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Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI)
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www.phytoinfothek.de
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www.kilian.de
Der Verlag im KILIAN
www.rki.de
Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut
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Textanfang / Content
Krankheitsbild und Symptome der Influenza / Grippe
Die Influenza oder Grippe ist eine akute Viruskrankheit, die nicht nur durch Tröpfcheninfektion (Niesen oder Husten), sondern auch über kontaminierte Gegenstände (Türgriffe etc.) übertragen wird. Deshalb breitet sie sich vor allem in Verkehrsmitteln, Arbeitsstätten, Schulen oder Kaufhäusern aus, wo sich viele Menschen versammlen.

Influenza-Viren unter dem Elektronenmikroskop Quelle:Jan de Jong, Erasmus Universität, Rotterdam.
Nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Tagen beginnt die Krankheit plötzlich mit starkem Krankheitsgefühl, Schnupfen, Frösteln, Kopf- und Gliederschmerzen. Danach setzt Fieber mit Temperaturen von 39 bis 40 Grad Celsius ein. Zugleich tritt ein charakteristischer trockener Husten in den Vordergrund. Häufig klagen Betroffene außerdem über Brennen im Rachen und Schmerzen hinter dem Brustbein. Schonung und Bettruhe sind angeraten. Die Krankheit verläuft in vielen Fällen ohne Folgen. Es kann aber auch zu Komplikationen kommen. Dazu gehören akute Herz- und Kreislaufschwächen, Herzmuskelentzündungen sowie zusätzliche bakterielle Infektionen, die in schlimmen Fällen innerhalb weniger Tage zum Tod führen können. Sehr gefährdet sind Säuglinge, alte Menschen und Risikopatienten mit Vorerkrankungen.
Die echte Virusgippe tritt fast in jedem Jahr als mehrere Wochen andauernde starke Häufung von Grippe-Erkrankungen, so genannten Influenza-Wellen auf. In unseren Breiten werden sie im Winterhalbjahr beobachtet. Dabei wird ein großer Teil der Bevölkerung infiziert. Das Center for Disease Control (CDC) schätzt 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Die Infektionen können ohne Symptome verlaufen oder zu einer Erkrankung führen. Deren klinisches Bild reicht von einem leichten akuten Atemwegsinfekt bis zur Lungenentzündung reicht.
Auch in Deutschland kommt es in regelmäßigen Abständen zu kleineren oder größeren Grippe- / Influenza-Ausbrüchen, meist in der Zeit von Januar bis März. Die letzte große Epidemie fand im Jahre 1995/96 statt. Auch im Jahre 1997/98 und im Frühjahr 2003 gab es eine außergewöhnlich heftige Aktivität. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Nationalen Influenzapandemieplan veröffentlicht. Der Plan enthält gemeinsame Empfehlungen des Bundes und der Länder zur Vorbereitung auf eine weltweite Influenzawelle (Pandemie) und für Maßnahmen im Pandemiefall. Sie finden diesen unter:
Influenzapandemieplan beim RKI
* Gegen die derzeit zirkulierenden Viren "Neue Grippe", "Mexikogrippe", werden Impfstoffe entwickelt; wer geimpft werden soll, wird noch entschieden (Stand Juli 2009). Aktuelle Informationen unter
www.rki.de
Die Grippe / Influenza-Impfung
Impfen heißt einer Krankheit vorzubeugen. Die Impfung muss jährlich wiederholt werden, da sich das Influenzavirus stetig wandelt. In vielen Studien wurde die Wirksamkeit der Impfung vor allem durch deutliche Reduktion schwerer Erkrankungen und Todesfällen in den Risikogruppen belegt.
Wenn das Immunsystem des Patienten genügend anspricht, kann ein Schutz von mehr als einem halben Jahr angenommen werden. Die Wirksamkeit des Impfens hängt von der Übereinstimmung der im Impfstoff enthaltenen Varianten mit den tatsächlich zirkulierenden Virustypen sowie der individuellen Immunantwort ab. Der Schutz vor Erkrankung wird mit bis zu 70 Prozent angegeben, zeigt aber von Jahr zu Jahr deutliche Unterschiede.
Insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann die Schutzwirkung der konventionellen Impfung reduziert sein. Hier empfiehlt es sich, einen adsorbierten, in seiner Wirkung stärkeren Impfstoff zu benutzen.
In Deutschland sind Impfstoffe verschiedener Hersteller zugelassen. Die Impfstoffe sind gereinigt und von unerwünschten Bestandteilen befreit.
Wer soll gegen Grippe / Influenza geimpft werden?
- Die Influenza-Schutzimpfung ist allen älteren Menschen ab 60 Jahre und allen Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund eines Grundleidens empfohlen. Dazu gehören Personen mit chronischen Lungen- (inkl. Asthma und COPD), Herz- Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus und anderen Stoffwechselkrankheiten, multipler Sklerose, erworbener und angeborener Immundefizienz.
- Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen
- Auch klinisches und Pflege-Personal sowie Personen, die in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr arbeiten, sollten sich impfen lassen.
- Eine generelle Impfempfehlung für alle Altersgruppen besteht in Niedersachsen und Baden-Württemberg. Entsprechend den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden kann die Impfung angeraten werden, wenn eine intensive Epidemie droht.
- Die Sächsische Impfkommission empfiehlt seit Januar 2010 die Grippeschutzimpfung für alle ab dem vollendeten 6. Lebensmonat
Für diese Gruppen ist die Impfung kostenlos.
Es wird der jeweils aktuelle Impfstoff verwendet.
Grippe / Influenza-Impfung in der Schwangerschaft
Neuere Studien in den USA haben darauf hingewiesen, dass vor allem Schwangere durch Grippe / Influenza gefährdet sind. Dies war vor allem signifikant, wenn das letzte Schwangerschaftsdrittel und die Geburt in die Influenza-Saison fielen. Daher wird in den USA empfohlen, sich in den letzten sechs Schwangerschaftsmonaten impfen zu lassen. In einer Studie mit 2.000 geimpften Schwangeren erwies sich die Impfung als gut verträglich, und es konnte kein erhöhtes Risiko einer Impfkomplikation nachgewiesen werden.
Grippe / Influenza-Impfung von HIV-Patienten
Für HIV-Patienten kann bei ausgeprägtem Immundefizit eine erhöhte Gefahr durch Influenza angenommen werden. Es liegen hierzu jedoch nur wenige Daten vor. Das Immunsystem zu aktivieren, auch durch eine Impfung, kann dazu beitragen, dass sich HIV vermehrt. Dieser Effekt soll jedoch meist reversibel sein, da HIV-Positiven die Impfung empfohlen wird. So lässt sich eine schwere Influenza mit etwaigen Komplikationen vermeiden. Wenn die T-Lymphozyten-Zahlen noch ausreichend sind (> 200/mm3), ist eine befriedigende Immunantwort nach der Impfung zu erwarten. Eine zweimalige Auffrischung bei geringen T-Lymphozytenzahlen erscheint laut ACIP (Advisory Committee on Immunization Practices) nicht effektiv. Für eine Impfung sollte der HIV-RNA-Spiegel (RNA: Erbgut der Hi-Viren) stabil sein. Eine begleitende antiretrovirale Therapie ist laut der Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) empfehlenswert.
Wer soll nicht gegen Grippe / Influenza geimpft werden?
- Kontraindikationen sind eine schwere Hühnereiweißallergie oder Allergie gegen Begleitsubstanzen im Impfstoff. Fragen Sie Ihren Arzt, ob ein auf Zellkulturen hergestellter Impfstsoff verfügbar ist.
- Während einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung sollte nicht geimpft werden; 2 Wochen nach Genesung kann die Impfung erfolgen. Leichtere Infekte (Fieber unter 38,5 °C) gelten nicht als Kontraindikation.

