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(dgk) Wer seine Angehörigen zu Hause pflegt und betreut, kann schnell selbst zum "Pflegefall" werden. Aufgrund der oft enormen körperlichen wie seelischen Belastung entwickeln pflegende Angehörige - 80 Prozent von ihnen sind Frauen - auffällig mehr körperliche Beschwerden als Personen der Vergleichsbevölkerung. Das teilt die Sachverständigenkommission der Bundesregierung in ihrem "Vierten Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland" mit, der im Frühjahr diesen Jahres erschien.
Besonders gefährdet sind Angehörige von Demenzkranken: Sie investieren nicht nur mehr Zeit in die Pflege ihres kranken Familienmitglieds, sondern stehen auch unter höherem emotionalen Druck als diejenigen, die Nicht-Demenzkranke zu Hause versorgen. Besonders belastend sind die Verhaltensstörungen, die Demenzpatienten entwickeln. Zu den Verhaltensstörungen zählen beispielsweise die Beschimpfungen und ungerechtfertigten Beschuldigungen, unter denen die Familie zu leiden hat. Oft schreien ältere Menschen laut, werden aggressiv oder entwickeln Wahnvorstellungen. Die häusliche Pflege ist unter diesen Umständen ein Kraftakt, der bis an die Grenzen der Belastbarkeit führt.
Wer sich hauptsächlich um seinen demenzkranken Angehörigen kümmert, hat nur noch wenig Zeit für die Familie. Darunter leiden nicht nur der Partner und andere Angehörige, sondern auch die Pflegenden selbst. Zwar sind Demenzen bislang nicht heilbar, doch Entlastung versprechen mehrere Medikamente, mit denen die schlimmsten Symptome deutlich verbessert werden können. Während es für die Behandlung der Denk-, Sprach- und Gedächtnisstörungen eine Reihe von Antidementiva gibt, ist für die Therapie der Verhaltensstörungen bislang nur ein einziger Wirkstoff in Deutschland zugelassen. Mit Risperidon lassen sich Unruhe, Schimpfen, aggressive Ausbrüche und Misstrauen eben so gut behandeln wie Wahrnehmungsstörungen und Halluzinationen. Im Gegensatz zu anderen Mitteln erhält das Präparat das geistige Leistungsvermögen und verbessert gleichzeitig das Schlafverhalten der Patienten. Um eine adäquate Therapie einleiten zu können, ist es wichtig, dem Arzt die Verhaltensauffälligkeiten als Teil der Erkrankung zu schildern.
Von den richtigen Medikamenten profitiert dann nicht allein der Demenzkranke, sondern vor allem sein pflegender Angehöriger. Da der Patient umgänglicher wird und aktiver am Tagesgeschehen teilnimmt, nimmt der Pflegeaufwand ab. So bleibt dem Pflegenden mehr Zeit für sich und seine Familie. Als überaus hilfreich für pflegende Angehörige haben sich zudem die Selbsthilfegruppen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erwiesen. Dort finden Pflegende nicht nur Ansprechpartner, die selbst Erfahrung in der Versorgung von Demenzkranken haben, sondern auch die Möglichkeit, wichtige Informationen auszutauschen und sich gegenseitig in schwierigen Situationen zu stützen.
Mehr Information unter www.altern-in-wuerde.de .
Ein Ratgeber für Angehörige von Demenz-Kranken mit dem Titel "Verwirrt, verschroben, abgeschoben" kann gegen Einsendung eines mit € 1,44 frankierten DIN-A5-Rückumschlags beim Deutschen Grünen Kreuz angefordert werden:
Deutsches Grünes Kreuz
Stichwort "Demenz"
Postfach 1207
35002 Marburg

