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Kakerlaken können Krankheitsüberträger sein
(smog) Es kreucht und fleucht, es summt und schwirrt, es frisst und sticht, es wächst und gedeiht. Mit dem Sommer kommen auch die Schädlinge. Oftmals schleppt man die Eier der unappetitlichen Krabbeltierchen nichts ahnend im Einkaufskorb nach Hause. Das Schlimme: Ungeziefer im Haus sind nicht nur unappetitlich und lästig, sie können auch gefährliche Krankheiten übertragen oder Allergien auslösen.
Am Tag nisten sie in Telefonhörern, verstecken sich in engsten Ritzen und lauern unter Dielen. Nachts treiben sie ihren Schabernack: Sie krabbeln über Tische und Bänke, naschen Marmelade und stöbern im Mülleimer. Kakerlaken, die nachtaktiven, lichtscheuen und ungebetenen Hausgäste sind auf dem Vormarsch und treffen hierzulande zwischen Küche und Badezimmer auf viele Freunde wie Ameisen, Motten und Silberfischchen.
Die Tiere werden meist in Verpackungen von Lebensmitteln, in Paletten und dergleichen, aber auch in gebrauchten Elektrogeräten wie Kühlschränken, Fernsehern oder Mikrowellen in die Wohnung eingeschleppt.
Schaben beispielsweise können Erkrankungen wie Durchfall, Lepra, Dickdarmkathar, Milzbrand, Salmonellen und Pilzerkrankungen übertragen. Durch Häutungsreste können sie zudem Allergien auslösen.
Maßnahmen gegen Ungeziefer
Wer den Krabbeltieren den Kampf ansagen will, sollte sich wappnen: Hierzu sind Detektoren (Klebefallen) mit entsprechenden Lockstoffen bestens geeignet. Eine Schabenfalle können Sie problemlos selbst herstellen: Stellen Sie eine Schüssel mit gekochten Kartoffeln an eine Wand des Zimmers, bedecken Sie nun die Schüssel mit Gras. Nach und nach werden die Schaben in die Schüssel krabbeln.
Allzu oft wird dann nach dem Motto "viel hilft viel" mit der chemischen Keule hantiert, um die Krabbler in den Griff zu bekommen. Doch für den Menschen sind Ungeziefergifte gesundheitsschädlich und stellen zudem eine nicht unerhebliche Belastung der Umwelt dar. In so mancher Vorratskammer kann man dem "großen Krabbeln" schon entgegenwirken, indem man Nahrungsmittel in fest verschlossenen Gläsern aufbewahrt, bereits befallene Lebensmittel vollständig entsorgt und auf Sauberkeit in der Wohnung achtet. Wischen Sie daher Schränke, in denen befallene Lebensmittel lagerten, nach dem Entsorgen sorgfältig aus. Zudem sollten alle Ritzen in Wänden oder am Fußboden verschlossen werden.
Dennoch: Haben sich Kakerlaken einmal eingenistet, lassen sie sich nicht so einfach beseitigen. Experten empfehlen deshalb, einen staatlich geprüften Schädlingsbekämpfer um Hilfe zu bitten. Die Fachleute raten, auch die Nachbarn mit einzubeziehen. Aus Scham darauf zu verzichten, wäre falsch: Kakerlaken kommen in den saubersten Wohnungen vor.
Wenn in einem Hotelzimmer Kakerlaken überhand nehmen, können Urlauber den Reisepreis mindern. Mit täglich mehr als zehn Schaben ist "das hinzunehmende Maß" überschritten. Das entschied das Amtsgericht Kleve (Az.: 36 C 65/01). Im konkreten Fall musste ein Reiseveranstalter zehn Prozent des Urlaubspreises erstatten.
(Quelle: Pressedienst Umwelt und Gesundheit (smog), Jg. 30, 3 – 2002)

