DGK e.V. -Rita Süssmuth engagiert sich als Schirmherrin für die 'Nationale Initiative gegen Osteoporose' beim Deutschen Grünen Kreuz
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Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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Eröffnungsrede von Prof. Dr. Rita Süssmuth

Rede beim Women Leaders' Roundtable der International Osteoporosis Foundation am 11. Mai in Lissabon
 

Vier bis sechs Millionen Menschen leiden derzeit in der Bundesrepublik Deutschland an Osteoporose - mit weiterhin steigender Tendenz. Zahlenmaterial von Herrn Prof. Dr. Dieter Felsenberg, Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Berlin, zeigt, dass zwei Millionen Frauen und eine Million Männer mit Wirbelkörperbrüchen zurechtkommen müssen, die durch eine Osteoporose ausgelöst wurden.

Prof. Dr. Helmut W. Minne von der Deutschen Akademie der Osteologischen Wissenschaften hat veröffentlicht, dass jährlich 130.000 Hüftfrakturen den vorzeitigen Tod von mehr als 25.000 Frauen und Männern fordern - im Vergleich dazu: bei Verkehrsunfällen in Deutschland sterben pro Jahr weniger als ein Viertel der vorher genannten Anzahl an Menschen. Dies bedeutet, dass wir alleine in Deutschland pro Jahr etwa die Anzahl der Einwohner einer Kleinstadt in meinem Wahlbezirk verlieren. 25.000 Osteoporosepatienten werden aufgrund von Hüftfrakturen zu Invaliden, die Krankenhausaufenthalte sowie dauernde Unterstützung und Pflege notwendig machen. 75 Prozent dieser Patienten haben vor der Hüftfraktur ganz selbständig gelebt.


Osteoporose nicht im öffentlichen Bewusstsein
 

Leider ist sich unsere Gesellschaft - wie in vielen anderen Ländern auch - der Bedeutung der Krankheit Osteoporose nicht bewusst. Die Öffentlichkeit ist sich nicht im Klaren darüber, welche Beeinträchtigung der Lebensqualität die Erkrankung für den Patienten darstellt. Wie auch bei Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselerkrankungen wissen viele Männer und Frauen lange nichts von ihrem Erkrankungsrisiko - Osteoporose wird erst wahrgenommen, wenn Komplikationen offenkundig werden. Auch erkennen viele Ärzte immer noch nicht, dass eine plötzlich auftretende Fraktur durch Osteoporose hervorgerufen wurde.

Noch wesentlich schlimmer: In Deutschland werden die Kosten für Diagnose und Behandlung von den Kassen erst dann erstattet, wenn die erste Fraktur aufgetreten ist. Es ist daher unsere Aufgabe, die Öffentlichkeit über Faktoren eines Osteoporoserisikos und über Präventionsstrategien aufzuklären, um die Krankheit zu verhindern sowie sicherzustellen, dass Osteoporose diagnostiziert und behandelt wird, bevor die erste Fraktur auftritt.

Es war mir leider unmöglich, auf dieses Problem während meiner Zeit als Gesundheitsministerin Ende der 80er-Jahre einzugehen, da die Erkrankung damals noch "unsichtbar" war.

Aussagekräftiges Datenmaterial über die Prävalenz von Osteoporose lag seinerzeit noch nicht vor und diagnostische sowie therapeutische Maßnahmen waren noch weit entfernt von den heutzutage gesetzten evidenz-basierten Standards. Seitdem gab es jedoch drastische Änderungen: Dank des "Berichts über Osteoporose in der Europäischen Gemeinschaft - Aktion zur Prävention" aus dem Jahr 1998 kennen wir die tickende Zeitbombe Osteoporose.


Es muss schnell gehandelt werden
 

Da sich die Probleme schneller verschlechtern, als wir gedacht haben, muss schnell gehandelt werden. Erst kürzlich hat die Revision des Berichts der Europäischen Gemeinschaft aus dem Jahr 2001 gezeigt, dass die Inzidenz von Hüftfrakturen innerhalb von vier Jahren um 25 Prozent angestiegen ist.

Da wir heutzutage über diagnostische Möglichkeiten und hochwirksame Behandlungen zur Bekämpfung von Osteoporose verfügen, müssen wir Entscheidungsträger in unseren Ländern auf unterschiedlichen Ebenen mit den Tatsachen konfrontieren und sie auffordern, sich an der Krankheitsbekämpfung zu beteiligen. Wir müssen die aktuellen epidemiologischen Daten, unsere Strategien zur Prävention sowie kostengünstige Möglichkeiten zur Hilfe von Osteoporosepatienten erklären, um dauerhafte Änderungen in der Gesundheitspolitik erreichen zu können.

Ich bin überzeugt davon, dass wir den Kampf gewinnen werden. Viele engagierte Menschen stehen uns dabei zur Seite.


Großes Engagement - auch in Deutschland
 

Die "Bone and Joint Decade" ist eine zehn Jahre andauernde Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Gesundheitspolitik in Bezug auf Osteoporose und andere Knochenerkrankungen zu verbessern. Das deutsche Netzwerk der "Bone and Joint Decade" hat Osteoporose aufgrund der vorliegenden Daten in Deutschland zur wichtigsten Knochenkrankheit erklärt.

Die International Osteoporosis Foundation liefert eine große Plattform, nicht nur damit weltweit führende Wissenschaftler aller mit der Osteoporose in Verbindung stehender Disziplinen bei Besprechungen Daten austauschen und gemeinsam Strategien zur Bekämpfung der Erkrankung entwickeln können, sondern auch für Patientengesellschaften und andere nicht-staatliche Organisationen aus allen Teilen der Welt, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Bewusstsein für die Krankheit zu stärken und die Bevölkerung über Osteoporose aufzuklären.

In Deutschland hat beispielsweise das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) das Konzept für die Ausstellung "Osteoporose - eine photographische Vision von Oliviero Toscani" entwickelt und Herr Toscani hat seine künstlerischen Fähigkeiten dafür kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Projekt legt die entsetzlichen Probleme der Osteoporosepatienten in einer völlig neuen Art und Weise offen. Ich bin überzeugt davon, dass diese Bilder jedem, der im Bereich der Gesundheitspolitik tätig ist, die Notwendigkeit vor Augen führen, Änderungen im Gesundheitswesen durchzuführen.

Als Schirmherrin der "Nationalen Initiative gegen Osteoporose" des DGK unterstütze ich den Handlungsaufruf dieses Roundtables. In Kürze werde ich Aktionsgruppen mit meinen Kolleginnen und Kollegen im deutschen Bundestag sowie in den Länderparlamenten bilden, um Diagnose- und Behandlungsoptionen für Personen mit einem Osteoporoserisiko noch vor der ersten Fraktur zu fordern. Mit unseren Aktivitäten können wir den weltweiten Kampf gegen Osteoporose unterstützen.


Osteoporose kann verhindert werden
 

1.: Osteoporose ist eine schlimme, chronische, fortschreitende Krankheit, die der älter werdenden Bevölkerung entsetzliche Schmerzen verursacht und Behinderungen auslöst.

2.: Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, Osteoporose und dadurch ausgelöste Knochenbrüche zu verhindern.

3.: Wir müssen nun zusammenarbeiten, um politisch kostengünstige Maßnahmen zu realisieren, mit deren Hilfe durch Osteoporose ausgelöste Frakturen verhindert werden können.

 

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