DGK e.V. -Das klassische Hauptsymptom der Malaria ist periodisch alle zwei bis drei Tage auftretendes Fieber. Allerdings kann die Malaria tropica, die schwerste Form der Malaria, ohne typisches Wechselfieber verlaufen.
Gesundheitsinformationen zu:
Malaria, Prophylaxe, Impfschutz, Impfung, Plasmodien, Malaria tertiana, Malaria quartana, Malaria tropica, Anopheles-Mücken, Chemoprophylaxe, Todesfälle, Fieberschübe, Fieber, Infektionsweg
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Gesundheitslinks

 

www.ibera-online.de
IBERA Impfberatung online

 

www.agmv.de
Arbeitsgemeinschaft Varizellen (AGV)

 

www.forum-schmerz.de
Forum Schmerz

 

www.agmk.de
Arbeitsgemeinschaft Meningokokken (AGMK)

 

www.altern-in-wuerde.de
Altern in Würde (AiW)

www.stiko.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut

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Textanfang / Content

Malaria

Formen von Malaria
 

Das klassische Hauptsymptom der Malaria ist periodisch alle zwei bis drei Tage auftretendes Fieber. Allerdings kann die Malaria tropica, die schwerste Form der Malaria, auch ohne typisches Wechselfieber verlaufen. Vor allem zu Krankheitsbeginn können Fieberschübe mild sein und an Symptome einer einfachen Erkältung erinnern. Das erschwert die Diagnose der Malaria tropica besonders im Anfangsstadium und ist der Grund dafür, dass auch heute noch unter den Urlaubsrückkehrern Todesfälle auftreten, allein in Deutschland sind es in jedem Jahr bis zu 10 Fälle.  Fast alle Malariatodesfälle gehen auf die Malaria tropica zurück.

2014 wurden dem Robert-Koch-Institut 1.000 Erkrankungsfälle an Malaria gemeldet.


Informieren Sie daher Ihren Arzt umgehend von Ihrem Aufenthalt in einem Malariagebiet, wenn bei Ihnen nach der Rückkehr unklares Fieber auftritt, eventuell zusammen mit grippeähnlichen Symptomen oder Durchfällen. Wenn die Malaria rechtzeitig erkannt wird, ist sie heilbar. Wird sie verschleppt, kann sie tödlich verlaufen.

Aufgrund des Krankheitsbildes lassen sich verschiedene Malariaformen - hervorgerufen durch verschiedene Einzeller, sogenannte Plasmodien - abgrenzen:

Malaria tertiana

  • hervorgerufen durch Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale
  • Inkubationszeit: 8 bis 20 Tage
  • klassisches Wechselfieber: zwei Tage Fieber, ein Tag fieberfrei


Malaria quartana

  • hervorgerufen durch Plasmodium malariae
  • Inkubationszeit: drei bis sieben Wochen
  • klassisches Wechselfieber: zwei Tage Fieber, zwei Tage fieberfrei


Malaria tropica

  • hervorgerufen durch Plasmodium falciparum
  • Inkubationszeit: 7 bis 14 Tage, meist 12 Tage
  • selten Fieberperioden in regelmäßiger Form
  • Durchfälle mit begleitendem Fieber können vorkommen
  • gefährlichste Form, Letalität 20 Prozent 

Plasmodium-knowlesi-Malaria

  • hervorgerufen durch Plasmodium knowlesi
  • Hauptreservoir sind verschiedene Affen
  • Vorkommen ausschließlich in Südostasien
  • tägliche Fieberschübe

Infektionsweg
 

Malaria ist eine der am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten des Menschen. Jährlich treten weltweit schätzungsweise 250 Millionen Neuinfektionen auf. Fast eine Million Menschen sterben an Malaria, vor allem Kinder in Afrika. In vielen Ländern Südostasiens, Mittel- und Südamerikas ist Malaria weitgehend auf ländliche Gebiete beschränkt. In Afrika oder Indien macht Malaria aber auch vor Großstädten nicht Halt. In Höhen über 1.500 Meter ist das Malaria-Risiko gering, in heißen Klimazonen kann Malaria jedoch bis in Höhen von 3.000 Meter auftreten. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Malariagebieten. Reisende aus malariafreien Gebieten in Hochendemiegebiete haben ein besonders hohes Risiko, an Malaria zu erkranken

Nach Deutschland werden pro Jahr etwa 600 Fälle von Malaria eingeschleppt, vor allem die gefährlich Form der Malaria tropica. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 1.017 Erkrankungsfälle registriert, davon gut 50 Prozent  Malaria tropica. Die meisten Erkrankungen werden im tropischen Afrika erworben, überwiegend in West-Afrika. Zum größten Teil nahmen diese Patienten keine, unzureichende oder ungeeignete Präparate ein.

Das Übertragen der Malaria von Mensch zu Mensch erfolgt durch Anopheles-Mücken, die sich zuvor an einem Plasmodienträger infiziert haben. Es besteht also eine Infektionskette Mensch - Mücke - Mensch. Die Mücken stechen meist in der Dämmerung und nachts.
Eine Übertragung durch Bluttransfusion ist möglich, aber selten, ebenso der Plasmodien durch Injektionen mit unsterilen Kanülen.

Hinweis:

Die Reiseimpfberatung IBERA ist das seit Jahren bewährte Computer-Impfprogramm des Deutschen Grünen Kreuzes. IBERA steht in der Online-Version allen Reiselustigen unter www.ibera-online.de kostenlos zur Verfügung. Klicken Sie Ihr Urlaubsziel an und Sie erhalten alle Hinweise zu Impfungen, Malariaprophylaxe und weitere wertvolle Tipps. 

 


Allgemeine Prophylaxe

Wegen der zunehmenden Verschlechterung der Malariasituation ist es wichtiger als je zuvor, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört nicht nur die Chemoprophylaxe (s. u.), sondern auch der Schutz vor Moskitostichen

Tipps:

  • von der Dämmerung bis zum Morgengrauen nach Möglichkeit in geschlossenen Räumen aufhalten, denn die Moskitos sind dämmerungs- und nachtaktiv
  •  bei Aufenthalt im Freien nach Sonnenuntergang langärmelige Kleidung, lange Hosen etc. tragen und dabei dunkle Farben vermeiden, da sie Moskitos anziehen
  •  unbedeckte Hautstellen mit geeigneten insektenabwehrenden Mitteln (Repellentien) einreiben, dabei ist besonders für Kleinkinder die Gebrauchsinformation des jeweiligen Herstellers zu beachten

 

 

 

  • als Unterkunft sollte ein möglichst solide gebautes, gepflegtes Gebäude gewählt werden; Fenster und Türen sollten sorgfältig abgeschirmt werden, andernfalls Türen und Fenster geschlossen halten

 

 

  • wenn Mücken in die Räume gelangen können, unter einem Moskitonetz schlafen und darauf achten, dass das Netz an allen Seiten unter die Matratze geschlagen ist, dass es keine Löcher hat und sich keine Moskitos darunter befinden; der Wirkungsgrad kann durch eine Imprägnierung erhöht werden
  • abends in den Schlafräumen ein Insektenvernichtungsmittel versprühen oder über Nacht Steckdosenverdampfer mit auswechselbaren Insektizid-Blättchen oder langsam abbrennende Räucherspiralen (sog. Mosquito-coils) benutzen

 

 

 


Chemoprophylaxe
 

Eine Impfung gegen Malaria gibt es noch nicht. Sie können sich jedoch vor der Krankheit schützen: durch regelmäßiges Einnehmen von Medikamenten bzw. Mitnahme eines Stand-by-Medikamentes für den Notfall sowie Maßnahmen gegen Mückenstiche.
Bei der Einnahme der Tabletten ist zu bedenken, dass ihre Wirkung nicht sofort eintritt und die Malaria-Erreger noch eine längere Zeit - ohne Krankheitszeichen hervorzurufen - im Körper überleben können. Deshalb müssen Sie bereits vor Beginn der Reise mit der Tabletteneinnahme beginnen und sie regelmäßig fortführen. Die Einnahme muss - je nach Präparat - noch eine bis vier Wochen nach der Rückkehr weitergeführt werden. Vor jeder Reise in malariagefährdete Gebiete müssen Sie erneut mit der Einnahme beginnen.

Für verschiedene Reiseländer werden unterschiedliche Präparate zur Prophylaxe empfohlen, abhängig von der jeweiligen Reisesituation und der Erregerverbreitung im Reiseland.



Chloroquin

Empfohlene Dosierung (Handelsnamen Resochin®, Quensyl®):
1 x wöchentlich zwei Tabletten (je 150 mg Wirkstoffgehalt), jeweils am gleichen Wochentag (bei einem Gewicht von mehr als 75 kg werden 3 Tabl. pro Woche empfohlen) oder
Kinder: 5 mg/kg Körpergewicht pro Woche

EINNAHMEBEGINN: eine Woche vor der Einreise in das Malariagebiet
EINNAHMEENDE: vier Wochen nach Verlassen des Malariagebiets


Atovaquon/ Proguanil
Empfohlene Dosierung (Handelsname Malarone®):
1x täglich eine Tablette (250 mg Atovaquon, 100 mg Proguanil), Kinder ab 11 kg Körpergewicht: 1 Tabette Malarone® Junior (62,5 mg Atovaqon/25 mg Proguanil)

zusammen mit einer Mahlzeit.

EINNAHMEBEGINN: ein bis zwei Tage vor der Einreise in das Malariagebiet
EINNAHMEENDE: sieben Tage nach Verlassen des Malariagebiets.

Mefloquin
Zur Prophylaxe aufgrund der Nebenwirkungen nicht mehr empfehlenswert, besondere Vorsichtsmaßnahmen empfohlen.
1x wöchentlich eine Tablette (250 mg Wirkstoffgehalt); Kinder ab vollendetem 3. Lebensmonat über 5 kg Körpergewicht: 5 mg/kg KG pro Woche

Bei Reisenden, die mehr als 90 kg wiegen, wird die Dosis auf 1,5 Tabletten erhöht, ab 120 kg sind 2 Tabletten wöchentlich erforderlich.

EINNAHMEBEGINN: eine Woche vor der Einreise in das Malariagebiet;
falls fraglich ist, ob das Medikament vertragen wird, Beginn der Einnahme schon zwei bis drei Wochen vor der Einreise
EINNAHMEENDE: vier Wochen nach Verlassen des Malariagebiets

ALTERNATIVE:
Doxycyclin

(in Deutschland nicht zur Malaria-Prophylaxe zugelassen, obwohl es von der WHO und in anderen Ländern empfohlen wird und international gute Erfahrungen vorliegen)
Empfohlene Prophylaxe und Dosierung:
1x täglich eine Kapsel/Tablette à 100 mg Wirkstoffgehalt

ab 90 kg Körpergewicht 200 mg pro Tag

Kinder ab 8 Jahren: 1,5 - 2 mg/kg KG pro Tag

EINNAHMEBEGINN: ein Tag vor der Einreise in das Malariagebiet
EINNAHMEENDE: vier Wochen nach Verlassen des Malariagebiets 

 

Wichtiger Hinweis: Alle diese Medikamente dürfen keinesfalls miteinander kombiniert eingenommen werden!

 


Stand-by-Behandlung

Zur Möglichkeit einer Stand-by-Therapie ist vor Reiseantritt der Rat eines Arztes einzuholen, der das geeignete Medikament verschreibt. Das Medikament sollte selbstverständlich bei der Reise mitgeführt werden.

Die Stand-by-Therapie soll vom Reisenden nur dann selbst durchgeführt werden, wenn malariaverdächtige Symptome auftreten und nicht sofort ärztliche Hilfe erreichbar ist. Nach einer Selbsttherapie muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

 Medikamente für die Stand-by-Therapie (für Erwachsene):

  1. Atovaquon/ Proguanil (Handelsname Malarone®)
    • Dosierung: 4 - 0 - 0 Tabletten für 3 Tage
  2. Chloroquin (Handelsnamen Resochin®, Quensyl®)
    • Dosierung: 4 - 0 - 2 Tabletten; an den 2 Folgetagen: 2 - 0 - 0 Tabletten
  3. Artemether/Lumefantrin (Handelsname Riamet®)
    • Dosierung: 4 - 0 - 4 Tabletten für 3 Tage

 Mefloquin (Handelsname Lariam®) wird von WHO und DTG nicht mehr zur Notfalltherapie empfohlen.


Wichtige Informationen
Trotz aller Schutzmaßnahmen ist es möglich, an Malaria zu erkranken.

Auch wenn eine Chemoprophylaxe durchgeführt wird, ist es möglich, an Malaria zu erkranken. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Erkrankung weniger schwer verläuft. Wegen der problematischen Resistenzlage in manchen Malariagebieten ist es auch bei einer prophylaktischen Einnahme empfehlenswert, ausreichende Mengen eines Präparates für die Soforttherapie mitzunehmen.

Bei jeder fieberhaften Erkrankung nach der Rückkehr aus einem Malariagebiet - bis zu einem Jahr danach - muss ärztlich geprüft werden, ob es sich um eine Malaria handelt. Symptome können neben Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schwäche, Erbrechen, Durchfall und Husten sein. Außerdem sollten Sie den behandelnden Arzt über ihren Besuch in einem Malariagebiet informieren.

 

 


Prophylaxe in Sonderfällen
 

Malariaprophylaxe bei Säuglingen und Kleinkindern

Kinder sind besonders gefährdet, da eine Malaria-Erkrankung bei ihnen rasch ernsthafte Folgen haben kann. Säuglinge und Kleinkinder sollten daher nur bei zwingender Notwendigkeit in ein Malariagebiet mitgenommen werden.

Kinder müssen besonders gut gegen Moskitostiche geschützt werden, und zwar von der Dämmerung bis zum Morgengrauen. Gut geeignet dafür sind spezielle Moskitonetze für Kinderbetten (für Kinder ab 3 Jahren ggf. auch imprägnierte Kleidung). Auch die Spielfläche kann durch Moskitonetze geschützt werden. Davon abgesehen ist auch für Kinder eine Malariaprophylaxe erforderlich. Dies gilt auch für gestillte Säuglinge, da das Kind nicht durch die Prophylaxe der Mutter geschützt ist. Die Dosierung der Medikamente richtet sich nach dem Alter und dem Gewicht des Kindes.

Empfehlungen zur Malariaprophylaxe bei Kindern

  • Chloroquin und Proguanil eignen sich für Säuglinge und Kleinkinder.
  • Atovaquon / Proguanil ist bei Kindern ab 11 kg Körpergewicht für die Prophylaxe zugelassen, kann aber ab einem Gewicht von 5 kg für die Therapie angewendet werden (Off-Label-Use). 
  • Mefloquin darf erst bei Kindern nach dem vollendeten dritten Lebensmonat oder mit mehr als 5 Kilogramm Körpergewicht verabreicht werden.
  • Bei Kindern unter acht Jahren darf keine Prophylaxe mit Doxycyclin durchgeführt werden.

Alle Malariamittel müssen für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Bei einer Überdosis ruft Chloroquin - besonders bei Kindern - Vergiftungserscheinungen hervor.

Sollte das Kind fieberhaft erkranken, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Da Malaria bei Kindern oft uncharakteristische Symptome verursachen kann, sollte stets an eine Malaria-Infektion gedacht werden. Bei Kleinkindern unter drei Monaten sollte auch bei einer nicht-fieberhaften Erkrankung die Möglichkeit einer Malaria in Betracht gezogen werden.


Malariaprophylaxe in der Schwangerschaft

Eine Malaria-Erkrankung in der Schwangerschaft stellt ein hohes Risiko für Mutter und Kind dar, denn sie kann das Leben der Mutter und des Kindes gefährden und eine Tot- oder Fehlgeburt oder ein zu geringes Geburtsgewicht mit entsprechendem Risiko für das Neugeborene zur Folge haben. Eine medikamentöse Malariaprophylaxe kann möglicherweise die Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen und sollte deshalb nur nach einer strengen Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen erfahrenen Arzt verabreicht werden.

Sollte ein Aufenthalt unaufschiebbar sein, kann schon ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel Mefloquin (Lariam) zur Prophylaxe gegeben werden. Zu Atovaquon/Proguanil (Malarone) liegen bisher kaum Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft vor. Deshalb sollte dieses Medikament nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Dies gilt auch für die Therapie mit Arthemeter/Lumefantrin (Riamet).

Piperaquintetraphosphat/Dihydroartemisin (Euratesim) und Doxycyclin sind in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Bei Malariaverdacht muss sofort ein Arzt aufgesucht und unbedingt eine Therapie mit einem wirksamen Malariamedikament eingeleitet werden. Nur wenn kein Arzt erreichbar ist, sollte man sich selbst mit Chinin behandeln. Danach muss unbedingt so schnell wie möglich ein Arzt konsultiert werden. Ein Aufenthalt in einem Malariagebiet sollte deshalb nur bei zwingender Notwendigkeit erfolgen. Ist die Reise unbedingt erforderlich, muss großer Wert auf langärmelige, helle Kleidung (ggf. imprägniert), Moskitonetze und Repellents gegen Moskitostiche gelegt werden.


Verbreitungskarte Malaria

Verschiedene aktuelle Karten der WHO zu verschiedenen Aspekten der Malariaverbreitung finden Sie hier


 

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