DGK e.V. -Der Fall des 76-jährigen Geisterfahrers, der im Mai 2002 bei seiner Irrfahrt durch das Ruhrgebiet mehrere Unfälle verursacht hatte, könnte schon bald unfreiwillige Nachahmer finden.
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Wenn alle anderen in die falsche Richtung fahren

(dgk) Der Fall des 76-jährigen Geisterfahrers, der im Mai 2002 bei seiner Irrfahrt durch das Ruhrgebiet mehrere Unfälle verursacht hatte, könnte schon bald unfreiwillige Nachahmer finden. Nach Angaben der Polizei, die den Unglücksfahrer schließlich doch noch stoppen konnte, machte der Mann einen äußerst verwirrten Eindruck und beharrte vehement darauf, dass er im Recht sei und alle anderen Autofahrer in die falsche Richtung gefahren seien. Im Verlauf der Auseinandersetzung mit der Polizei war der Geisterfahrer zunehmend wütend und aggressiv geworden.

Die aggressive Reaktion und extreme Uneinsichtigkeit sind typisch für alte Menschen, bei denen sich bereits das Krankheitsbild einer Demenz abzeichnet. Diese Altersverwirrtheit geht nicht nur mit Vergesslichkeit und Desorientierung einher, sondern wird auch von gravierenden Wesensveränderungen begleitet. Da die Betroffenen wahrnehmen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, reagieren sie häufig aggressiv und misstrauisch selbst auf nahe Angehörige. Dem aktuellen Altenbericht der Bundesregierung ist zu entnehmen, dass die Zahl verhaltensgestörter älterer Demenzkranker rapide zunimmt. Schätzungen gehen derzeit von 800.000 bis 1,2 Millionen Betroffenen aus. Meist werden diese Menschen von Familienangehörigen betreut, so dass sie in der Öffentlichkeit eher selten Aufsehen erregen.

Diese Situation wird sich in Zukunft verschärfen. Experten warnen: Weit mehr alte und sehr alte Menschen, als dies heute noch der Fall ist, werden noch über einen Führerschein und ein Fahrzeug verfügen - und diesen auch benutzen. Mit zunehmendem Alter steigt aber auch das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Während der Anteil Demenzkranker an der Gesamtbevölkerung bei den 60- bis 64- Jährigen noch unter 1 Prozent liegt, sind es bei den 76- bis 79-Jährigen schon etwa 7 Prozent und bei den über 85-Jährigen sogar mehr als 30 Prozent. Welche Auswirkungen dies auf die allgemeine Verkehrssicherheit haben wird, hat bis jetzt noch niemand untersucht.

Unangemessenes Verhalten wie Misstrauen, Wutanfälle und Grantigkeit werden von der Umgebung des Betroffenen häufig als normale Alterserscheinungen abgetan. Dabei sind sie oft die ersten Anzeichen einer Demenz. Viele Angehöri-ge suchen erst gar keinen Arzt auf, sondern nehmen bewusst nicht wahr, dass der Ehepartner, die Mutter oder der Vater langsam, aber sicher "den Verstand verliert". Eine frühzeitige Behandlung kann das Fortschreiten der Demenzerkrankung jedoch verlangsamen, die Verhaltensstörungen können sogar kom-plett verschwinden. Moderne Medikamente, wie beispielsweise der Wirkstoff Risperidon, der als einziger speziell für die beschriebenen Verhaltensänderungen zugelassen ist, sorgen dafür, dass die Betroffenen wieder umgänglicher, ansprechbarer und einsichtiger werden. Damit sind sie eventuell auch eher bereit, auf ihren Führerschein und das Lenken eines Fahrzeuges zu verzichten.

Mehr Informationen zum Thema Verhaltensstörungen im Alter gibt es im Internet unterwww.altern-in-wuerde.de und in der kostenlosen Broschüre "Verwirrt, verschroben, abgeschoben", die gegen Einsendung eines mit € 0,77 frankierten DIN- A5-Rückumschlags angefordert werden kann bei: Deutsches Grünes Kreuz e. V., Stichwort: Demenz, Postfach 1207, 35002 Marburg.

 

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