sinnvoll, aber gesund muss man sein

(Marburg, 06.10.2009)
Wenn man vom Thema Blutspenden spricht, gibt es eine ganze Menge Leute, die sagen: „Nein, das könnte ich nicht“. Was genau ist Blutspenden eigentlich? Als Blutspende wird das freiwillige Abgeben einer bestimmten Menge Blutes bezeichnet. Das Blut wird dann untersucht und aufbereitet. Man braucht es zum Beispiel bei Operationen, bei denen der Patient viel Blut verliert. Da muss dann Ersatz her.
Blutspenden darf man erst ab 18 Jahren und nur, wenn man gesund ist. Pro Jahr kann man bis zu sechs Mal Blut spenden; jedes Mal wird etwa 500 ml Blut abgenommen. Und der Körper bildet in der nächsten Zeit dann ganz schnell Blut nach. Genau genommen ist das ja die Voraussetzung dafür, dass man überhaupt spenden kann.
Die Sicherheit für den Empfänger einer Blutspende ist sehr wichtig. Daher sind alle Blutspendeeinrichtungen sehr vorsichtig und sensibel beim Thema Infektionskrankheiten. In Österreich gibt es gerade eine Vorschrift, dass Leute, die in Ungarn Urlaub gemacht haben, jetzt erst mal einen Monat lang nicht Blut spenden sollen. In Ungarn ist gerade das West-Nil-Virus aufgetreten, an dem 20 Menschen erkrankt sind. Das Virus löst Hirnhautentzündung aus. Es wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Aber über Bluttransfusionen kann es weiteregeben werden. Daher der (kurze) „Spendestopp“ für Ungarn-Urlauber.
Es gibt noch ein paar Ausschlussgründe für das Blutspenden, die alle damit zu tun haben, dass man vielleicht mit Erregern infiziert ist, die für den Empfänger der Spende gefährlich sein könnten: Tätowierungen und Piercings gehören dazu, wenn man sie innerhalb der letzten vier Monate hat machen lassen, Tropenaufenthalte innerhalb des letzten halben Jahres und auch häufig wechselnde Sexualkontakte. Bei Letzterem geht es um die Gefahr einer Übertragung des Aids-Erregers.
Blutspenden kann man bei verschiedenen Einrichtungen. Sehr bekannt ist natürlich das Deutsche Rote Kreuz mit seinen Blutspendediensten. Aber auch Krankenhäuser haben bestimmte Spenderabteilungen. Denn sie brauchen für ihre Blutbank (so nennt man den Vorrat, den eine Klinik anlegt), also ihren Klinikbedarf auch regelmäßig Blutspenden.
Nicht jeder Mensch ist für das Blutspenden geeignet. Manche vertragen es gut und können regelmäßig zum Spenden gehen. Andere Menschen fühlen sich danach zu schlapp oder haben Kreislaufprobleme. Für sie ist das dann nicht so geeignet.

Quellen: Österreichischer Rundfunk, 31.08.09, www.de.wikipedia.org

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Wer war Robert Koch? Und was ist das Robert Koch-Institut?

(Marburg, 29.09.2009)
Robert Koch war ein Mediziner und Mikrobiologe, der von 1843 bis 1910 lebte. Zu seinen bahnbrechenden Entdeckungen gehört die Identifizierung des Milzbrand- und des Cholera-Erregers. Zudem hat er den  Tuberkulose-Erreger entdeckt und daraus das Tuberkulin, einen ersten Impfstoff gegen Tuberkulose, entwickelt. 1905 bekam er dafür den Nobelpreis für Medizin.
Seine Arbeit wird bis heute im sogenannten Robert Koch-Institut (RKI) fortgeführt. Das RKI ist in Berlin. Es ist ein Bundesinstitut und die zentrale Forschungs- und Referenzeinrichtung des Bundesministeriums für Gesundheit im Bereich Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten.
Die Aufgaben des RKI sind im Infektionsschutzgesetz festgelegt und umfassen das Beobachten des Auftretens von Krankheiten. Das dient vor allem dazu, die Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten. Beispielsweise können so große Epidemien rechtzeitig erkannt werden und die Bevölkerung kann durch Impfungen und durch das Einhalten bestimmter Hygiene-Regeln vor Seuchen und Epidemien geschützt werden.
Das Robert Koch-Institut beschäftigt sich nicht nur mit Erkrankungen, sondern es beobachtet und untersucht auch die Einflüsse von Gentechnik und legt die Qualitätskriterien für umweltmedizinische Standards fest. Neben der Beobachtung und Analyse von Daten und Erkrankungen werden auch Verfahren zur Diagnostik (das ist die Lehre bzw. Fähigkeit, Krankheiten zu erkennen) entwickelt.

Das RKI wurde 1891 als wissenschaftliche Abteilung des Königlich Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten gegründet. Im Zweiten Weltkrieg wurde es dem Reichsgesundheitsamt angegliedert. Seit 1952 war es Teil des Bundesgesundheitsamtes, welches seit 1994 wieder in das Bundesministerium für Gesundheit und in das RKI aufgegliedert wurde. Robert Koch hat das Institut von 1891 bis 1904 geleitet.

Quelle: www.de.wikipedia.org

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Zu alt für’s Impfen?
Welche Impfungen man später auch noch braucht

(Marburg, 22.09.2009)
Impfungen – da denken viele Leute vor allem an Kinder. Das ist auch nicht ganz falsch, aber eben auch nicht ganz richtig. Sehr viele Schutzimpfungen bekommt man als Kleinkind und Kind. Das liegt so weit zurück, dass Ihr euch daran sicher nicht erinnern könnt. Die meisten von euch haben im Zusammenhang mit den so genannten U-Untersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt alle wichtigen Impfungen bekommen. Von U1 bis U9 sind diese durchnummeriert. Zur U9 geht man etwa im Alter von etwa 5 Jahren. Dann gibt es erst mal eine Lücke und eine ausführliche Untersuchung beim Kinder- und Jugendarzt steht erst wieder an, wenn ihr zwischen 12 und 14 Jahre alt seid. Das ist die J1, das heißt, die Jugendgesundheitsuntersuchung 1.

Reichen diese Impfungen denn nicht?
Unser Immunsystem ist ein wahres Wunderwerk, durch die Schutzimpfungen wird es trainiert, aber es braucht ein Leben lang Unterstützung. Ab und an muss das Abwehrsystem an den jeweiligen Erreger erinnert werden. Im „fortgeschrittenen Alter“ sind Impfungen also auch sehr wichtig. Wissen deine Geschwister, Eltern und Großeltern darüber Bescheid? Frag doch mal nach, ob sie wissen, dass

  • man die Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und gegen Diphtherie alle 10 Jahre auffrischen muss.
  • ein Schutz vor Keuchhusten (Pertussis) auch für Erwachsene wichtig ist und seit Juli 2009 empfohlen wird. Eine Pertussis-Geimpfter steckt dann auch keine Babys mehr an, für die eine Keuchhustenerkrankung lebensgefährlich sein kann.
  • die Grippe-Impfung, die besonders für Menschen ab 60 empfohlen ist, (aber auch für Jüngere sinnvoll ist), jedes Jahr erneuert werden muss.
  • es einen guten Schutz gegen Lungenentzündung gibt durch die Pneumokken-Impfung. Die ist für „Oma und Opa“ besonders empfohlen oder muss (nur) in Einzelfällen wiederholt werden.
  • man bei Reisen ins Ausland unter Umständen auch besondere Schutzimpfungen braucht und daher zuvor unbedingt mit dem Hausarzt sprechen sollte.

Fazit: Impfschutz ist für alle Altersgruppen gleich wichtig. Du weißt Bescheid, lass andere von deinem Wissen profitieren!
Quelle: „Rundum geschützt – Impfungen ab 60“, Dr. Sirgrid Ley-Köllstadt, DGK, 2009

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Aktiv oder passiv? Zwei verschiedene Formen der Impfung

(Marburg, 15.09.2009)
Stellt euch mal folgende Situation vor: Ein Kind geht durch den Wald und sieht am Wegesrand einen kleinen Fuchs. Der verhält sich ganz unnatürlich für ein Wildtier, sitzt da ganz ruhig und lässt das Kind ganz nah an sich heran. Und dann beißt er zu!
Das Kind ist eigentlich rundum geschützt und so gegen alles, was wichtig und von der Ständigen Impfkommission (STIKO) [hier auf STIKO-Meldung verlinken] empfohlen worden ist, geimpft. Nur nicht gegen die Krankheit, die der junge Fuchs hat und überträgt: Die Tollwut. Diese Viruserkrankung kann beim Menschen eine lebensbedrohliche Gehirnentzündung verursachen. Daher muss sofort gehandelt und behandelt werden. Es gibt kein Heilmittel gegen Tollwut. Aber man kann sozusagen „nachträglich impfen.“ Diese Form des Impfens nennt man auch „passive Immunisierung“. Anders als bei der aktiven Impfung, werden hier Antikörper von einem anderen (gesunden) Menschen übertragen. Die Körperabwehr bekommt Hilfe; der Impfstoff enthält nämlich bereits die Antikörper gegen den Erreger, in unserem Beispiel gegen die Tollwut-Viren. Die Schutzwirkung ist prima und beginnt sofort. Aber sie hält nicht lange an. Schon nach wenigen Wochen ist sie weg.

Das ist bei der aktiven Impfung anders. Diese Impfung ahmt den normalen biologischen Ablauf nach: Unser Immunsystem kommt in Kontakt mit einem Erreger und bildet Antikörper dagegen. In den Impfstoffen sind entweder abgetötete Erreger oder Teile von ihnen (die nennt man Totimpfstoffe) oder aber es sind Lebendimpfstoffe, darunter versteht man vermehrungsfähige Erreger, die aber so abgeschwächt worden sind, dass sie die geimpfte Person auf keinen Fall krank machen können. Vom Zeitpunkt der Impfung an gerechnet dauert es eine gewisse Zeit, bis der Impfschutz dann komplett wirksam ist. Bei einer Grippeimpfung sind das beispielsweise zwei Wochen. Wenn der Körper dann in Kontakt mit dem Erreger kommt, kennt sein Immunsystem den Eindringling schon, es hat ja durch die Impfung gelernt, Antikörper zu bilden. So schützen wir uns vor Infektionskrankheiten durch Impfungen.

Bei manchen Impfungen wird man nur einmal geimpft, bei anderen braucht es mehrere Spritzen. Und dann gibt es wiederum auch Impfungen, die muss man auffrischen, d. h. nach einem gewissen Abstand (oft sind das einige Jahre) noch einmal bekommen, damit die Körperabwehr nicht vergisst, wie sie den Erreger bekämpfen kann.

Quelle: Ulrich Heininger: Handbuch Kinderimpfung. München 2007.

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Impfen ist freiwillig
Impfpflicht: Das gab´s mal „drüben“!


(Marburg, 08.09.2009) „Drüben“ – das Wort klingt vermutlich eigenartig in euren Ohren. Mit „drüben“ ist in einem bestimmten (politischen) Zusammenhang ein Staat gemeint, den es heute nicht mehr gibt: Die Deutsche Demokratische Republik (DDR), deren Gesellschaftsordnung als „sozialistisch“ bezeichnet wird. Drüben, das hieß, „jenseits“ der deutsch-deutschen Grenze. Denn von 1949 bis 1990 war Deutschland als Folge des zweiten Weltkrieges durch eine Grenze (auch die „Mauer“ genannt) geteilt. Neben der Bundesrepublik Deutschland (BRD) existierte mehr als 40 Jahre lang die DDR als zweiter deutscher Staat.
In der DDR wurde vieles staatlich geregelt: Jedes Kind bekam beispielsweise automatisch einen Kindergarten- oder Hortplatz. Es gab kaum private Unternehmen, sondern fast alles wurde in staatlichen Betrieben erfunden, hergestellt, bearbeitet etc. Das Gesundheitssystem in der DDR war im Großen und Ganzen nicht anders als das im Westen, aber es gab einige Besonderheiten. Dort waren Impfungen zum Beispiel Pflicht, das heißt, es war gesetzlich geregelt, dass sich jeder impfen lassen muss.
In Schulen und Kindergärten haben sogenannte Bezirksärzte und Bezirksärztinnen regelmäßig „Reihenimpfungen“ durchgeführt. Alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse oder Schule wurden also auf einmal geimpft. Die Durchimpfungsraten, also die Anzahl der Menschen, die alle Schutzimpfungen erhalten haben, war daher in der DDR sehr hoch und lag bei fast 99 %.
Das ist etwas Besonderes, denn weder in der Bundesrepublik Deutschland noch in Österreich oder in der Schweiz gab oder gibt es eine Impfpflicht. Die Durchimpfungsraten in diesen Ländern liegen daher deutlich unter denen in der ehemaligen DDR.
Nach der „Wende“, also seit dem die Mauer, die die beiden Staaten trennte, im Jahr 1989 geöffnet worden ist, sind die Durchimpfungsraten in den Gebieten der ehemaligen DDR (heute sagen wir „in den neuen Bundesländern“ oder auch „in Ostdeutschland“) gesunken. Da es keine Impfpflicht mehr gibt, lassen sich weniger Menschen regelmäßig impfen. Es ist gar nicht mal so, dass die Leute die Impfungen nicht wichtig fänden, sie denken einfach nicht daran. Denn nun kommen die Ärzte und Ärztinnen nicht direkt in den Kindergarten, die Schule oder den Betrieb, sondern man muss dafür in eine Arztpraxis gehen. Der Einzelne muss selbst darauf achten, ob der Impfschutz noch komplett ist, bzw. bei seinen Kinder den Impfstatus regelmäßig vom Arzt überprüft lassen.
Es gibt eine ganze Reihe von Kinder- und Jugendärzten, die finden eine Impfpflicht gar nicht so falsch. Bei ihrer täglichen Arbeit sehen sie natürlich auch all das Elend, das kommen kann, wenn ein ungeimpftes Kind schwer erkrankt. Sie haben gute Argumente; aber man muss auch die andere Seite verstehen, die auf die Freiheit, es selbst zu entscheiden, pocht und dabei bleibt: Impfen ist freiwillig.

Eine Ausnahme gibt es: Eine Impfpflicht kann in besonderen Situationen doch eingeführt werden. Gesetzlich ist festgelegt, dass der Staat in Deutschland im Falle einer Epidemie-Gefahr Impfungen staatlich anordnen kann. So eine Situation hat es aber zum Glück noch nicht gegeben.

Quellen: www.faz.net, www.netdoktor.at, de.wikipedia.org

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Die „Nebel-Krankheit“: Vor Typhus kann man auch Kinder schützen

(Marburg, 01.09.2009)
Typhus ist ein Wort, das aus dem Griechischen stammt und „Nebel, Dunst und Schwindel“ bedeutet. Und dadurch werden auch schon ganz typische Symptome dieser Fieberkrankheit beschrieben: Wer sich mit dem Bakterium (Salmonella enterica typhi) infiziert, fühlt sich abgeschlafft, hat Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindelgefühle, vielleicht Verstopfung, fühlt sich benommen, ist ohne Appetit. Es kommt zu hohem Fieber, das wochenlang andauern kann. In dieser Zeit kann die Benommenheit sehr stark sein und auch lange dauern. Wie in einem Nebel lebt man dann. Unbehandelt geht das Fieber erst nach etwa 4 Wochen zurück, und es dauert lange, bis man wieder gesund wird.
Bei uns gibt es selten Typhus, aber in anderen Regionen der Welt (Indien, Nordafrika und in manchen südamerikanischen Ländern), in denen manchmal die hygienischen Verhältnisse nicht so gut sind, ist Typhus häufig. Man schätzt, dass am Typhusfieber jedes Jahr 200.000 bis 600.000 Menschen sterben.
Ein wirksamer Schutz ist eine Impfung. Bislang hatte man diese aber nur Erwachsenen verabreicht. Nun zeigt eine Untersuchung in einer Armensiedlung in Kalkutta (Indien), dass der Impfstoff auch Kinder schützt.
36.000 Kinder im Alter ab 2 Jahren bekamen den Typhusimpfstoff oder einen Placebo. (Eigentlich ist ein Placebo eine Tablette ohne Arzneistoff, aber damit die eine Hälfte der Kinder nicht leer ausging, bekamen sie einen Hepatitis A-Impfstoff; das ist auch eine sehr wichtige Impfung.)
In den folgenden zwei Jahren kam es bei den geimpften Kindern zu 61 Prozent seltener zu Typhuserkrankungen. Der Impfstoff schützt also auch Kinder vor dem Typhusfieber. Gerade in Entwicklungsländern kann eine solche Infektion tödlich sein. Für unsere Breiten ist die Typhusimpfung nur dann wichtig, wenn eine Reise geplant wird in Länder, in denen es Typhus gibt.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 23. Juli 2009

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Was oder wer ist die „STIKO“?

(Marburg, 25.08.2009)
Abkürzungen kennt und verwendet ihr sicher alle beim Schreiben von E-Mails oder beim „Simsen“, abgekürzt SMS. „LG“ steht zum Beispiel für „liebe Grüße“ und „SFH“ für „Schluss für heute“. Aber ihr kennt sicher auch eine ganze Menge anderer Abkürzungen wie etwa „EU“ für Europäische Union oder „GZSZ“, womit die Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ gemeint ist. Die Abkürzung „STIKO“ kennt ihr aber vermutlich noch nicht. Dahinter verbirgt sich die Ständige Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland, die in Berlin am Robert Koch-Institut ansässig ist.
In diesem Beratungs- und Entscheidungsgremium sitzen insgesamt 16 Experten die von der Bundesministerin für Gesundheit für drei Jahre ins Amt berufen werden und ehrenamtliche tätig sind. Zwei mal im Jahr kommen sie zusammen und diskutieren aktuelle Fragestellungen aus dem Bereichen Infektionskrankheiten und Impfschutz. Die STIKO wurde 1972 ins Leben gerufen. Sie hat die Aufgabe, Empfehlungen für notwendige Schutzimpfungen zu geben. Dabei prüft die Kommission wie häufig und gefährlich bestimmte Infektionskrankheiten in Deutschland sind und ob es daher sinnvoll wäre, wenn die Bevölkerung (und Teile von ihr) durch eine Impfung gegen diese geschützt würden. Auf der Basis von wissenschaftlichen Studien entscheidet die STIKO, für wen, wann, welche Impfung sinnvoll ist. Im Vordergrund stehen dabei nicht die Kosten für die jeweilige Impfung, sondern der Schutz des Einzelnen und auch der Gemeinschaft.
Die neuen Empfehlungen werden dann von der STIKO veröffentlicht. Da es bei uns keine Impfpflicht gibt, sind sie aber keine „Vorschrift“. Es gibt noch eine Stelle, die entscheidet, ob diese Empfehlung in ganz Deutschland gelten soll, das ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), in dem die Empfehlungen dann bestätigt werden. Seit April 2007 ist festgelegt worden, dass Schutzimpfungen, die empfohlen sind, von allen Krankenkassen bezahlt werden müssen.
Übrigens: Wer wegen einer Impfung zum Arzt geht, der muss nicht die „Praxisgebühr“ (10 Euro im Quartal) bezahlen!

Um die langen und ausführlichen Empfehlungen der STIKO auf einen Blick deuten zu können, gibt es den Impfkalender. Nach Altersgruppen aufgeteilt kann man hier sehen, wann welche Impfung gegeben werden sollte. Nehmt doch einmal euer Impfbuch zur Hand und schaut, ob ihr wirklich alle Impfungen, die der Kalender aufführt, bekommen habt. (Hilfe zum Impfbuch-Check: hier.) Wenn eine Impfung fehlt: bei nächster Gelegenheit die Impflücke beim Kinder- und Jugendarzt (oder beim Hausarzt) schließen lassen.

Quelle: www.de.wikipedia.org




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Wie liest man einen Impfausweis?

(Marburg, 18.08.2009) Impfausweis, Impfpass, Impfbuch – es gibt verschiedene Namen für ein und dasselbe Ding. Und das „Ding“ ist in der Regel gelb und wird vom Deutschen Grünen Kreuz herausgegeben. Bei diesem steht vorne drauf: Internationale Bescheinigungen über Impfungen und Impfbuch.

Wozu braucht man so ein Impfbuch? Hier trägt die Ärztin oder der Arzt ein, gegen welche Krankheit man schon geimpft worden ist. Denn kein Mensch könnte das alles im Gedächtnis behalten. Der Impfpass ist also eine Art Merkheft. Leider schauen manche Menschen nicht regelmäßig hinein. Manche Impfungen müssen nämlich aufgefrischt werden, das heißt, unser Immunsystem muss an den Erreger erinnert werden und „weiterüben“, um ggf. mit dem „Eindringling“ (Virus oder Bakterium) fertig zu werden.
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder nimmt man den Impfpass mit, wenn man das nächste Mal zum Arzt geht. Der schaut dann nach, ob man alle wichtigen Impfungen hat. Oder, man guckt selbst mal rein. So schwer ist es nämlich gar nicht, einen Impfausweis zu lesen.

Hier ein paar Tipps zum „Lesen“ des Impfbuches:
Das Impfbuch ist etwa so groß wie ein Reisepass und hat ca. 28 Seiten. Vorne auf der ersten Seite stehen die Daten des Besitzers dieses Ausweises. Dann kommen Infos für die Ärztin oder den Arzt. Zur Gelbfieber-Impfung Auf den Seiten, die aussehen wie Tabellen, wird es interessant. Nach Altersgruppen getrennt gibt es jeweils mehrere Seiten für Impfungen für „Säuglinge und Kinder“, für „Jugendliche“ und für „Erwachsene“.

 

Die Krankheiten, gegen die man impfen kann und die Impfungen, die allgemein empfohlen sind, sind aufgelistet. Wenn gegen diese Krankheit geimpft worden ist, stehen da ein Kreuz und ein Datum. Und zudem muss noch ein kleiner Aufkleber dabei sein, der stammt vom Impfstoff, also von der Fertigspritze oder von der Verpackung.

Natürlich kann man das Impfbuch nur prüfen, wenn man weiß, welche Impfung man als Jugendlicher haben sollte: Hier die Auflistung für einen vollständigen Impfschutz im Alter von 9 bis 17 Jahre.

Tetanus 

Insgesamt müssen 5-6* Impfungen eingetragen sein

Diphtherie 

Insgesamt müssen 5-6* Impfungen eingetragen sein

Pertussis

Insgesamt müssen 5* Impfungen eingetragen sein

Poliomyelitis

Insgesamt müssen 4 bis 5* Impfungen eingetragen sein

Hepatitis B 

Insgesamt müssen 3 Impfungen eingetragen sein

Masern, Mumps, Röteln (MMR)

Insgesamt müssen 2 Impfungen eingetragen sein

Varizellen  

Insgesamt müssen 2 Impfungen eingetragen sein

Meningokokken Typ C 

1 Impfung (mit Konjugatimpfstoff) reicht aus

Humane Papillomviren (HPV)

 Insgesamt sind 3 Impfungen nötig
(nur Mädchen zwischen
12 und 17 Jahren)

*Die Auffrischimpfung bei Jugendlichen von 9 bis 17 Jahre gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio (1 Dosis) ist dabei schon berücksichtigt.
** Seit Juli 2009 werden generell 2 Impfungen gegen Windpocken empfohlen, wer bisher nur 1 Impfung erhalten hat, benötigt nun noch eine 2. Impfung.

Mit Hilfe dieser Tabelle könnt ihr euren Impfschutz prüfen und die Ergebnisse des Impfbuch-Checks festhalten. Danach solltet ihr zum Kinder- und Jugendarzt (oder zum Hausarzt) gehen, damit die Impflücken geschlossen werden.

Quelle: www.dgk.de
    

 

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Was haben Viren und Computerviren gemeinsam?

(Marburg, 11.08.2009)
Vor 25 Jahren veröffentlichte der US-Amerikaner Fred Cohen einen Text mit dem Titel „Computerviren – Theorie und Versuche“. Er war nicht der erste Experte, der sich mit dem Thema „Informationsweitergabe“ in der digitalen Welt befasste, aber Cohen, heute einer der international führenden Forscher auf dem Gebiet der Internetsicherheit, soll der erste gewesen sein, der diesen Begriff geprägt hat.

Was ist ein Computervirus?
Ein Computervirus ist ein sich selbst verbreitendes Programm. Es schleust sich in andere Computersysteme ein und dann fängt es an, sich zu reproduzieren, also sich zu vervielfältigen. Diese Form der Verbreitung und der „Infizierung“ erinnert stark an „richtige“ (biologische) Viren. Die haben nämlich auch ein Programm, um sich zu vermehren und auszubreiten und sie brauchen für den Stoffwechsel eine Wirtszelle, d. h. einen anderen Organismus.

Und warum ist die Verbreitung von solchen Computerviren so leicht? Na, das könnt ihr euch sicher vorstellen: Es ist die menschliche Neugierde und manchmal vielleicht auch eine Art Unwissenheit. Wenn dann zum Beispiel der Anhang einer Mail geöffnet worden ist oder etwas Unbekanntes auf den eigenen Computer heruntergeladen worden ist, beginnen die Viren damit, das System zu infizieren und vervielfältigen sich. Manchmal hat das ganz fürchterliche Konsequenzen. Daten können zerstört werden oder verloren gehen.
Analog zum menschlichen Immunsystem funktionieren Virenschutzprogramme für den Rechner. Sie bestehen aus einer Software, die das Virus aufspürt, blockiert und gegebenenfalls beseitigt. Da sich aber die Computerviren – so wie ihre biologischen Namensgeber auch – schnell verändern können, müssen diese Suchprogramme auch regelmäßig aktualisiert werden.

Gibt es keine Unterschiede?
Doch, einen Unterschied zu biologischen Viren gibt es: Digitale Viren brauchen auf jeden Fall noch einen „Autor“, das heißt, jemanden, der sie erzeugt, abändert und verschickt.

Quelle: www.heise.de, de.wikipedia.org

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Wie Viren und Bakterien ihren Weg in den Körper finden
Regelmäßiges Händewaschen kann Krankheiten vorbeugen

(Marburg, 04.08.2009)
Wie kommen eigentlich Krankheitserreger in den Körper? In den Schul- und Lehrbüchern heißt es dazu: „Übertragung der Krankheit durch Schmier- und Tröpfcheninfektion“. Was heißt das genau? Unter Tröpfcheninfektion versteht man die Übertragung der Krankheitserreger durch die Luft. Bei einer Schmierinfektion werden die Viren und Bakterien indirekt übertragen. Und zwar werden sie von Gegenständen abgestreift, z. B. durch Berührung eines Gegenstandes, der mit infektiöser Körperflüssigkeit, wie Urin, Speichel oder Stuhl, benetzt ist. Das kann eine Klobrille oder eine Türklinke sein. Oder sie werden von Mensch zu Mensch weitergeben, z. B. beim Händeschütteln. Zunächst sind die Keime auf der Haut oder Schleimhaut und von dort gelangen sie in den Körper. Ein anderer Weg ist der über verschmutztes Trinkwasser oder verunreinigte Nahrungsmittel.
Hauptsächlich werden Magen- und Darm Erkrankungen sowie Erkältungen auf diesem Weg übertragen. Dabei handelt es sich meistens um Erreger, die recht lange außerhalb des Körpers überleben können. Wenn ihr euch also wundert, warum zur Grippe-Saison manchmal fast die halbe Klasse krank ist oder ein Magen-Darminfekt so schnell die Runde macht, ist der Übertragungsweg meistens eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion.
Dagegen hilft vor allem regelmäßiges Händewaschen: Der alte Spruch „Nach dem Klo und vor dem Essen: Händewaschen nicht vergessen!“ gilt noch immer.

Quellen: www.felxikon.doccheck.com, www.wikipedia.de

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Jetzt geht´s in die Verlängerung
Bis zum 31. Oktober 2009 können die Beiträge für den Schülerwettbewerb „Impfen macht Schule“ eingereicht werden


(Marburg, 29.07.2009) Ihr kennt es sicher vom Fußball: Sobald es in die Verlängerung geht, wird alles gegeben. Letzte Reserven werden mobilisiert und oft gibt die laufende Uhr noch mal so einen richtigen Kick.

Für den Schülerwettbewerb der Aktion „Impfen macht Schule“ läuft die Zeit nun erst am 31. Oktober 2009 ab. (Ursprünglich sollten die Beiträge bis Ende Juli eingereicht werden; aber offenbar war die Zeit etwas zu kurz bemessen, daher verlängern wir nun die Frist.) Bis dahin sind eurer Fantasie keinen Grenzen gesetzt. Am Besten überlegt ihr gemeinsam mit euren Lehrerinnen und Lehrern, wie ihr das Thema Impfen und Infektionskrankheiten umsetzten könnt.

Wir haben hier ein paar Ideen für euch zusammengestellt:
Sprecht doch mal mit eurer Kunstlehrerin oder eurem Kunstlehrer. Vielleicht könnt Ihr gemeinsam ein Riesenvirus aus Pappmaché gestalten. Oder ihr produziert im Sport- und Musikunterricht einen Rapp und überlegt euch eine Choreografie dazu?
Sicher habt ihr den Comic mit Barry und Victor gelesen? Ganz schöne Streithammel sind das, nicht wahr? Und nicht sehr sympathisch. Ihr könntet aus dem Comic ein Theaterstück machen, es mit einer Digitalkamera aufzeichnen und uns den Film als Wettbewerbsbeitrag schicken.
Und noch ein Tipp: Habt ihr euch die einzelnen Viren und Bakterien schon mal genauer angesehen? Die bildlichen Darstellungen sind manchmal richtige Kunstwerke, aus denen sich etwas machen lässt: Das Grippe-Virus z. B. sieht schematisch dargestellt ganz schön abgefahren aus. Wenn ihr es auf Stoff malt und auf eure Taschen näht, habt ihr exotische Einzelstücke, nach denen sich jeder auf der Straße umdreht. Es ist sicher auch möglich, diese Abbildungen auf T-Shirts kopieren zu lassen. Vielleicht macht ihr ein Benefiz-Sport-Turnier und fertigt vorher für die gegnerischen Gruppen unterschiedliche Trikots mit Virus- oder Bakterienabbildungen an?
Ihr könnt die Formen der Erreger auch dazu nutzen, um Buttons herzustellen oder kleine Spots zu drehen. Vielleicht baut ihr aber auch in der Informatik-AG ein PC-Spiel. In den Freistunden könnt ihr es dann gemeinsam mit Mitschülerinnen und Mitschülern spielen und zeigen, was bei einer Infektion im Körper passiert.
Oder wie wär´s mit einer Sonderseite in eurer Schülerzeitung, oder einem Podcast auf den Webseiten eurer Schule? Legt einfach los, die Zeit läuft und es warten neben einem Zuschuss zur Klassenkasse auch tolle Sachpreise auf euch.

Die Gewinner des Schulwettbewerbs werden dann erst im November ermittelt und benachrichtigt.

Weitere Infos zum Schulwettbewerb findet ihr hier.

 

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Ausgerechnet im Urlaub: „Montezumas Rache“

(Marburg, 21.07.2009)
Gerade wenn man sich so richtig gefreut hat, Pläne macht, was man alles erleben und machen will, ist es sehr enttäuschend, wenn man plötzlich im Urlaub krank wird. Besonders unangenehm sind Durchfallerkrankungen, manchmal auch „Montezumas Rache“ genannt. Dann – das kennt ihr sicher –traut man sich gar nicht mehr weg vom Badezimmer.
Wie kommt es zu einer Darminfektion?
Im menschlichen Darm siedeln Bakterien. Die sind für uns sehr nützlich, denn sie helfen bei der Verdauung. Man sagt auch, die „Darmflora“ ist in einem Gleichgewicht. Wenn wir jetzt aber während des Urlaubs mit „fremden“ Bakterien in Berührung kommen, kann es sein, dass dieses Gleichgewicht gestört und der Darm geschädigt wird. Aber auch ungewohnte Nahrung kann dazu führen. Übertragen werden die Bakterien über Wasser oder Lebensmittel.
Was soll man tun?
Ganz wichtig ist es, viel zu trinken. Denn mit dem Durchfall verliert man viel Wasser. Und zugleich auch Salze. Um diesen Verlust zu ersetzen, gibt es bestimmte Mittel, die man in der Apotheke kaufen kann. (Sie heißen biologische Elektrolyte. Darin enthalten sind zum Beispiel Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Phosphat und Hydrogencarbonat.) Essen sollte man nach Möglichkeit gar nichts.
Meistens verschwindet der Durchfall schon nach 2-3 Tagen. Wenn das nicht der Fall ist, Fieber hinzu kommt oder Blut im Stuhl ist, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Wie kann man sich schützen?
Erfahrene Reisende wissen es schon: Man muss beim Wasser und bei der Nahrung aufpassen. „Siede es, koche es, schäle es oder vergiss es!“ Eine Sache solltest du dir jetzt sofort merken: Nie sollte man Eiswürfel für sein Getränk ordern! Der Inhalt aus ordentlich verschlossenen Flaschen ist ja in der Regel ganz unbedenklich. Aber welche Qualität das Wasser für die Eiswürfel hat und wo es eingefroren worden ist, kann man einfach nicht wissen. Hier kannst du nachlesen, worauf du im Urlaub sonst noch achten solltest.
Da so viele unterschiedliche Erreger Durchfall-Erkrankungen hervorrufen können, gibt es keine Impfung, die vor allen schützen könnte. Nur gegen Cholera und Typhus kann man sich impfen lassen. Die Gefahr, diese Krankheiten zu bekommen, besteht aber nur in ganz bestimmten Ländern und unter bestimmten Bedingungen. Dazu weiß euer Kinder- und Jugendarzt (oder auch der Hausarzt) Bescheid.

Kleines Quiz!
Wisst ihr übrigens, woher der Begriff „Montezumas Rache“ kommt? Dann schreibt uns eine Mail. Unter den ersten fünf richtigen Einsendern verlosen wir attraktive Sachpreise. Macht mit und lasst euch überraschen. Die Gewinner werden hier an dieser Stelle bekannt gegeben.
Mails bitte bis zum 31. August schicken an: impfen@kilian.de

Quelle: www.netdoctor.de

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Leberentzündung – ein unliebsames Reisemitbringsel

(Marburg, 15.07.2009)
Die Deutschen sind das vielleicht reiselustigste Volk Europas. Für Sonne, Strand und Meer fahren und fliegen wir immer weiter weg. Fernreisen in tropische Länder Asiens, Afrikas und Südamerikas sind für viele schon normal. Ärzte betrachten das mit Sorge. Gerade in den Ländern dieser Regionen ist beispielsweise die Leberentzündung (Hepatitis) eine häufige Erkrankung. Und Reisende können sich anstecken. An Hepatitis A kann man durch „verunreinigte“ Lebensmittel erkranken. Fängt man sich auf einer Reise Hepatitis A ein, zeigt sich das meist erst, wenn man wieder zu Hause ist: Dann kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Durchfall, und Abgeschlagenheit. Hepatitis A heilt aber meistens gut aus. Gefährlicher ist Hepatitis B: Diese Leberentzündung heilt oft nicht mehr richtig aus und kann dann zu Leberschrumpfung oder Leberkrebs führen. Hepatitis B kann beim Sex oder auch beim Tätowieren und Piercen übertragen werden.
Lass dich also im Urlaub weder tätowieren noch piercen. Und auf gar keinen Fall solltest du ungeschützten Sex haben – mit Kondomen schützt du dich auch vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen. Gegen Hepatitis A und B kannst du dich zudem impfen lassen.

Quellen: Wikipedia, fit-for-travel.de

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Achtung: Tropfen-Alarm
Wie sich manche Viren und Bakterien verbreiten

(Marburg, 07.07.2009)
Sie schaffen locker eine Distanz von vier Metern und haben eine Geschwindigkeit von bis zu 160 Kilometer pro Stunde. Die Rede ist nicht etwa von Weitspringern oder rasanten Autos, sondern von winzigen Tropfen, die in Form von Nasen- und Speichelsekret durch die Luft geschleudert werden. Das kann beim Husten und Niesen passieren oder aber beim Sprechen, Lachen und Atmen. Mit den Speicheltröpfchen verlassen auch Krankheitserreger den Körper. Die Viren und Bakterien können sich dann entweder bei anderen Menschen oder auf Türklinken, PC-Tastaturen und anderen Gegenständen niederlassen und dort Krankheiten wie z. B. Masern, Mumps, Influenza oder die Windpocken übertragen. Man nennt diesen Weg der Ansteckung daher auch passender Weise „Tröpfcheninfektion“.
Übrigens: Zusammengeknüllte Taschentücher, die in der Hosentasche getragen werden, sind ein richtiges Nest für die Vermehrung von Keimen. Durch die Körperwärme und die dunkle Hosentaschen vermehren sich Viren und Bakterien hier noch schneller als an der frischen Luft. Benutzt man das Taschentuch ein weiteres Mal, so hat man eine „Keimschleuder“, vor der man sich in Acht nehmen muss.
Der beste Schutz gegen eine Übertragung von Erregern durch Tröpfcheninfektion ist das regelmäßiges Waschen der Hände (dazu gehören auch die Handgelenke und die Unterarme) und das Meiden von größeren Menschenansammlungen, vor allem, wenn größere Epidemien, wie zum Beispiel die Influenza im Umlauf sind.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 28.04.2009

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Haustiere sind gut für die Gesundheit
Aber: Auch sie sollten geimpft sein!

(Marburg, 01.07.2009)
Du kommst aus der Schule und dein Hund wartet auf dich. Schwanzwedelnd begrüßt er dich, springt an dir hoch, schlabbert an deinen Händen und deinem Gesicht herum. Und dann will er mit dir spielen. Das macht nicht nur dir und deinem Hund Spaß, sondern ist auch gut für deinen Gesundheit. Forscher haben festgestellt, dass Tierbesitzer 20 Prozent weniger zum Hausarzt gehen müssen, als Menschen ohne Haustiere. Die Ruhe, Wärme und Geselligkeit, die beispielsweise Hunde, Katzen und Meerschweinchen ausstrahlen, haben also eine gesunderhaltende Wirkung.
Dennoch ist es wichtig, dass die Haustiere keine Würmer, Flöhe oder andere Parasiten haben. Diese  können nämlich Krankheiten übertragen, die für den Menschen schädlich sind. Goldhamster können z. B. Viren übertragen, die bei Kleinkindern zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führen können. Auch Katzen und Ratten können Krankheiten übertragen. Ärzte raten daher, die Haustiere impfen zu lassen und bei regelmäßig ihnen Wurmkuren durchzuführen. Beim nächsten Termin beim Tierarzt kannst du dich zu diesem Thema informieren.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 11.02.2009

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Viren und Bakterien wandern ein
Folgen der Klimaveränderung in Europa

(Marburg, 23.06.2009)
Ihr habt sicher schon mal von der so genannten Klimaerwärmung gehört? Jedes Jahr wird es weltweit ein kleines Bisschen wärmer – auch bei uns in Europa. Auch wenn man vielleicht erst mal sagen möchte: „Ist doch schön, wenn es bei uns wärmer und sonniger ist!“ und dabei an tolle Stunden im Freibad denkt, so ganz unproblematisch ist es mit der globalen Erwärmung nicht. Immer häufiger kommt es zu Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, in manchen Teilen der Welt gibt es häufiger Dürren und die Ernte fällt geringer aus oder alles vertrocknet.
Auch im Bereich Gesundheit zeigt die Klimaveränderung Folgen. In Greifswald trafen sich kürzlich Forscher aus aller Welt und sprachen über die Auswirkungen des Klimawandels in Europa. Die Experten gehen davon aus, dass sich in Mitteleuropa unbekannte und für Mensch und Tier gefährliche Infektionskrankheiten ausbreiten werden. Verschiedene Mückenarten können zum Beispiel Viren und Bakterien übertragen und nun verschieben sich ihre Lebensräume, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit, Thomas Mettenleiter, auf der Tagung.

Wie kann das möglich sein?

Durch die hohe Reiseaktivität der Menschen – man spricht auch von weltweiter Mobilität – werden auch Organismen aus fernen und ganz anderen Gebieten der Erde nach Europa eingeschleppt. Wenn die Temperaturen bei uns nun ansteigen, werden die Lebensbedingungen für die „eingeschleppten“ Überträger der Krankheitserreger verbessert, sie überleben länger. Die Körpertemperatur von Mücken ist beispielsweise stark von der Umgebungstemperatur abhängig. Das heißt, wenn es wärmer ist, fühlt sich die Mücke wohler und verbreitet sich mehr. Ist sie ein Überträger von Krankheitserregern, verbreiten sich diese dann auch.
Wer weiß, vielleicht schlafen wir allen in Zukunft nur noch unter Moskitonetzen?

Quelle: Welt online, 26. Mai 2009

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Schweinegrippe breitet sich aus

(Marburg, 18.06.2009)
Bestimmt hast du in den vergangenen Monaten auch davon gehört: Die Schweinegrippe breitet sich weltweit aus – und zwar bei Menschen!
Die Schweinegrippe ist eigentlich eine Erkrankung, die bei Hausschweinen auftritt. Die Tiere leiden dann unter Fieber, Schnupfen, Bronchitis oder Lungenentzündung. Verursacht wird diese Art Grippe von Viren, die auf Schweine spezialisiert sind.
Aber diese Viren haben sich verändert und können nun auch Menschen befallen. Das menschliche Immunsystem kennt diese Viren noch nicht, und kann sich daher nur schlecht gegen sie wehren. Daher breitet sich diese neue Grippe weltweit rasant aus. Auch Deutschland ist nicht verschont geblieben: 203 Fälle gibt es bei uns schon. Allerdings sind die Erkrankungen bisher nicht so schlimm verlaufen. Die Erkrankten haben hohes Fieber, Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Kopfweh, Halsweh, Husten und ein starkes Krankheitsgefühl. Gefährlich kann es werden, wenn sich das Virus weiter verändert und „bösartiger“ (pathogener) wird. Es könnte dann schwerwiegendere Krankheitssymptome hervorrufen.

Besonders rasch kann sich eine Grippe unter Kindern und Jugendlichen ausbreiten, weil diese viel Kontakt zu anderen Menschen haben. Doch wie fängt man sich Grippeviren überhaupt ein? Die Viren werden beim Niesen oder Husten in die Luft „geschleudert“ und dann von anderen eingeatmet. Oder sie gelangen auf die Hand und können beispielsweise beim Händeschütteln weiter gegeben werden. Wer sich und andere vor der Schweinegrippe schützen will, sollte sich daher oft die Hände waschen und in den Ärmel statt in die Hand husten.

Quelle: www.rki.de

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Sechs „Polioversehrte“ erobern Europas Musik-Szene

(Marburg, 10.06.2009)
Staff Benda Bilili heißt übersetzt „Jenseits der äußeren Erscheinung“ und ist der Name einer Band, die aus Kinshasas stammt, das ist die Hauptstadt des zentralakfrikanischen Staates Kongo, und deren Mitglieder an Kinderlähmung (Polio) erkrankt sind und in Folge davon Behinderungen haben; sie sind polioversehrt. Das ist ein etwas altmodisches Wort, das bedeutet, dass man nach der Erkrankung nicht wieder ganz gesund geworden ist, dass man – oft für Außenstehende deutlich erkennbar – unter Nachwirkungen zu leiden hat. Der Bandname hat daher eine ganz besondere Bedeutung: „Jenseits der äußeren Erscheinung“ heißt, dass sich Sänger, Drummer und Bassisten der Band auf den Händen oder mit Dreirädern fortbewegen. Es heißt jedoch nicht, dass die Jungen jenseits der Gesellschaft stehen. Sie sehen sich selbst als musikalische Journalisten, die mit coolem Hip Hop und Rapp Menschen auf die Tanzfläche und ins Wahllokal locken. Ihre Texte handeln von Straßenkindern, Korruption und Politik. Ihre Beats erobern mit umgebauten Blechkanistern, einer einsaitigen Elektrolaute und einer rotierenden Blechscheibe die Herzen ihrer Fans. „Wir wollen beweisen, dass wir behinderten Menschen die ganze Welt auf die Tanzfläche schicken können,“ erklärt Bandlader Ricky. In Deutschland ist ihre neue Platte mit dem Titel „Trés, trés fort“ auf dem Label Indigo erschienen. Der Titel „sehr, sehr stark“ ist nicht nur das Lebensmotto der Bandmitglieder, sondern charakterisiert vor allem ihre Musik.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 25.02.2009

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Mitmachen beim Schüler-Wettbewerb!
Kreativ sein und andere vom neu erworbenen Wissen profitieren lassen


(Marburg, 03.06.2009) Bis Ende Juli können Schulklassen aus Schleswig-Holstein am Schüler-Wettbewerb des Deutschen Grünen Kreuzes zum Thema „Schüler informieren Schüler über Infektionskrankheiten“ teilnehmen.

Die Aufgabe
Das Thema „Infektionskrankheiten und Impfungen“ habt ihr in der Schule mit Hilfe der Unterrichtsmaterialien durchgenommen. Dabei habt ihr sicher eine Menge lernen können und die eine oder andere Wissenslücke ist hoffentlich geschlossen worden. Stellt euch vor, ihr müsstet nun einem Mitschüler/einer Mitschülerin erklären, wie zum Beispiel die Körperabwehr funktioniert und wie Impfungen wirken. Wie würdet ihr das machen? Ihr könntet einen Artikel für die Schülerzeitung schreiben und ihn mit Zeichnungen und Fotos versehen. Ihr könntet eine Wandzeitung gestalten, die ihr an einem Ort aufhängt, an dem möglichst viele Mitschüler vorbei kommen. Das Thema  muss natürlich gut verständlich und interessant gestaltet sein. „Schüler informieren Schüler“ - das ist die Aufgabe, wenn ihr am Wettbewerb teilnehmen wollt. Denkt euch also etwas aus, macht Poster und Flugblätter, Websites und Songs oder Info-Stände zum Thema. Und informiert damit Mitschüler, Eltern, Geschwister und Freunde.
Sicher kann eure Lehrerin/euer Lehrer helfen. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas! Neben Geldpreisen (als Zuschuss für die Klassenkasse) für die schönsten drei Beiträge, warten zahlreiche Sachpreise auf euch.

Wenn noch Fragen bestehen, beantworten wir sie euch oder euren Lehrern gern auch telefonisch unter: 06421 293-136.

Weitere Informationen zu allem, was ihr bezüglich des Wettbewerbs wissen müsst, findet ihr hier.

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Tollwut: Gefahr bei Fernreisen

(Marburg, 27.05.2009) Tollwut – schon der Name dieser Krankheit lässt uns erschauern. Zu Recht: Die Krankheit tritt weltweit auf und endet nach dem Ausbruch beim Menschen immer tödlich. Sie wird durch Viren hervorgerufen. In der Natur kommt das Virus häufig bei Füchsen vor, die es auf Hunde oder Katzen übertragen. Diese können durch einen Biss Menschen infizieren. Bei Hunden zeigt sich die Tollwut häufig in einem auffälligen Verhalten: Die erkrankten Tiere sind besonders erregt, aggressiv und bissig. Später stellen sich Lähmungen ein, die unter anderem zu Schluckstörungen führen. Dadurch haben die Tiere dann „Schaum“ (= Speichel) vor dem Maul.

In Deutschland werden Füchse seit viele Jahren mit Impfködern geimpft. Mit großem Erfolg: Seit  vergangenem Jahr ist diese schreckliche Krankheit bei uns ausgerottet. Doch gibt es die Tollwut noch in vielen anderen Ländern. Jährlich werden weltweit 35.000 Tollwuterkrankungen bei Menschen registriert. Die höchsten Erkrankungszahlen finden sich in Südostasien, gefolgt von Afrika und Lateinamerika.

Gegen Tollwut kann man impfen. Eine vorbeugende Tollwut-Impfung ist für alle wichtig, die häufig mit möglicherweise erkrankten Wildtieren, Hunden oder anderen Tieren in Kontakt kommen. Dazu gehören beispielsweise Tierärzte und -pfleger, Jäger und Förster. Wichtig ist die Impfung besonders für Reisende, die in tollwutgefährdete Länder fahren. Grundsätzlich sollte man dort keine fremden Katzen und Hunde streicheln, vor allem keine Straßenhunde.

Quelle: www.tk-online.de; Wikipedia

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Rechtzeitig vor den Ferien den Impfschutz prüfen

(Marburg, 19.05.2009)
Kurz vor den Sommerferien geht´s wieder los: Das Auto wird vor der großen Urlaubsreise durchgecheckt, die Luftmatratze vom letzten Jahr wird sicherheitshalber schon mal aufgepumpt, damit auch ja kein Loch drin ist, Sonnencreme und Badeshorts werden gekauft. Zu einer guten Reise-Vorbereitung gehört auch ein Impfbuch-Check.

Je nach dem, wo du deine Ferien verbringst, sind besondere Impfungen wichtig. Beispielsweise empfiehlt sich eine Impfungen gegen Hepatitis A, wenn du in südliche Länder fährst. Der Impfschutz setzt etwa 14 Tage nach der Impfung ein und hält einige Monate an. Wenn Du dir ein halbes bis ein Jahr später eine Auffrischung holst, bist du etwa Jahre lang vor Hepatitis A geschützt.

Fährst du in Gebiete, in denen es viele Zecken gibt, so solltest du dich gegen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) impfen lassen. Hier gibt es für kurzentschlossene Urlauber ein Impfschema für eine Schnell-Immunisierung, jeweils 7 und 21 Tage nach der ersten Impfung sind die zweite und dritte Dosis vorgesehen.

Auch für Kinder und Jugendliche, die ihre Sommerferien zu Hause verbringen, sollte der Beginn der Ferien ein Anlass sein, den Impfschutz zu überprüfen. Denn schneller als gedacht, schürft man sich beim Skateboarden Knie oder Ellenbogen auf oder tritt im Freibad auf einen rostigen Nagel. Für solche Fälle ist es immer wichtig, einen ausreichenden Schutz gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) zu haben.

Bei allen Reisen gilt: Impfbuch nicht vergessen!

Informationen zum Reiseimpfschutz gibt es bei den Gesundheitsämtern und unter www.dgk.de


Quelle: www.dorfinfo.de, 17.04.2009

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Eine Musungu auf dem Motorrad: Masernimpfungen im Kongo
Wie Ärzte ohne Grenzen für Impfschutz in Afrika sorgt


(Marburg, 12.05.2009) Der Kongo ist eine sehr großes Land in Zentralafrika. Anders als bei uns ist das staatliche Gesundheitswesen nicht so umfassend. In vielen Regionen sind die Menschen auf Hilfe von außen angewiesen. Dinge, die bei uns selbstverständlich sind, wie zum Beispiel Schutzimpfungen, gibt es dort nicht überall.
Heidi Lehnen hat zwei Berufe. Sie ist Krankenschwester und Sozialpädagogin und im Moment fährt sei mit dem Motorrad durch den Kongo, um Kinder gegen Masern zu impfen. Heidi Lehnen ist Mitarbeiterin bei Ärzte ohne Grenzen. Das ist eine Organisation, die auf der ganzen Welt  Menschen hilft, die medizinische Hilfe brauchen. Frau Lehnen wird „Musungu“ genannt. Das ist eine Bezeichnung für einen hellhäutigen Menschen. Sie fährt von Dorf zu Dorf. Dort warten die Leute schon auf sie, damit ihre Kinder die schutzbringende Masern-Impfung bekommen. In neun Wochen ist sie durch 175 Dörfer gekommen. Insgesamt wurden 79.000 Kinder in nur wenigen Monaten von Mitarbeitern der Ärzteorganisation geimpft. Heidi Lehnen ist manchmal sauer, wenn sie hört, dass in Europa manche Menschen gegen Impfungen sind. Sie hat im Kongo erlebt, wie Kinder an Masern starben, sie hat Kinder getroffen, die wegen der Krankheit erblindet sind. Deren Haut sich durch die Masernerkrankung abgelöst hat. „Wenn ich an die Frauen denke, die kleine sterbende Würmer im Arm halten, dann bekomme ich echt Wut auf die Impfgegner in Deutschland, die jede Prävention haben könnten, ihr Kind aber lieber dem Risiko aussetzen.“

Weitere Info speziell „für Kids“ findest du auf der Website von Ärzte ohne Grenzen.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 16.12.2008

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Spaßbremse Lippenherpes

(Marburg, 06.05.2009) Die meisten Menschen haben sie schon mal gehabt: juckende, schmerzende Bläschen an der Lippe oder um den Mund herum. Wirklich ätzend, vor allem, wenn man gerade auf eine Party gehen will... Hervorgerufen wird der lästige Ausschlag durch Herpes-Viren. Diese Viren kannst du dir durch Küssen oder das gemeinsame Benutzen eines Trinkglases einfangen.
Die gute Nachricht: Die Bläschen sind meist harmlos und verheilen ohne Narbe. Die schlechte Nachricht: Bei vielen Menschen kommen die Bläschen immer wieder und können ganz schön nerven. Oft sind sie gerade dann da, wenn man sie gar nicht brauchen kann, beispielsweise im Urlaub. Auslöser sind intensive Sonneneinstrahlung, Stress, Fieber, ein geschwächtes Immunsystem oder Ekel.
In der Apotheke bekommst du Salben gegen Herpes. Falls nur ein paar kleine Bläschen auftauchen, kannst du Hausmittel auspobieren, von denen Betroffene sagen, dass sie wenigstens gegen den Juckreiz helfen:
Viele Menschen schwören auf Zahnpasta. Einfach auftragen und bis zu zwei Stunden wirken lassen. Nachteil: die Bläschen fallen dann noch mehr auf, weil sie nun weiß strahlen!
Besser ist daher 70-prozentiger Alkohol (aus der Apotheke): einfach mehrmals täglich mit einem Wattebausch auftragen.
Oder versuch es mit Teebaum- oder Melissenöl, das du auf die Bläschen tupfst.

Wenn du im Urlaub bist, solltest du dich gut vor der Sonne schützen. Um den Mund herum und auf den Lippen benutzt du am besten einen Sunblocker. Denn sogenannte Sunblocker sind auch Herpes-Blocker: Sie verringern die Wahrscheinlichkeit, dass sich Bläschen auf deiner Lippe bilden.

Quellen: www.wikipedia.de, www.netdoktor.de

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Moderne Kombi-Impfstoffe

(Marburg, 30.04.2009) Impfungen hinterlassen heutzutage keine Spuren. Es gibt aber Erwachsene, die doch eine Impfnarbe auf ihrem Oberarm oder auf der Schulter haben. Die stammt von der Pockenimpfung. Pocken waren einmal sehr gefürchtet und weltweit ein Gesundheitsproblem. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eine große Impf-Kampagne vorangebracht. Seit den 80er Jahren gelten die Pocken als ausgerottet. Man muss sich also nicht mehr gegen Pocken impfen lassen.
Bei der Kinderlähmung (Polio) oder bei Masern sieht es anders aus. Diese Krankheiten gibt es noch immer und manchmal liest man von erschreckenden Ausbrüchen dieser verharmlosend „Kinderkrankheiten“ gekannten Infektionen.
In der Impfstoff-Forschung wird nicht nur nach neue Impfstoffen gesucht, sondern man versucht auch, die alten Impfstoffe zu verbessern, oder aber, Impfungen zu kombinieren. Beispiele sind Kombinationen von „Tetanus und Diphtherie“ oder „Masern, Mumps und Röteln“. Es gibt auch Fünffach-Impfstoffe, die dann gleich gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis, Polio und Hib schützen. Kombi-Impfstoffe haben den Vorteil, dass man nicht für jede einzelne Spritze zum Arzt muss, man spart also „Pikse“ und Termine.

Quelle: Hannoversche Allgemeine, 16.02.09

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Mach den Impfcheck!
Online-Service für Jugendliche

(Marburg, 21.04.2009) Pünktlich zur europäischen Impfwoche, die in diesem Jahr vom 21. bis 27. April stattfindet, bietet das Land Baden-Württemberg einen Impfcheck für Jugendliche an. Unter dem Motto: „Mach den Impfcheck“ kannst du im Internet unter www.mach-den-impfcheck.de deinen aktuellen Impfstatus überprüfen. Das Ganze geht schnell und ist ganz einfach: Nimm dein Impfbuch, beantworte die 10 Fragen und dann weißt du, ob du einen ausreichenden Impfschutz hast oder wo deine Impflücken sind. Eventuell bekommst du dann eine Empfehlung, dich bei deinem Hausarzt beraten zu lassen.
Außerdem gibt es auf der Seite Informationen zu allen Impfungen und Infektionskrankheiten. Wenn du schon mal etwas von einer Krankheit gehört hast, aber nicht so genau weißt, was sich dahinter verbirgt, kannst du dich dort informieren.  
Der Impfcheck richtet sich besonders an Jugendliche, weil bei ihnen am Häufigsten Impfungen fehlen. Außerdem werden alle Impfungen, auch die relativ neuen, wie z. B. die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, berücksichtigt.
Und das Gute ist: Der Check ist nicht nur für Jugendliche aus Baden-Württemberg, sondern Jede und Jeder von Euch kann den Online-Test machen. Nimm einfach dein Impfbuch zur Hand und klick dich ein.
Quelle: www.mach-den-impfcheck.de, April 2009

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Zecken-Alarm

(Marburg, 16.04.2009) Der Frühling verwöhnt uns in diesem Jahr mit herrlichem Wetter. Die Bäume schlagen aus, dass es nur so kracht. Doch mit den warmen Temperaturen erwachen auch unangenehme Frühlingsboten aus ihrer Winterruhe: die zu den Spinnentieren gehörenden Zecken.
Die kleinen Vampire lauern in höherem Gras und Gebüsch. Sie warten dort auf die Gelegenheit, auf ein Tier (oder einen Menschen) zu gelangen, um Blut zu saugen. Dabei können die Zecken Krankheitserreger auf ihren „Wirt“ übertragen.
Hierzulande sind dies vor allem FSME-Viren und Borreliose-Bakterien. Borreliose ist überall in Deutschland verbreitet. Diese Erkrankung kann aber, wenn man sie frühzeitig erkennt, ganz gut behandelt werden. Sehr gefährlich ist die FSME (eine Gehirnhautentzündung), mit der man hauptsächlich in bestimmten Gebieten rechnen muss. Dazu gehören beispielsweise Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Hessen. Alle Risikogebiete findest du hier .

Gegen FSME kannst du dich glücklicherweise impfen lassen. Jetzt, zu Beginn der Zeckensaison, ist der richtige Zeitpunkt dafür. Besonders wichtig ist die Impfung natürlich, wenn du in einem Risikogebiet lebst, oder dort Urlaub machst. Frag deinen Arzt danach!
Quelle: www.rki.de

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Viren mögen’s trocken

(Marburg, 08.04.2009) Du kennst das sicherlich auch: Kaum ist es Herbst, schon sind die Plätze deiner Mitschüler und Mitschülerinnen leer. Oft sind es nicht nur Einzelne, die wegen einer Grippe (oder Erkältung) fehlen, sondern es kommt vor, dass die Hälfte der Klasse krank ist.
Bislang dachte man, dass die Ausbreitung von Grippeviren durch die Kälte im Herbst und Winter begünstigt wird. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass nicht nur die Kälte, sondern auch die Luftfeuchtigkeit eine Rolle spielt, denn: „Viren mögen´s trocken“. In trockener Kälte leben Viren 2-3 mal länger als in feucht-warmer Umgebung.
Die kalte Jahreszeit bietet also ideale Voraussetzungen für die Vermehrung von Viren. Im Winter halten sich die Menschen länger und häufiger in geschlossenen Räumen auf und sie lüften seltener. Deshalb stecken sie sich auch schneller an. Die trockene Luft in Gebäuden sorgt dafür, dass der Schleim im Nasen-Rachen-Raum weniger dick ist. Der Schleim ist eine natürliche Barriere gegen Keime. Durch trockene Luft haben die Viren leichtes Spiel und können schneller in den Körper eindringen.
Daher raten Experten, in der kalten Jahreszeit auf die Luftfeuchtigkeit in geheizten Räumen zu achten und sie ggf. zu beeinflussen. Das kann man zum Beispiel dadurch machen, dass man eine Schale Wasser im Raum aufstellt. Durch die Heizungswärme verdunstet das Wasser und die Luftfeuchtigkeit wird erhöht. Und das ist ungünstiger für die Viren.

Quelle: Süddeutsche Zeitung  10.02.2009

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Keine Angst vor Spritzen!

(Marburg, 02.04.2009) Man glaubt es kaum, aber selbst gestandene Männer bekommen manchmal so richtig Angst, wenn sie beim Arzt sind und dieser plötzlich sagt: „Ich gebe Ihnen dann jetzt mal eine Spritze.“ Dabei tut eine Spritze nur ganz kurz und ein kleines Bisschen weh. Da heutzutage bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Impfstoffe mittels einer Spritze gegeben werden, tun sich diejenigen, die vor Spritzen Angst haben, natürlich auch beim Impfen schwer. Gehörst du vielleicht auch dazu?

Der Nutzen überwiegt
Da hilft nur eins, den Verstand einschalten und sich Folgendes klar machen: Eine Impfung schützt uns vor einer bestimmten Krankheit und es ist viel schlimmer, krank zu werden, als die Spritze über sich ergehen zu lassen.
Impfstoffe werden über lange Jahre entwickelt, bis sie (so wie es bei Medikamenten auch der Fall ist) zugelassen werden. Das heißt, bis überprüft worden ist, dass der Impfstoff auch wirklich vor der Krankheit schützt und keine anderen unerwünschten Wirkungen hat. Aber das ist keine einmalige Prüfung. Jede Einzelcharge – d. h. was in einem Herstellungsvorgang produziert wird – wird geprüft, bevor sie in den Handel kommen. Das macht in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen.
Wenn man eine Impfung mit abgeschwächtem Erreger oder Bestandteilen gespritzt bekommt, passiert etwas im Körper und das ist ja auch der Plan. Die Abwehrzellen lernen den eindringenden Krankheitserreger kennen und können die Abwehrmechanismen auslösen. Wenn dann zu einem späteren Zeitpunkt mal wirklich ein echter Erreger (in größerer Menge) kommt, ist quasi schon alles vorbereitet, das Immunsystem springt an und man wird nicht krank.

Wirkung muss schon sein
Manchmal merkt man außer dem „Piks“ gar nichts nach einer Impfung. Manchmal schmerzt die Stelle etwas, an der die Spritze gesetzt wurde. Es kann auch eine leichte Rötung an der Stelle auftreten oder zu einer Schwellung kommen. Es ist auch möglich, dass man etwas Fieber bekommt oder sich so fühlt, als bekäme man Grippe. Auch die Lymphknoten schwellen manchmal an. All das vergeht ganz schnell wieder. Man nennt das eine Lokal- und Allgemeinreaktion, die 1 bis 3 Tage dauern kann.

Wenn jemand über diese Symptome hinaus etwas Ungewöhnliches an sich bemerkt oder sich sehr krank fühlt, dann muss er natürlich sofort zum Arzt gehen. Aber das hat möglicher Weise gar nichts mit der Impfung zu tun. Dennoch ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Impfreaktionen, die ungewöhnlich und vielleicht sogar bedrohlich sind, von den Ärzten und Gesundheitsämtern gemeldet werden. Dann wird ganz genau untersucht, was es mit diesen Fall auf sich hat. Das macht wieder das Paul-Ehrlich-Institut. Die Ergebnisse werden jedes Jahr veröffentlicht. Und, das zur Beruhigung, es sind nur ganz wenige Fälle, bei denen man einen Zusammenhang zu einer Impfung vermutet. Impfstoffe sind sicher und gut verträglich.

Quellen: de.wikipedia.org/wiki/Impfung, www.pei.de

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Impfung: Schutzschild gegen Krankheitserreger
Wie funktioniert eine Impfung?

(Marburg, 26.03.2009)
Viele Krankheiten werden durch Viren oder Bakterien hervorgerufen. Dringen sie in den Körper ein, bildet unser Immunsystem Antikörper gegen diese „Angreifer“. Dein Körper kann sich die Erreger von einigen Krankheiten merken. Wenn diese Erreger noch mal kommen, werden sie so schnell bekämpft, dass die Krankheit nicht noch mal ausbrechen kann. Dann ist man „immun“.

Die Natur nachahmen – den Körper schützen
Einige Krankheiten sind so gefährlich, dass wir auf keinen Fall daran erkranken sollten. Also müssen wir unseren Körper darauf vorbereiten. Wir bieten ihm einen „Trainingspartner“ an: einen Impfstoff. Der Impfstoff besteht aus einer Substanz, die echten Erregern täuschend ähnlich sieht. Diesen Impfstoff bekommst du gespritzt. Der Körper „glaubt“, dass da gefährliche Eindringlinge sind, und fängt an, gegen sie zu kämpfen. Dabei werden Antikörper gebildet. Sie bleiben im Blut.
Wenn du auf einen Erreger triffst, den dein Körper Dank einer Impfung schon kennt, springt dein Immunsystem blitzschnell und voller Kraft an. Die Krankheitserreger werden vernichtet, bevor sie Schaden anrichten können. Eine geniale Erfindung!

Kuhpocken: Eine Beobachtung mit Folgen
Auf die Idee “Impfung” ist ein Engländer gekommen, der 1749 geboren wurde und im Jahr 1823 starb. Seine Name: Edward Jenner. Er war ein Landarzt, dem aufgefallen war, dass Melkerinnen, die sich mit Kuhpocken angesteckt hatte, nicht an den für Menschen gefährlichen Pocken erkrankten. Durch den Kontakt mit den Kuhpocken waren sie gegen die anderen Pocken geschützt. Jenner machte gezielte Versuche und entdeckte das Prinzip Impfen. Sein Verfahren hat er dann “vaccination” genannt. Das ist auch heute noch der englische Ausdruck für Impfung. Das Wort hat er abgeleitet vom lateinischen”vacca” und das heißt: “die Kuh”.

Quelle: Wikipedia

Edward Jenner: Er lebte von 1749–1823 und hat die Impfung erfunden.

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Mitmachen und gewinnen! Jetzt anmelden beim Wettbewerb „Impfen macht Schule“

(Marburg, 18.03.2009) Sicherlich habt ihr im Biologie-Unterricht schon die eine oder andere Neuigkeit über das Impfen und die verschiedenen Infektionskrankheiten erfahren. Denn in Schleswig-Holstein sind etwa 400 Schulen mit Infomaterial rund ums Thema Impfen versorgt worden. Damit es nicht nur beim Ausfüllen von Arbeitsblättern bleibt, laden wir euch ein, bei unserem Wettbewerb mitzumachen. Rund ums Thema Impfen und Infektionskrankheiten könnt ihr kreativ werden: Schreibt einen Song, macht eine Collage, dreht ein Video, textet eine Schülerzeitung  oder entwickelt ein Spiel – eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das Motto soll sein: „Schüler informieren Schüler“. Schaut also, dass ihr eure Mitschülerinnen und Mitschüler auf möglichst spannende Weise über das Thema Impfen informiert. Ihr seid dann also „Informationsvermittler“ für eure Mitschüler aus den anderen Klassen.
Wir freuen uns jetzt schon auf eure Wettbewerbsbeiträge. Unter den besten Einsendungen verlosen wir „Zuschüsse“ für eure Klassenkasse und attraktive Sachpreise. Sprecht mit euren Lehrern, vielleicht könnt ihr ja in der nächsten Projektwoche schon mit dem Wettbewerbs-Beitrag beginnen? Abgabetermin für eure Beiträge ist Ende Juli 2009. Es ist also noch Zeit ...
Weitere Informationen und das Anmeldeformular findet ihr hier.

Viel Spaß wünscht das Team der Sektion Impfen!

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Du hast es in der Hand!
Infektionen vermeiden durch Händewaschen


(Marburg, 11.03.2009) „Vor dem Klo und nach dem Essen Hände waschen nicht vergessen!“ Diesen Spruch kennt jeder. Damit „nerven“ Erwachsene manchmal. Es steckt aber mehr dahinter als Ermahnungen in Sachen Hygiene. Durch ein häufiges Händewaschen mit Seife kann der Übertragungsweg von Erkältungs- und Grippeviren und auch von Darmbakterien unterbrochen werden.
Wusstest du, dass sich auf jedem Quadratzentimeter Haut bis zu zehn Millionen Bakterien tummeln? Sie gehören zu 150 verschiedenen Arten. Und bei jedem Menschen ist die Zusammensetzung eine andere.
Wenn man nun Türklinken anfasst oder ein Geländer, wenn man sich per Handschlag begrüßt oder einfach nur irgendwo drauffasst, wo zuvor jemand seine Hand hatte: Es werden fleißig Erreger weitergegeben.
Eine Studie bei Grundschülern, die in den Vereinigten Staaten von Amerika durchgeführt wurde, hat das bestätigt. Diejenigen, die ihre Hände richtig waschen, hatten im Vergleich mit denen, die nicht so sehr auf Handhygiene achten, ein Drittel weniger Fehltage, die ja – wenn man vom Schuleschwänzen absieht – in der Regel durch Kranksein zustande kommen.

Und wie wird’s gemacht?
Die Hände 15 Sekunden lang mit Seife (eine ganz normale Seife reicht aus!) richtig gut einseifen, den Schaum auch zwischen die Finger und Nägel bringen und die Handgelenke nicht vergessen. Gut abspülen und mit einem sauberen Handtuch abtrocknen.
Du hast es also in der Hand und kannst das Weitergeben von Krankheitserreger durch regelmäßiges Händewaschen verringern. Aber Achtung: Zuviel ist auch nicht gut. Es gibt sogar Menschen, die einen Waschzwang haben!
Quellen: Deutsche Presseagentur, 12.12.08 und www.aerztlichepraxis.de, 09.01.2009

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Vogelgrippe – Gefahr im Anflug?


(Marburg, 05.03.2009) Der Frühling hält Einzug in unser Land und wird von Vielen nach dem langen Winter besonders freudig begrüßt. Vielleicht habt ihr sie auch schon mal gesehen: große Schwärme von Vögeln, die mit lauten Rufen über das Land ziehen und dabei ein „V“ in den Himmel schreiben. Kraniche sind das, auf dem Weg von ihrem südlichen Winterquartier in den Norden, wo sie brüten werden.
Die meisten Menschen freuen sich über dieses wunderbare Naturschauspiel, aber einige denken auch sofort an die Vogelgrippe, die seit einigen Jahren in aller Munde ist. Durch Zugvögel, aber auch durch Geflügelzucht und -handel, wurde sie hierzulande verbreitet.  Es erkrakten Vögel in Geflügelfarmen und Wildvögel. Menschen wurden bei uns nicht angesteckt, aber trotzdem werden Vögel von manchen Menschen nun sehr misstrauisch beäugt. 

Hintergrund: Was ist Vogelgrippe? 

  • Die Vogelgrippe ist eine seit über 100 Jahren bekannte Erkrankung bei Vögeln, die weltweit verbreitet ist.
  • Sie wird durch ein Virus verursacht.
  • Besonders häufig ist die Vogelgrippe in Ländern Südostasiens.
  • Die Viren kommen häufig in Zugvögeln vor, insbesondere Enten sowie in Geflügelzuchten.


Für Wildvögel ist die Krankheit kaum gefährlich. Geflügel, wie Hühner oder Puten, sind jedoch sehr anfällig. Für sie endet die Vogelgrippe meist tödlich.

Was macht die Vogelgrippe so gefährlich?
Zum einen verursacht die Vogelgrippe bei den Geflügelzüchtern unter Umständen einen sehr großen Schaden. Tritt in einem Bestand ein Fall von Vogelgrippe auf, werden häufig alle anderen, manchmal tausende Tiere aus dem gleichen Stall getötet. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit sich die Seuche nicht weiter ausbreiten kann.
Zum anderen: In seltenen Fällen wird das Virus nicht nur auf andere Vögel, sondern auch auf Katzen, Schweine oder sogar den Menschen übertragen. Für Menschen ist die Erkrankung sehr gefährlich. Die Sterberate ist hoch.
Die Übertragung des Virus auf den Menschen kommt vor allem dort vor, wo Mensch und Tier sehr eng beieinander leben. So leben in einigen Ländern Asiens wie beispielsweise in China Menschen und Hühner oftmals unter einem Dach.
Forscher glauben, dass sich das Virus so verändern könnte, dass die Übertragung von Vögeln auf den Menschen leichter geht. Das Schlimmste aber wäre, wenn das Virus „lernen“ würde, sich von Mensch zu Mensch zu übertragen. Damit könnte eine „Pandemie“ entstehen, das heißt eine Seuche, die sich über Länder- und Kontinente hinweg ausbreitet.
Aber es gibt auch Wege, eine solche Pandemie zu bekämpfen. So gibt es beispielsweise eine Grippe-Impfung für Geflügel. Und die Weltgesundheitsorganisation schickt „Vogelgrippe-Detektive“ überall dort hin, wo die Erkrankung ausbricht. Damit kann frühzeitig geklärt werden, ob auch eine Gefahr für Menschen besteht und wie man am besten gegen steuert.
Quelle: de.wikipedia.org

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Weltweite Initiative gegen Kinderlähmung

(Marburg, 26.02.2009) Es gibt immer wieder Krankheiten, von denen ihr vielleicht schon mal gehört habt, an denen aber bei uns (fast) niemand mehr erkrankt. Dazu gehört die Kinderlähmung, auch „Polio“ genannt. Der Grund dafür ist, dass es seit vielen Jahren eine Schutzimpfung gegen Polio gibt. Der Erreger wurde dadurch zurückgedrängt. Immer weniger Menschen erkranken an dem Virus. Das Ziel: Die Krankheit soll „verschwinden“.
Um eine Krankheit weltweit auszurotten, müssen alle Länder an einem Strang ziehen. Wenn sich weltweit möglichst alle Menschen impfen lassen, hat ein Krankheitserreger keine Chance mehr, sich zu vermehren. Die Kinderlähmung, ist ein gutes Beispiel. Seit 1962 gibt es in Deutschland eine Schutzimpfung dagegen. Weltweit wurde seit 1988 alles versucht, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Dazu gab es große Impfkampagnen, in denen alle Menschen dazu aufgerufen wurden, sich impfen zu lassen. Tatsächlich ist es gelungen, dass sich die Krankheit von 350.000 weltweiten Krankheitsfällen im Jahr 1988 auf 1.600 Krankheitsfälle im Jahr 2008 verringern ließ. Das Prinzip Impfung funktioniert also.

Dennoch tritt die Kinderlähmung immer wieder in vier verschiedenen Staaten in Asien und Afrika auf. Das liegt daran, dass die Menschen sich durch Reisen immer wieder anstecken und die Krankheitserreger mit ins andere Land bringen. Ist man nicht geimpft, so werden die Viren ganz schnell von Mensch zu Mensch weitergegeben und die Krankheit breitet sich aus. Das soll verhindert werden. Geplant ist, dass alle Menschen aus Ländern, in denen das Poliovirus noch verbreitet ist, gleichzeitig geimpft werden. So kann verhindert werden, dass sich das Virus weiter ausbreitet. Auch wir in Europa können helfen, die Krankheit in den Griff zu bekommen: Lasst eure Polio-Impfung alle 10 Jahre auffrischen, dann seit ihr auf der sicheren Seite und schützt andere.

Quelle: Ärzteblatt, 22.01.2009, Süddeutsche Zeitung, 22.01.2009

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Nur für Mädchen: Eine Impfung gegen Krebs

(Marburg, 18.02.2009) Alle Krankheiten, die wir euch bislang vorgestellt haben, werden durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Ein Virus, das den Namen Humanes Papillom Virus oder einfacher „HPV“ trägt, verursacht bei Frauen eine sehr schlimme Krankheit: Gebärmutterhalskrebs. Jedes Jahr sterben an dieser Krebserkrankung in Europa über 17.000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren. Übertragen wird das Virus bei sexuellem Kontakt. (Ein weiterer Grund, sich beim Sex mit Kondomen zu schützen!) Anders als gegen andere Erreger schützt ein Kondom gegen HPV nicht hundertprozentig.
Nun ist es gelungen, eine Impfung zu entwickeln, die Mädchen und junge Frauen vor dem HPV-Virus schützt. Alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren sollen sich impfen lassen.
Theoretisch könnten sich auch Jungen impfen lassen. Aber noch kann man nicht sagen, ob die Impfung von Jungen wirklich einen großen Nutzen hat. Bislang wurde noch nicht nachgewiesen, dass es durch mehr geimpfte Jungen und junge Männer zu einer Abnahme der HPV-Infektionen bei Mädchen und jungen Frauen kommt. Und Krebsarten durch die HPV-Viren, die durch den Impfstoff abgedeckt sind, kommen bei Männern nur sehr selten vor. Aus diesem Grund hat man in Deutschland im März 2007 entschieden, dass die HPV-Impfung zunächst für Mädchen von 12 bis 17 Jahren zu empfehlen ist.

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Alles ist auf einmal anders – Die Jugenduntersuchung (J1)

(Marburg, 12.02.2009) Du bist zwischen 12 und 14 Jahre alt und fühlst dich fit und gesund? Prima! Du warst, wie Viele in deinem Alter, schon lange nicht mehr beim Arzt? Entweder, weil es nicht notwendig war, oder weil du nicht wolltest ... Wer in deinem Alter will noch zum „Kinderarzt“ gehen?

Mit oder ohne deine Eltern – Hauptsache, du gehst
Aber jetzt steht eine Untersuchung an, die du auf jeden Fall wahrnehmen solltest: die Jugenduntersuchung, J1 heißt sie abgekürzt. Sie wird beim Kinder- und Jugendarzt gemacht oder beim Hausarzt. Die J1 ist eine Vorsorgeuntersuchung und somit keine Pflicht, aber sie ist sehr sinnvoll. Denn bei dieser Untersuchung können mögliche Risiken für deine Gesundheit erkannt werden, bevor sie dir später richtig Probleme bereiten! In deinem Körper stehen mit Beginn der Pubertät große Veränderungen an. (Na, ja, das hast du sicher auch so schon gemerkt.) Du hast bestimmt die eine oder andere Frage dazu. Zur J1 kannst du übrigens ohne deine Eltern gehen, wenn du magst. Manche Fragen lassen sich dann vielleicht leichter stellen.

Was erwartet dich bei der J1?
Zuerst fragt dich der Arzt nach deiner „Krankengeschichte“ und nach Beschwerden. Dabei sind auch vermeintlich unwichtige Sachen von Bedeutung, wenn du beispielsweise beim Sport Bandagen brauchst oder jeden Morgen Niesattacken hast. Danach untersucht dich der Doktor auf „Herz und Nieren“, oder anders gesagt: so ziemlich alles, was wichtig ist, checkt er ab.
Dazu gehört auch ein Seh- und Hörtest. Du wirst gewogen und gemessen und deine Reflexe werden getestet. Auch ein Blut- und ein Urintest stehen auf dem Programm. Für die ein oder andere Untersuchung kann es nötig sein, dass du das T-Shirt oder die Hose ablegen musst. Aber keine Sorge, du behältst die Unterwäsche an und musst nicht stundenlang halb nackt herumstehen.
Wichtig ist außerdem die Erhebung deines Impfstatus, d. h. der Arzt schaut sich dein Impfbuch an und bespricht mit dir, ob du noch irgendwelche Impfungen erhalten solltest. Falls er nicht daran denkt: Frag ihn nach Impfungen gegen Hepatitis B und gegen Meningokokken C (falls du sie noch nicht hast) und nach der neuen Impfung gegen das krebserzeugende Papillomvirus. (Letzteres gilt nur für die Mädchen.) Hepatitis B und das Papillomvirus können beim Sex übertragen werden. Eine Ansteckung lässt sich nicht allein durch den Gebrauch von Kondomen verhindern!

Sei schlau – stell Fragen!
Du kannst den Arzt bei der J1 auf alle Probleme ansprechen: zu dick, zu dünn, Schulprobleme, Probleme mit den Eltern, Liebeskummer, Verhütung, Drogen usw. Er hört dir zu und hilft dir weiter.
Und noch ein Tipp: Frag nach, wenn du irgendetwas nicht verstehst. Medizinische Sachverhalte sind manchmal schwierig zu verstehen ...

Und jetzt bist du dran
Jetzt bist du an der Reihe: Sprich deinen Kinder- und Jugendarzt oder den Hausarzt an und mach einen Termin aus!

Quelle: www.patienten-information.de

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Two in one
Der “geheime“ Nutzen von Impfungen

(Marburg, 05.02.2009)
Ihr kennt das Prinzip vom Duschgel, das sich auch als Shampoo verwenden lässt, von der Outdoorjacke, die sowohl vor Regen als auch vor Wind schützt und vom Handy, mit dem man nicht nur telefonieren, sondern auch noch fotografieren und im Internet surfen kann. Das Prinzip ist einfach: Eine Sache hat mehrere Funktionen oder  Wirkungen.
So in etwa ist es auch bei der Pneumokokken-Impfung. In den USA stellten Forscher fest, dass die Pneumokokken-Impfungen von Kleinkindern auch ältere Menschen (also Leute die älter als 60 sind) schützt und das obwohl sie nicht geimpft waren!

Wie geht denn das?

Insgesamt erkrankten viel weniger Menschen an einer Pneumokokken-Infektion. Durch die Impfung gab es 64 % weniger Hirnhautentzündungen bei den geimpften Kleinkindern und sogar 54 % weniger Hirnhautentzündungen bei den älteren Menschen. Je mehr Kinder gegen Pneumokokken geimpft waren, desto weniger ältere Menschen hatten eine durch Pneumokokken verursachte Hirnhautentzündung.
Der Grund ist einfach: Je mehr kleine Kinder und Babys geimpft sind, umso weniger Erreger werden übertragen und daher stecken sich weniger Erwachsene an. Durch die Schutzimpfung sind einfach weniger Erreger im Umlauf. Diesen Effekt nennt man „Herdenimmunität“. (Man hat diesen Effekt übrigens auch bei der Meningokokken-C-Impfung beobachten können.) Durch die Impfung wird die ganze „Herde“, also alle Menschen, mit denen ein einzelner Mensch zu tun hat, ebenfalls geschützt. Auch du kannst das Prinzip „two in one“ anwenden und deine Freunde und deine Familie schützen. Geh zum Arzt, lass dein Impfbuch überprüfen und hole fehlende Impfungen nach.

Quelle: Ärzte-Zeitung vom 21.01.2009

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„Aus heiterem Himmel“: Meningokokken-Erkrankungen schlagen ein wie ein Blitz

(Marburg, 28.01.2009) Es gibt Krankheiten, die sich langsam ankündigen. Eine Erkältung zum Beispiel. Man merkt, dass der Hals kratzig wird, die Nase läuft und so ein komischer Druck im Kopf entsteht. Meist dauert das ein paar Tage und dann wird man „richtig“ krank. Es gibt aber auch Krankheiten, die ganz plötzlich auftreten und in ganz kurzer Zeit schwer oder sogar lebensbedrohlich werden können. Eine davon ist die Meningokokken-Infektion. Das ist ein Bakterium, das einschlagen kann wie ein „Blitz aus heiterem Himmel“. Innerhalb von wenigen Stunden entstehen die ersten Krankheitszeichen und der Gesundheitszustand wird immer schlechter. Erst denkt man vielleicht sogar, es sei eine harmlose Erkältung, aber dann wird es immer schlimmer: Man bekommt hohes Fieber, muss sich übergeben, bekommt Schüttelfrost, die Muskeln und Gelenke tun weh. Wenn dann der Nacken auch noch steif wird und man sich ganz benommen fühlt, kann es sich um eine Meningokokken-Erkrankung handeln. Das wichtigste Warnzeichen: rötlich-violette Flecken auf der Haut. Die Meningokokken verursachen eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung; manchmal auch beides zusammen. So eine Krankheit kann harmlos verlaufen, so dass man keine Nachwirkungen verspürt. Es gibt aber eben auch die schweren Verläufe. Hier kannst du einige Geschichten von Menschen nachlesen, die an Meningokokken erkrankten.

Achtung! Wenn die oben aufgeführten Symptome zu erkennen sind, muss man sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen. Eine solche Infektion kann lebensbedrohlich sein. Dann müssen sofort Antibiotika genommen werden, mit deren Hilfe die krankmachenden Bakterien bekämpft werden können.
Es gibt verschiedene Arten des Meningokokken-Erregers. Gegen den Typ C, der hier in Deutschland etwa ein Drittel der Erkrankungen hervorruft, gibt es eine Schutzimpfung. Die kennen noch nicht alle, denn sie ist relativ neu. (Seit 2006 ist sie für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen.) Es kann also sein, dass du diese Impfung noch nicht hast. Also: Beim nächsten Arzttermin nachfragen. Die MenC-Impfung ist sehr wichtig.  

Hier findest du eine Liste mit Anzeichen, an denen man ein Meningokokken-Erkrankungen erkennen kann.  

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Deutschland im Grippefieber

Eine Erkältung ist keine Grippe
(Marburg, 22.01.2009) Lara kann nicht in die Schule gehen. “Sie hat Grippe”, erklärt ihre Freundin Jessica den Mitschülern. Zwei Wochen später ist sie immer noch nicht da. „Und das wegen einer Erkältung?“, fragt Mitschülerin Alex. Als Lara wieder in die Schule kommt, erklärt sie Alex, dass sie keine Erkältung hatte, sondern eine Grippe. Und das ist ein riesiger Unterschied, den viele Leute nicht kennen. Momentan hat die Grippe in Deutschland wieder Hochsaison. So kannst du eine Erkältung von einer Grippe unterscheiden:

Langsam oder schnell
Eine Erkältung hast du bestimmt schon mal gehabt. Sie beginnt meist langsam. Eine Grippe hingegen beginnt sehr plötzlich. Eben noch mit Freunden unterwegs gewesen, zwei Stunden später richtig krank im Bett – das ist typisch für eine Grippe.

Leichtes Kratzen oder starke Schmerzen
Kratzen im Hals, etwas Husten und Kopfschmerzen, das kennst du von einer Erkältung. Bei einer Grippe hättest du wahrscheinlich sehr starke Schmerzen im ganzen Körper und quälenden Husten.

Unwohl oder schwer krank
Bei einer Erkältung fühlst du dich unwohl und schlapp. Aber jemand, der Grippe hat, fühlt sich so stark geschwächt und krank, dass er freiwillig im Bett bleibt. Diese Schwächung des Körpers kann noch über Wochen andauern, auch wenn die Grippe schon abgeklungen ist.

Warm oder heiß
Bei einer Erkältung hast du vielleicht leicht erhöhte Temperatur. Bei einer echten Grippe tritt oft hohes Fieber bis 40 Grad Celsius auf.

Noch kannst du dich impfen lassen
Eine Grippe ist eine schwere Erkrankung, an der in Deutschland jährlich etwa 8.000 Menschen sterben. Sie tritt vor allem in den Monaten Dezember bis April auf. In diesem Jahr hat die Grippezeit früher als im vergangenen Jahr angefangen. Sie begann im Norden und Westen Deutschlands. Aber seit ein paar Tagen wird auch im Osten der Republik kräftig gefiebert. Gegen Grippe kannst du dich impfen lassen. Da jedes Jahr andere Grippeviren „unterwegs“ sind, muss man sich jedes Jahr erneut impfen lassen. Der diesjährige Virus-Typ heißt übrigens „Brisbane“. Obwohl die Grippewelle schon rollt, ist es für eine Impfung nicht zu spät. Der ideale Termin für eine Impfung ist im Oktober/November. Aber auch jetzt geht es noch. Impfen lassen sollten sich Kinder, Personen über 60 Jahre, chronisch Kranke (z. B. Asthmatiker, Diabetiker) und Menschen, die viel Kontakt zu anderen Menschen haben, z. B. Krankenpfleger oder Kindergärtnerinnen.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Influenza, www.influenza.rki.de

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Keine Chance der „kleinen Pest“: Die Masern sollen europaweit ausgerottet werden!

(Marburg, 12.01.2009) Den großen Masterplan kennt ihr bestimmt von Computerspielen, Planspielen oder wenn ihr eure Ferien plant. Immer wird vorher überlegt, was gemacht werden kann, um das Ziel zu erreichen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen solchen Plan. Hier geht es allerdings nicht um das Gewinnen von Spielen, sondern das Ziel ist Gesundheit – und das möglichst weltweit und für alle Menschen. Zum Thema Gesundheit gehört auch, dass man überlegt, wie man Krankheiten vorbeugen kann. Schutzimpfungen sind dafür bestens geeignet.

Für Masern lautet der Masterplan der WHO: Bis zum Jahr 2010 sollen die Masern aus Europa verbannt sein. Das funktioniert so: Je mehr Menschen gegen Masern geimpft sind (also einen Schutz haben), desto weniger kann sich die Krankheit ausbreiten. Denn wenn die Masern-Viren, die übrigens „Morbilli“ heißen – das bedeutet „kleine Pest“ –von einem Menschen zum anderen gelangen und sich dort nicht einnisten können, sterben sie irgendwann aus. Denn die Impfung schützt wie ein Schutzschild und wehrt die Morbilli-Keime ab.

Das Ziel lautet also, die Masern schachmatt zu setzen. Das funktioniert, wenn  mindestens 95 von 100 Menschen gegen Masern geimpft sind. Experten vermuten nun, dass dieses Ziel bei uns in Deutschland vielleicht nicht erreicht werden kann, weil viele Menschen einfach vergessen sich impfen zu lassen. Daher der Rat der Experten: Geht zum Arzt und lasst überprüfen, welche Impfungen euch noch fehlen. Übrigens gibt es den Masterplan nicht nur für Masern, sondern auch für die meisten anderen Krankheiten, gegen die geimpft werden kann.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 08.01.2009

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„Verrotzt, verheult, verschwollen“ – Masern auf dem Vormarsch

(Marburg, 07.01.2009) Hautausschlag, hohes Fieber, Halsschmerzen, Bindehautentzündung – eine Masern-Infektion ist ganz schön heftig und kann auch schwerwiegende Folgen haben. Wenn man an Masern erkrankt, gibt es leider keine Medikamente, die direkt gegen die Viruserkrankung helfen. Bettruhe ist angesagt, fiebersenkende Mittel und Medikamente gegen Husten kann man einnehmen, ansonsten muss die Krankheit einfach ablaufen.  
Der Impfstoff gegen das Masern-Virus wurde 1958 entwickelt; seit 1963 ist er erhältlich. Wenn man sich ansieht, wie die Krankheitszahlen zurückgegangen sind (siehe Grafik), ist das Ganze ein Erfolgsgeschichte.
Nun ist in einer englischen Fachzeitschrift ein Bericht erschienen: Die Masern-Erkrankungen nehmen vor allem in Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Italien und Rumänien wieder zu.
In den Jahren 2006 und 2007 gab es in Deutschland genau 2.878 Masern-Fälle. Vergleicht man das mit den anderen 32 europäischen Staaten kommt raus: Wir belegen den vorletzten Platz, d. h. in (fast) allen anderen Ländern ist der Impfschutz besser!

Warum ist das so?
Vermutlich wird einfach vergessen, sich impfen zu lassen. Bei der Masern-Impfung muss zweimal geimpft werden. An die zweite Impfung wird manchmal nicht gedacht. Nur wenn 95 Prozent aller Menschen in einem Land gegen Masern geimpft sind, kann man die Masern insgesamt „zurückdrängen“. Bei Kindern, die heute zwischen 5 und 12 Jahren alt sind, liegt die Impfrate nur bei 70 Prozent. Das ist zu niedrig.
Also: Impfbuch mitnehmen, wenn der nächste Arzttermin ansteht und ganz gezielt fragen, ob der Impfschutz gegen Masern (Mumps und Röteln – man impft gegen diese drei Krankheiten zusammen) vollständig ist.
 
Quelle: Berliner Morgenpost, 07.01.2009

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