DGK e.V. -In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 700 Menschen an einer schweren Meningokokken-Infektion. Einige Fälle werden von Reisenden aus dem europäischen Ausland eingeschleppt.
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Infektionen,Krankheitsbild,Impfung,Verbreitungskarte,Meningokokken
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www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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Meningokokken-Erkrankungen

Meningokokken-Infektionen
 

Meningokokken
sind Bakterien. Sie können verschiedene Krankheitsbilder auslösen. Etwa 10 Prozent der europäischen Bevölkerung trägt diese Bakterien im Nasenrachenraum, ohne dabei krank zu sein. Meningokokken sind, wie auch Pneumokokken, bekapselte Bakterien und werden durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch beim Anhusten, Niesen, aber auch Küssen übertragen. Sie heften sich mit Hilfe kleiner Fortsätze an die Schleimhäute des Nasenrachenraumes, wo sie wochen- oder monatelang bleiben können. Vor allem wenn das Immunsystem, etwa durch andere Infektionen, geschwächt ist, vermehren sich die Bakterien, durchdringen die Schleimhäute und lösen Hirnhautentzündung und Blutvergiftungen aus.

Meningokokken

Meningokokken

Quelle: Novartis Behring






In Deutschland erkranken derzeit jedes Jahr etwa 300 bis 400 Menschen an einer schweren Meningokokken-Infektion, durchschnittlich waren in den vergangenen 10 Jahren etwa 20 Prozent davon durch den Typ C ausgelöst (2003: 173 Fälle; 2012: 77 Fälle; 2013: 51 Fälle). Einige Reisende hatten die Erkrankung aus dem europäischen Ausland eingeschleppt. 40 Prozent aller Patienten sind Kinder unter 4 Jahren, mit Abstand am häufigsten sind Säuglinge im 1. Lebensjahr betroffen. Auch heute sterben etwa 10 Prozent der Patienten.

13 verschiedene Typen der Meningokokken-Familie sind bekannt. Die Bakterien unterscheiden sich aufgrund ihrer Oberflächenstruktur, die unter anderem aus speziellen Zuckermolekülen (Polysaccharide) besteht. Diese und andere Moleküle bilden eine dicke Kapsel um die Bakterien, die diese vor den Angriffen unseres Abwehrsystems schützt. Weltweit werden mehr als 90 Prozent der Meningokokken-Infektionen durch bestimmte Serotypen, Typ A, B, C, W135 und Y, hervorgerufen. In Deutschland werden etwa 70 Prozent der Erkrankungsfälle durch den Serotyp B verursacht. Ein Meningokokken-B-Impfstoff hat die Zulassung von der europäischen Zulassungsbehörde (EMA) erhalten und ist seit Ende 2013 verfügbar (eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission, STIKO, besteht dazu noch nicht). Die sehr wirksamen Konjugat-Impfstoffe gegen die Serogruppe C, die beispielsweise in England, Spanien oder auch in einigen Regionen Deutschlands gehäuft auftritt, werden seit Jahren erfolgreich in Standardimpfprogrammen eingesetzt und damit die Erkrankungsraten durch diesen Erreger gesenkt; außerdem sind Impfstoffe verfügbar, die zusätzlich gegen die Typen A, Y und W135 wirksam sind (Meningokokken ACWY-Impfstoffe).

Von Dezember bis Juni kommen Meningokokken-Epidemien verstärkt im afrikanischen "Meningitisgürtel" vor (südlich der Sahara vom Sudan bis nach Gambia). Von November bis Mai treten sie auch gehäuft in Indien, vor allem Nordindien, und Nepal auf. Grundsätzlich kann jedes Land mit schwierigen Hygiene- Verhältnissen als mögliches Meningitis-Gebiet angesehen werden. Hier werden im Allgemeinen Erkrankungen an Gruppe A oder C gesehen.



Das Krankheitsbild
 

Das Spektrum der Erkrankung reicht von leichten Verläufen mit spontaner Abheilung bis hin zu einem hochakuten Ausbruch, der trotz Behandlung in wenigen Stunden zum Tod führt. Die Meningitis beginnt mit starkem Krankheitsgefühl wie Abgeschlagenheit, hohem Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost, Gelenk- und Muskelschmerzen, Krämpfen oder Bewusstseinsstörungen. Als typisches Zeichen einer Hirnhautentzündung tritt die Nackensteifigkeit auf; diese bedingt dann das so genannte "Kissenbohren": Wenn der Patient liegt, zeigt sich ein überstrecktes Hohlkreuz und der Kopf drückt sich in das Kissen.

Bei Säuglingen kann neben dem fast immer auftretenden Fieber die Symptomatik zunächst wenig eindeutig sein: Apathie oder Unruhe, Nahrungsverweigerung und Berührungsempfindlichkeit.

Trotz Behandlung können Komplikationen und Spätfolgen wie Hörverlust oder Krampfleiden auftreten, für jeden zehnten Patienten jedoch kommt jede Hilfe zu spät.

Bewusstseinstrübung, punktförmige Hautblutungen und Kreislaufkollaps sind Hinweise auf einen lebensbedrohenden Krankheitsverlauf. In schweren Fällen tritt der Tod schon innerhalb weniger Stunden ein. Treten die Bakterien in die Blutbahn über und überschwemmen den Körper mit ihren Giftstoffen, spricht der Arzt von einer Blutvergiftung. Sie ist lebensbedrohlich.

Entscheidend ist eine möglichst frühe Behandlung mit Antibiotika, andernfalls drohen bleibende Schäden wie Taubheit, Blindheit oder Lähmungen). Aber auch eine rechtzeitig begonnene Behandlung kann den Tod nicht immer verhindern. Für etwa jeden zehnten Patienten kommt jede Hilfe zu spät. Deshalb ist die vorbeugende Schutzimpfung für gefährdete Personen besonders wichtig.

 


Die Impfung  

Die seit über 30 Jahren verwendeten Meningokokken-Polysaccharidimpfstoffe (gegen Serogruppe A und C bzw. gegen A, C, W135, Y) werden in Deutschland mittlerweile durch die besser wirksamen Konjugatimpfstoff abgelöst. So sind bereits seit Jahren verschiedene Konjugatimpfstoffe gegen Meningokokken C verfügbar, die bereits bei Säuglingen ab dem vollendeten 2. Lebensmonat eingesetzt werden können.

Es ist ein 4-valenter Konjugatimpfstoff gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W135 und Y verfügbar, der Personen ab einem Alter von 2 Jahren gegeben werden kann. Außerdem steht ein 4-valenter Konjugatimpfstoff zur Verfügung, der bereits ab einem Jahr zugelassen ist.

 Bei Konjugatimpfstoffen werden bestimmte Strukturen des Erregers, Meningokokken-Oligosaccharide (der jeweiligen Serogruppen), an verschiedene Trägerproteine konjugiert (gebunden) und können dadurch auch bei sehr jungen Kindern eine lang anhaltende, boosterfähige Immunantwort hervorrufen.

 

      Konjugatimpfstoffe haben gegenüber Polysaccharidimpfstoffen deutliche Vorteile:

  • sie führen zu einem länger anhaltenden Immunschutz
  • sie induzieren ein immunologisches Gedächtnis
  • sie verringern das Trägertum (Besiedlung des Nasen-Rachen-Raumes)

 

Die Ständige Impfkommision empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken C routinemäßig für Kinder ab 12 Lebensmonaten, es ist für diese Standardimpfung nur 1 Impfdosis erforderlich. Ältere Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre sollen eine Nachholimpfung erhalten. Die Impfstoffe schützen vor Infektionen des Meningokokken-Typ C, der in Deutschland etwa jede fünfte Erkrankung verursacht. Ist ein jüngeres Kind besonders gefährdet, zum Beispiel aufgrund eines Immundefektes, kann die Impfung als Indikationsimpfung auch schon früher erfolgen, allerdings sind dann 3 Impfdosen erforderlich. Weitere Impfungen, zum Beispiel gegen Meningokokken der Serogruppe B, sind dann ebenfalls empfohlen.

Die Meningokokken-Impfung kann mit vielen anderen Schutzimpfungen (z. B. mit Fünf- oder Sechsfach-Impfstoffen) gleichzeitig vorgenommen werden. Aber es gibt Abweichungen, wobei Zeitabstände zu anderen Impfungen eingehalten werden sollten. In diesen Fällen erläutert der Arzt das genaue Vorgehen.

Der Impfstoff gegen die Meningokokken Serogruppe B, ein sogenannter Proteinimpfstoff, ist seit Ende 2013 in Deutschland verfügbar. Eine Empfehlung der STIKO zur Standardimpfung liegt derzeit noch nicht vor, die Sächsische Impfkommission (SIKO) hat die neue Impfung seit 1. Januar 2014 in ihren Impfkalender integriert, auch Mecklenburg-Vorpommern empfiehlt die Meningokokken-Impfung für Säuglinge ab 2 Lebensmonaten, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre. Je nach Alter bei Beginn der Impfserie sind 2 bis 4 Impfdosen notwendig.

Seit August 2015 empfiehlt die STIKO die Meningokokken-B-Impfung für besonders gefährdete Personen (Indikationsimpfung), siehe unten. 

 

Wer soll geimpft werden?

 
Die Meningokokken-C-Impfung (mit Konjugat-Impfstoff) sollen alle Kinder ab dem 2. Lebensjahr erhalten. Diese Standard-Impfempfehlung wurde von der STIKO bereits im Juli 2006 ausgesprochen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen, die noch nicht geimpft wurden, kann diese Impfung jederzeit (bis zum 18. Geburtstag) auf Kosten der Krankenkassen nachgeholt werden.

 

 

      Impfschema für Meningokokken-C-Impfung

  • Kinder ab vollendetem 2. Lebensmonat: 2 Impfungen im Abstand von mindestens 2 Monaten, eine 3. Impfdosis im 2. Lebensjahr
  • Kinder ab 1 Jahr, Jugendliche und Erwachsene: 1 Impfung

 

Die Impfung mit Meningokokken-C-Konjugatimpfstoffen bietet nach derzeitigem Kenntnisstand einen jahrelang anhaltenden Schutz, derzeit wird keine Auffrischimpfung empfohlen.

Eine Meningokokken-Impfung mit dem 4-valenten Konjugatimpfstoff (gegen die Serogruppen A, C, W135 und Y) und /oder Serogruppe B wird außerdem allen Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko empfohlen:

  • Personen mit Immundefekten (angeboren, erworben oder durch Medikamente bedingt) oder fehlender bzw. funktionsuntüchtiger Milz
  • Gefährdetes Laborpersonal (bei Arbeiten mit dem Risiko eines N. meningitidis-Aerosol)
  • Reisende in Gebiete, in denen Meningokokken-Infektionen häufig auftreten, bei längerem Aufenthalt in ländlichen Gebieten oder engem Kontakt zur Bevölkerung
  • Schüler/Studierende vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler/Studierende
  • Bei Ausbrüchen oder regionalen Häufungen auf Empfehlung der zuständigen Gesundheitsbehörden
  • Zusätzlich zur Chemoprophylaxe für bisher ungeimpfte Kontaktpersonen (Haushaltskontakte oder enge mit hauhaltsähnlichem Charakter) eines Erkrankten mit einer impfpräventablen invasiven Meningokokken-Infektion sobald wie möglich nach dem Kontakt

 

Saudi-Arabien verlangt während der Mekka-Wallfahrten von Pilgern und Besuchern eine Impfbescheinigung, die minimal 10 Tage vor dem Eintreffen in Saudi-Arabien ausgestellt worden sein darf. Pflicht ist der Vierfach-Impfstoff A,C, W135,Y (Konjugatimpfstoff). Pilger, die aus Endemiegebieten einreisen, werden untersucht und bei Verdacht auf Meningitis beobachtet. Alle anderen Reisenden müssen nicht geimpft sein, obwohl eine Impfung im individuellen Fall dennoch sinnvoll sein kann.


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