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häufig dauerhafte Beeinträchtigungen
(sgl) Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben 1999 in Deutschland mehr als 600 Menschen in Folge einer Verbrennung. Laut Krankenhausdiagnosestatistik mussten im Jahr 1999 knapp 18.000 Patienten wegen Brandverletzungen stationär behandelt werden. 38 Prozent dieser Brandverletzten waren Kinder.
Eine von Dr. Otfried Beck an der kinderchirurgischen Klinik der Universität Mainz durchgeführte Studie zu thermischen Verletzungen bei 348 Kindern zeigt, dass neun Prozent der behandelten Hautverletzungen von direkter Flammeneinwirkung verursacht wurden. Diese schweren Brandverletzungen gehen nach Aussage von Beck nicht nur mit einer langen Behandlungsdauer einher, sondern oft auch mit massiven bleibenden Funktionsstörungen.
Bei der Behandlung von Verbrennungen ist neben der Tiefenausdehnung auch die Flächenausdehnung der geschädigten Hautpartien entscheidend für die Heilungschancen. Die so genannte Verbrennungskrankheit, die vor allem durch Flüssigkeitsverlust und Stressfaktoren bestimmt ist, bedarf je nach Größe der verletzten Hautfläche intensivmedizinischer Maßnahmen. Durch die Weiterentwicklung der Behandlungsmethoden sei die Verbrennungskrankheit, nach Einschätzung des Mainzer Arztes, zunehmend beherrschbar. "Dennoch ist die Heilungschance von Verbrennungen im Säuglings- und Kindesalter umso schlechter, je jünger ein Brandopfer ist, so Beck. Das Einatmen heißer und ätzender Dämpfe wirke sich ebenfalls negativ auf die Prognose aus.
Die medizinische Behandlung von Brandverletzungen und die psychologische Bearbeitung der Erlebnisse von Brandopfern sind anspruchsvoll und komplex. Betroffene werden oft über Monate aus dem gewohnten Umfeld gerissen und von erheblichen psychischen Belastungen beeinträchtigt. Auch für Eltern von verbrennungsgeschädigten Kindern ist häufig eine begleitende Therapie erforderlich, weil sie von Selbstvorwürfen und Sorgen geplagt sind.
Übersicht: Schweregrad thermischer Verletzungen der Haut
Verbrennung 1.Grades | oberflächliche Hautrötung | Ausheilung nach fünf bis zehn Tagen ohne Narbenbildung |
Verbrennung 2. Grades | Blasenbildung an der oberen Hautschicht | Abheilung nach zehn bis sechzig Tagen mit Narbenbildung |
Verbrennung 3. Grades | Verletzungen gehen bis in das Unterhautfettgewebe | Meistens Transplantation erforderlich. Sichtbare Narbenbildung |
Verbrennung 4. Grades | Verkohlung und damit totale Zerstörung der Haut | Tod nach drei bis vier Wochen |
(sicher – gesund – lebendig (sgl), 6/2000)

