DGK e.V. -Demenz - Alzheimer - Nicht medikamentöse Therapie
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Nicht medikamentöse Therapie

Medikamente allein werden die alltäglichen Probleme in einer Familie mit Demenzkranken sicherlich nicht lösen. Nichtmedikamentöse Therapien sollten hinzukommen und den Therapieverlauf unterstützen. Im Idealfall entsteht durch die unterschiedlichen an der Behandlung beteiligten Personen ein "Therapie-Team Demenz". Hier stehen der Patient und seine pflegenden Angehörigen im Zentrum.


Milieu-Therapie

Die so genannte Milieutherapie ist auf das Umfeld des Patienten - auf die dingliche Umwelt und die soziale Umgebung - ausgerichtet. Sie versucht, die Alltags- und Freizeitaktivitäten des Patienten zu fördern, ihn so weit wie möglich in das normale Familienleben einzubinden und eine einfühlsame und würdevolle Beziehung zwischen den pflegenden Personen und dem Kranken aufzubauen. Erleichtert werden kann dies durch eine überschaubare, stress- aber nicht reizfreie, sondern durchaus stimulierende Umgebung und einen konstant strukturierten Tagesablauf. Die häusliche Umgebung des Kranken sollte weitestgehend veränderungsfrei sein oder aber nur behutsam verändert werden. Sonst besteht die Gefahr, dass der Kranke zusätzlich verwirrt und verängstigt wird.

Zum "Milieu" gehört die Gestaltung der Räume, die gesamte "Akustik" und ein geregelter Tagesablauf. Der Wohnraum sollte in dezenten Farbtönen gestrichen und gut ausgeleuchtet sein; zu laute Geräusche können durch Teppichböden gedämpft werden; manchmal ist auch eine angenehme Hintergrundmusik sinnvoll; es sollte feste Essens-, Beschäftigungs- und Bettzeiten geben.


Ergotherapie / Beschäftigungstherapie

Unter Ergotherapie versteht man einen Behandlungsansatz, der über ausgewählte Aktivitäten versucht, Störungen bei einem Patienten positiv zu beeinflussen. Früher nannte man diese Therapieform Arbeits- und Beschäftigungstherapie. Ziel ist es, Alltags-Fähigkeiten wiederzuerlangen oder zu erhalten. Bei Patienten mit Demenz kann Ergotherapie in den Anfangsstadien eine Pflegebedürftigkeit herauszögern, eine Selbständigkeit länger erhalten und damit eine Einweisung in ein Pflegeheim zumindest hinauszögern.

Dem Therapeuten stehen unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung, die alle auch für den dementen Menschen geeignet sind. Ähnlich wie bei den "kreativen" Behandlungsmethoden wird der Patient auf einer nicht-verbalen und nicht-kognitiven Ebene angesprochen, das heißt, es wird versucht, ihn über körperliche Empfindungen und Gefühle zu erreichen.

Methodisch gehen Ergotherapeuten folgendermaßen vor: Erst wird ein Befund erhoben und dann ein individueller Behandlungsplan erstellt. Dem entsprechend werden die therapeutischen Maßnahmen durchgeführt. Als Techniken dienen unter anderem spielerische, handwerkliche und gestalterische Tätigkeiten. Zentral ist die Beratung des Patienten und seiner Angehörigen während der Therapie. Dazu gehört auch die so genannte Wohnraum- und Umfeldanpassung und die Angehörigenberatung.

Die Beratung soll Wissen über die Fähigkeitsstörungen vermitteln, Verständnis für diese erzeugen, Übertragung von Therapieansätzen in den Alltag ermöglichen und Unsicherheiten im Umgang mit dem Patienten reduzieren.

Die Ergotherapie wird als Heilmittel vom Arzt verschrieben. Die Behandlung kann ambulant als Einzel- oder auch Gruppentherapie erfolgen oder aber in Form eines Hausbesuches verordnet werden.


Biographie-Arbeit

Nur wenn man die Biografie eines Demenz-Patienten kennt, kann man seine Bedürfnisse besser erkennen und gezielter Behandlungsmöglichkeiten entwickeln.

Nicht zuletzt deshalb ist die Pflege in der Familie aus therapeutischer Sicht so sinnvoll. Während professionelle Pfleger die Lebensgeschichte ihres Patienten (bei Verwandten) erfragen müssen, ist diese den Angehörigen in der Regel gegenwärtig und sie können aus dieser Kenntnis heraus aktivierende Maßnahmen für die Pflege zu Hause ableiten. Beispielsweise kann dies die Beschäftigung mit alten Fotoalben, vertrauten und geliebten Gegenständen, Kinderliedern oder Märchen sein. Auch das Zubereiten von speziellen Gerichten kann Teil einer biografischen Therapie sein.


Validation

Im Zentrum dieser Methode steht das Bemühen, den Kranken in seinen Äußerungen, Gefühlen und Handlungen ernst zu nehmen. Der Begriff Validation bedeutet übersetzt "wertschätzen".

Anstatt den verwirrten alten Menschen immer zu korrigieren, wenn er Personen verwechselt oder Gegenstände "falsch" benennt, respektiert man seine aktuelle Gefühlslage mit Ärger, Ängsten, Zorn oder Trauer, auch wenn sie für den Außenstehenden nicht nachvollziehbar ist. Das Annehmen der Gefühle schafft Vertrauen und gibt dem Patienten ein sicheres Gefühl.

Als Pflegender ändert man, wenn man validiert, also seine Grundhaltung, lässt sich ein auf die ganz andere Welt des Demenz-Kranken. Fragen an den Kranken werden einfach formuliert, das Gesagte wird wiederholt ("gespiegelt"), Erinnerungen werden zugelassen. Nicht nur durch Worte äußert sich die Wertschätzung, sondern auch durch Berührungen, Streicheln oder einem Mitgehen in den Bewegungen des Kranken.

Validation setzt eine gute Kenntnis der Biografie des Patienten voraus. Sie leistet sowohl in der häuslichen Pflege als auch im Pflegeheim eine große Hilfestellung in der Betreuung demenz-kranker Menschen.


Logopädie

Die Logopädie befasst sich im Bereich der Demenz-Erkrankung mit der Behandlung von Sprachstörungen, den Störungen in der Wortfindung und Wortwahl, von Artikulationsstörungen, von Einschränkungen in der Stimmgebung und Schluckstörungen.

Ziel der logopädischen Behandlung von Demenz-Kranken ist es primär die Kommunikationsfähigkeit des Patienten zu erhalten und nach Möglichkeit zu erweitern. Bedenkt man den fortschreitenden Verlauf der Krankheit, die mit dem gänzlichen Verlust der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit einhergeht, wird offensichtlich, dass die logopädische Arbeit so früh wie möglich einsetzen sollte.

Einem Begleitsymptom des späten Stadiums hat sich die Logopädie besonders angenommen: den Schluckstörungen. Wer nicht richtig schlucken kann, ist von Unter- oder Fehlernährung und Dehydration (Austrocknung in Folge von Wassermangel) bedroht. Die Störungen werden durch eine Schwächung der Schluckmuskulatur bewirkt. Durch Stimulation des Schluckreflexes, Schlucktraining und Maßnahmen zur Verbesserung der Zungenbewegung kann der Logopäde die beeinträchtigten Funktionen verbessern.

Auch hier nimmt die Beratung der pflegenden Angehörigen einen hohen Stellenwert ein. Einfach, kurz und verständlich sollen die Sätze sein; auf abstrakte Begriffe sollte man verzichten. Förderlich für das gegenseitige Verständnis ist ein zugewandtes, offenes Verhalten mit begleitenden Berührungen.

Sprach- und Sprechtherapie kann der Arzt verordnen, der die entsprechende Störung diagnostiziert hat. Fragen Sie den Facharzt für Neurologie oder den Hals- Nasen-Ohrenarzt.


Physiotherapie

Die Physiotherapie hat ihren Schwerpunkt in der Krankengymnastik und wird verstanden als eine Reiz- und Regulationstherapie. Bewegung - vornehmlich die Eigentätigkeit des Patienten - wird zu Heilungszwecken krankhafter Muskel- und Skelettzustände sowie gestörter Bewegungsmuster genutzt.

Zur Behandlung gibt es spezielle Techniken, die sich aus Bewegungsformen des Sports und der Gymnastik für Gesunde sowie Bewegungsabläufen aus dem Alltag ableiten. Andere Verfahren der physikalischen Therapie sind Massage, Elektrotherapie oder Hydrotherapie, die - wenn erforderlich - ergänzend und unterstützend kombiniert werden.

Patienten mit Demenz leiden an vielfältigen Störungen, dabei kann der Physiotherapeut speziell die Symptome Orientierungs- und Aufmerksamkeitsstörung, Antriebslosigkeit und Bewegungsunlust positiv beeinflussen. Auf der Grundlage eines entsprechenden Befundes bestimmt die dominierende Symptomatik das Vorgehen des Therapeuten.

Zudem berät der Physiotherapeut die Angehörigen, hilft, Gefahrenquellen in der häuslichen Umgebung zu identifizieren und unterstützt bei der Heilmittelversorgung.
Krankengymnastik wird ebenfalls ärztlich verordnet.


Musik- und Kunsttherapie

Musik- und Kunsttherapie sind kreative Therapieformen, bei denen das nichtsprachliche Geschehen im Zentrum steht. Sie zielen auf die Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer und körperlicher Gesundheit und bieten für die Arbeit mit altersdementen Patienten vielfältige Möglichkeiten.

Kunst und Musik sind Kommunikationsmittel, die auch dann funktionieren, wenn sich ein Mensch verbal nicht mehr sehr gut mitteilen kann. Die Medien Musik und Kunst helfen, den Demenz-Patienten zu fördern und zu aktivieren. Emotionen können geweckt und Erinnerungen hervorgerufen werden. Musik und Kunst sind nicht nur kreativitätsfördernd. Das Hervorholen alter Erinnerungen kann vertraute und angenehme Atmosphären schaffen, Bewegung auslösen und die Interaktion zwischen den Patienten durch das Arbeiten in der Gruppe fördern.

Wichtig ist in der therapeutischen Arbeit, die generationsspezifischen Kreativitätsformen zu finden und einzusetzen. Das Singen von altbekannten Wander- oder Kirchenliedern ist zum Beispiel für eine bestimmte Altersgruppe das richtige Mittel. Bei jüngeren Demenzkranken müssen andere Formen gesucht werden. Um für jeden Patienten die richtigen Therapieinhalte zu finden, muss auch hier wieder die Biographie des Kranken erfragt und einbezogen werden.

 

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